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13:08 23.03.2021
Dr. lmke Struckmeyer, Dr. Jan Philipp Struckmeyer, ZÄ Tessa Riedel, ZÄ Clara Wenzel, Dr. Andrea Brand

Der Schutz vor Corona verändert Lebens- und Arbeitsbedingungen. Wer die Praxis Leinemund in Letter betritt, erlebt die hygienische Achtsamkeit schon am Eingang. Die Tür öffnet automatisch, die nächste Station ist die Handdesinfektion im Treppenhaus. In der gesamten Praxis herrscht Mundschutz Pflicht. Die Mitarbeitenden selbst tragen FFP- 2- und FFP-3-Masken. Sie machen regelmäßig einen Covid-19- Schnelltest. Er dient ihrem eigenen Schutz und der Sicherheit der Patienten.

Leinemund

Die Tür des Wartezimmers lässt sich neuerdings und aus hygienischen Gründen mit einem speziellen Unterarmgriff öffnen. Auch der neu angeschaffte Luftentkeimer im Wartezimmer mindert die Virenlast mittels UV-C-Licht. Auf dem Behandlungsstuhl angekommen, spült jeder Patient zuerst mit einer Chlorhexidin-Lösung.

„Sie reduziert die Keim- und Virenbelastung im Rachenbereich deutlich“, erklärt Dr. Jan Philipp Struckmeyer. Während der Behandlung trägt er, wie alle anderen auch, neben FFP-3-Maske, Haube und Brille ein Schutzvisier. „Das Visier fertigt meine Schwester Dr. Imke Struckmeyer am eigenen 3-DDrucker an“, berichtet der Zahnmediziner.

Für das Ausbohren von Karieslöchern oder die Vorbereitung von Zähnen für Kronen, wurden spezielle Winkelstücke angeschafft. Auf diese Weise lässt sich die Aerosolverbreitung beim Bohren und somit die Verteilung einer möglichen Viruslast deutlich reduzieren.

„Anfangs wusste man noch wenig über Corona“, erinnert sich Dr. Andrea Brand. Sie gehört zum 30- köpfigen Leinemund-Team und kümmert sich um die Integration aktueller Forschungsergebnisse und Leitlinien der Bundezahnärztekammer und des Robert Koch Institutes in den Praxisalltag.

In diesem Zusammenhang weist die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie auf den engen Zusammenhang von Parodontitis und schweren Covid-19-Verläufe hin.

„Parodontitis nennt man die Entzündung des Zahnhalteapparates. Sie kann erblich bedingt sein oder durch vorhandene Grunderkrankungen entstehen. Rauchen, Zahnbeläge oder mangelnde Mundhygiene begünstigen die bakterielle, ansteckende Infektion“, erläutert Dr. Imke Struckmeyer. Ein damit zusammenhängender Anstieg der Entzündungszellen im Körper schwächt die Betroffenen. „Außerdem besteht der Verdacht, dass die oralen Bakterien der Parodontitis eingeatmet werden und auf diesem Weg die Lunge infizieren. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Risiko für eine Aufnahme auf der Intensivstation, für eine unterstützte Beatmung oder einen tödlichen Verlauf“, ergänzt Zahnärztin Tessa Riedel.

Das Thema Mundhygiene betrifft neben Erwachsenen auch viele Kinder. „Wenn ein Familienmitglied Parodontitis hat, müssen alle anderen ebenfalls behandelt werden, weil man sich küsst, den Löffel oder Schnuller ableckt und auf diesem Weg die Bakterien weitergibt“, erläutert Dr. Jan Philipp Struckmeyer. Deshalb kommt es bei dem Schutz vor Covid-19 Infektionen nicht allein auf die äußere Hygiene an. Auch die Mundhygiene kann Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen.

Seit Pandemiebeginn wurde der ohnehin schon hohe Hygienestandard in den Zahnarztpraxen der Region deutlich gesteigert. Die Bundezahnärztekammer beziffert die Ausgaben der Praxen jährlich auf etwa 70 000 Euro. Aufgrund der gestiegenen Preise für Verbrauchsartikel und der Materialverknappung wichtiger Produkte wandten Praxisinhaber im Jahr 2020 im Vergleich zum Jahr 2019 ein Vielfaches auf. So wollen sie sicherstellen, dass die Patienten weiterhin und zuverlässig auf hohem hygienischen und fachlichen Niveau versorgt werden können.


Vorbeugender Schutz: Zahnärzte empfehlen zwei Prophylaxebehandlungen pro Jahr

Wir alle schätzen es: ein strahlendes Lächeln. In der Werbung findet es statt – und im Rampenlicht der Fernseh- und Kinowelt. Nicht allen schillernden Persönlichkeiten sind dabei perfekte Zähne von Natur aus mitgegeben. Jugendbilder von Tom Cruise im Internet belegen, dass er erst mithilfe kompetenter Zahnärzte zu seinem charmanten und starken Lächeln kam.

Ein Besuch in der Zahnarztpraxis hat aber oft ganz andere Gründe: Karies, Wurzelprobleme und andere Leiden machen Betroffenen zu schaffen. Eine regelmäßige Kontrolle schafft rechtzeitig Abhilfe. Mindestens einmal im Jahr – besser aber halbjährlich – sollte man seinen Zahnarzt für eine Prophylaxeuntersuchung aufsuchen, denn: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

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