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Home Sonderthemen Hannover Region Nord Busse und Bahnen: Was es zu beachten gilt
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15:52 20.12.2018
Sobald das Blinklicht an einem Bahnübergang leuchtet, muss angehalten werden. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Autofahrer und öffentliche Verkehrsmittel müssen sich den Verkehrsraum teilen und aufeinander Rücksicht nehmen. Soweit gehen die Theorie und die Straßenverkehrsordnung. Aber nicht immer verhalten sich Verkehrsteilnehmer danach. Nicht selten ist gerade an Bushaltestellen, aber auch an Bahnübergängen, entsprechendes Fehlverhalten sichtbar. Dabei ist das in der Regel noch nicht einmal böser Wille oder zu große Eile. Meist handelt es sich lediglich um Unkenntnis der entsprechenden Regeln. Eine Unkenntnis, die Leben kosten kann, denn in derartigen Situation sind in der Vergangenheit bereits Menschen, darunter Schulkinder, überfahren worden.

Verkehrsexperten haben in Studien beobachtet, dass mehr als die Hälfte der Autofahrer Busse, die mit eigeschaltetem Warnblinker an einer Haltestelle stehen, ohne zu zögern überholen – oft mit überhöhter Geschwindigkeit.

Wie aber geht es richtig? Das Warnblinklicht des Busses ist vom Fahrer nicht aus Spaß angeschaltet worden. Es soll den Autofahrern signalisieren, dass hier Schritttempo eingehalten werden muss. Die Straßenverkehrsordnung besagt seit 1995, dass an Bushaltestellen „erhöhte Vorsicht“ zu walten hat. Wenn man also an einem Bus an einer Haltestelle vorbeifährt, der das Warnblinklicht eingeschaltet hat, gilt es, den Bus vorsichtig und mit erhöhter Aufmerksamkeit zu passieren. Der Grund ist, dass aussteigende Fahrgäste nicht selten vor oder hinter dem Bus die Straße überqueren wollen. Das ist zwar nicht korrekt, denn man muss bis zum nächsten Fußgängerüberweg gehen. Aber die Realität ist eine andere. Auch ein Autofahrer muss mit diesem Fehlverhalten rechnen – erst recht, wenn es sich um Schulbusse handelt, denn Kinder sind in der Regel noch unvernünftiger als Erwachsene. Zudem haben sie weniger Erfahrung im Straßenverkehr und sind oft in Gruppen unterwegs und entsprechend unaufmerksam und abgelenkt. Aus diesem Grund gilt Schritttempo, übrigens auch für den Gegenverkehr – ein Umstand, von dem viele Autofahrer nach Erhebungen von Automobilclubs keine Kenntnis haben.

Zum Begriff „Schritttempo“ sagt die Straßenverkehrsordnung zwar nichts aus, aber gerichtliche Auslegungen haben dieses Tempo in der Regel zwischen vier und sieben Stundenkilometer festgesetzt. Beobachtung im Straßenverkehr zeigen, dass die meisten vorbeifahrenden Autos eine höhere Geschwindigkeit auf dem Tacho haben.

Beim Passieren eines Busses muss man damit rechnen, dass Passagiere über die Straße laufen. Foto: dpp-Autoreporter
Beim Passieren eines Busses muss man damit rechnen, dass Passagiere über die Straße laufen. Foto: dpp-Autoreporter

Die Nichtbeachtung der Schrittgeschwindigkeit beim Vorbeifahren an einem Bus kann Konsequenzen haben, denn wer von der Polizei bei einem solchen Vergehen erwischt wird, hat ein Bußgeld von 60 Euro zu zahlen. Ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg kommt noch dazu. Werden Fußgänger dabei konkret gefährdet, sind es sogar 70 Euro Bußgeld.

Anders ist die Situation, wenn ein Bus in einer eigenen Haltebucht an der Haltestelle steht. Hier wird der Fahrer in der Regel kein Warnblinklicht anstellen. Daher gilt auch nicht die Pflicht zur Schrittgeschwindigkeit. Trotzdem gilt hier erhöhte Aufmerksamkeit, denn mit kreuzenden Fußgänger ist auch hier zu rechnen.

Eine kritische Situation zwischen öffentlichem Nahverkehr und dem Autoverkehr entsteht, wenn auch seltener, bei einem Bahnübergang. Bei einem vollbeschrankten Übergang sind die Gefahren gering. Probleme entstehen regelmäßig bei Übergängen, die lediglich mit einer Halbschranke gesichert sind oder bei unbeschrankten Bahnübergängen. Hier kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, die in der Regel auf den Leichtsinn der Autofahrer zurückzuführen sind. Manche versuchen, trotz des aufleuchtenden Blinklichts am Andreaskreuz und geschlossener Halbschranke, den Übergang zu passieren. Züge sind allerdings schneller, als mancher denkt. Dazu haben sie noch einen immens langen Bremsweg. Bei einem Zusammenstoß mit einem Zug hat der Fahrzeugführer meist keine Chance. Sobald das Licht blinkt, muss unbedingt angehalten werden, denn ein paar Minuten Wartezeit sind das eigene Leben allemal wert. Bei unbeschrankten Bahnübergängen gilt es, sehr aufmerksam zu sein. Hier sollte man langsam und jederzeit bremsbereit heranfahren und erst, wenn man die Strecke zu beiden Seiten überblicken kann, fahren.


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Bei verschneiten Straßen sollte man morgens ein paar Minuten mehr zum Arbeitsplatz einplanen. Foto: Audi/GP
Bei verschneiten Straßen sollte man morgens ein paar Minuten mehr zum Arbeitsplatz einplanen. Foto: Audi/GP

Bisher hatten Deutschlands Kraftfahrer in diesem Jahr nur sehr wenig Gelegenheit, sich im Umgang mit dem Winter zu erproben. Aber Schnee und Eis können durchaus noch kommen. Januar und Februar sind ohnehin in der Regel die kältesten Monate im Jahr. Da ist es gut zu wissen, wie man sich mit winterlichen Straßenverhältnissen arrangieren kann. Gerade wenn frische Schneefälle auf das Land niedergehen, werden die Straßenverhältnisse tückisch. Das gefürchtete Blitzeis, das sich immer dann bildet, wenn Regen bei leichten Plusgraden auf gefrorene Straßen fällt, ist besonders gefährlich. Wie also sollte man sich auf die Witterung einstellen?

Die Medien zu verfolgen, ist der allererste Schritt. Die Wettervorhersagen erstrecken sich in der Regel über mehrere Tage im Voraus, sodass man sich früh genug entscheiden kann, ob man bei winterlichen Straßenverhältnissen das Auto nimmt. In der Ära der Smartphones gibt es zudem genügende Apps, die Wetterwarnungen für die eigene Region auf das Handy schicken, sodass man rechtzeitig eine Warnung erhält.

Die sicherste Alternative im Fall von Eis und Schnee sind die öffentlichen Verkehrsmittel. Allerdings kann nicht jeder Arbeitsplatz mit den Öffis erreicht werden. Deswegen müssen manche Autofahrer die gefährliche Fahrt antreten.

Etwas früher als gewöhnlich aufstehen, gehört dabei zur Vorbereitung, denn wenn das Auto nicht in der Garage oder dem Carport steht, gilt es, das Gefährt von Eis und Schnee zu befreien. Dass das oft schnell gehen muss, sieht man vielen Autos im Winter an: Da reichte die Zeit oft nur für ein kleines Guckloch in der Windschutzscheibe. Mit dieser extrem eingeschränkten Sicht gefährdet man nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Deswegen muss die gesamte Frontscheibe schnee- und eisfrei sein. Wer sich nicht an diese Regel hält und mit einem Guckloch fährt, kann von der Polizei angehalten und mit einem Bußgeld von zehn Euro belegt werden. Wenn es aufgrund der Sichtbehinderung zu einem Unfall kommt, werden die Kosten deutlich höher, zumal immer die Gefahr einer Mitschuld besteht, selbst wenn man den Unfall nicht selbst verursacht hat.

Wer nur mit einem Guckloch fährt, verstößt gegen das Gesetz. Foto: dpp-Autoreporter.
Wer nur mit einem Guckloch fährt, verstößt gegen das Gesetz. Foto: dpp-Autoreporter.

Eine Unsitte an kalten Wintermorgen ist leider immer wieder zu beobachten: Viele Autofahrer starten zunächst den Motor, bevor sie daran gehen, Schnee und Eis zu entfernen. Über mehrere Minuten läuft das Auto im Leerlauf. Das ist nicht nur geräuschvoll, sondern auch umweltschädlich. Und es bringt überhaupt nichts. Das Innere des Wagens wird dadurch nicht schneller warm und die Scheiben nicht schneller frei. Zudem ist es auch gegen das Gesetz. Das Entfernen von Eis und Schnee genügt aber nicht, wenn es über Nacht viel Neuschnee gab. Schnee auf der Motorhaube und auf dem Autodach kann sich während der Fahrt lösen und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen. Deswegen muss auch er vor Antritt der Fahrt beseitigt werden.

Wenn man die Fahrt angetreten hat, empfiehlt es sich, auf geeigneter Strecke bei geringer Geschwindigkeit eine Bremsprobe zu machen. So kann man ein Gefühl für die Straßenverhältnisse bekommen. Sollte der Wagen schlingern, heißt es für den Rest der Fahrt, dass man vor Kurven und Brücken rechtzeitig das Tempo vermindert und abrupte Brems- und Beschleunigungsmanöver sowie plötzliche Lenkbewegungen vermeidet. Zu bedenken ist ebenfalls, dass sich der Bremsweg bei Glätte verlängert. Deswegen ist ausreichender Abstand zum Vordermann wichtig.

Auf Abkürzungen durch Wohngebiete sollte man bei Schnee und Eis besser verzichten, denn Nebenstraßen werden, wenn überhaupt, erst sehr spät geräumt. Die Fahrt über die Hauptstraßen, die als erstes vom Winterdienst bedient werden, ist da allemal die sicherere Option.

Und bei allen Wegen ist zu beachten: Vorausschauendes Fahren ist bei Schnee und Eis noch wichtiger als sonst. Auch auf geräumten Straßen ist Vorsicht angesagt, denn es kann sich immer wieder eine Eisschicht bilden.

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