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Home Sonderthemen Komplett Universitätsstandort mit Strahlkraft
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20:15 29.10.2020
INNOVATIONSTREIBER IM LÄNDLICHEN RAUM: Die Aula der Universität steht inmitten der Göttinger Altstadt. Die Geschäftsführer Dr. Frank Harms und Martin Christ nehmen den Inovationspreis des Landkreises Göttingen für die Christ-Sigma-Gruppe entgegen. Prämiert wurde der LyoShuttle. Der kleine Roboter füllt Gefriertrockner vollautomatisch unter sterilen Bedingungen mit bis zu 100.000 kleinen Glasflaschen. Göttingen Tourismus e.V.

Die Georg-August-Universität genießt Weltruhm in den Naturwissenschaften und behauptet sich in der Wissenschaftslandschaft in den internationalen Rankings als deutsche Spitzenuniversität. 2007 wurde sie Teil der Exzellenz-Initiative der Bundesregierung. Rund um die Universität hat sich eine vielschichtige Forschungslandschaft entwickelt: Fünf Max-Planck-Institute, das Primatenzentrum der Leibniz-Gemeinschaft, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Teil der Helmholtz-Gemeinschaft sowie das Fraunhofer Anwendungszentrum für Plasma und Photonik schaffen ein internationales Umfeld für Innovationen. Darüber hinaus gibt es seit 1974 die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen. Eine Berufsakademie, die Private Fachhochschule Göttingen sowie die Verwaltungs- und Wirtschafts- Akademie Göttingen komplettieren das Bild des Wissenschaftsstandortes. Medizinische Forschung, Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik sind eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt. Rund ein Viertel aller Arbeitsplätze hängen mit dem Gesundheits- und Sozialwesen zusammen.

Geographisch betrachtet liegt Göttingen knapp neben dem errechneten Mittelpunkt der Bundesrepublik. Diese Lage ist es, die für Göttingen ein unschlagbarer Standortvorteil ist, vor allem für die Logistikbranche.

Bis Ende September registrierte die Agentur für Arbeit 2738 offene Stellen in Stadt und Landkreis Göttingen. Die Sprecherin der Agentur für Arbeit Göttingen, Christine Gudd, resümiert, dass der Bestand an offenen Stellen im Jahresdurchschnitt bis einschließlich 2019 regelmäßig angestiegen sei. Für diese Entwicklung nennt sie zwei Ursachen: Zum einen melden Betriebe einen wachsenden Personalbedarf, nicht zuletzt auch aufgrund demografischer Entwicklungen. Zum anderen sei der wachsende Bestand an offenen Stellen auch dem Umstand geschuldet, dass es schwieriger geworden sei, offene Stellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Das gilt auch und vor allemin Zeiten von Corona.

In Göttingen haben international tätige Unternehmen ihr Headquarter oder große Standorte wie der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, das Messtechnik-Unternehmen Mahr, der Logistiker Zufall, das IT-Unternehmen Sycor oder der Aluminiumverarbeiter Novelis. In der Region Südniedersachsen finden sich darüber hinaus mit dem Medizintechnikunternehmen Ottobock und dem Pflanzenzüchtungs- und Biotechnologie-Unternehmen KWS Saat zwei weitere international tätige Familienunternehmen mit Strahlkraft. VON KATJA MÜLLER

Arbeitsmarkt Göttingen

Größte Industriebetriebe (Mitarbeiter am Standort) Quelle: IHK Hannover, 2018

1. Sartorius, Göttingen: 2.800 (Pharma-/Laborzulieferer)
2. Otto Bock, Duderstadt: 1.600 (Orthopädietechnik)
3. Mahr, Göttingen: 800 (Messtechnik)

Größte Dienstleister (Mitarbeiter am Standort) Quelle: IHK Hannover, 2018
1. Universität Göttingen, -Medizin, zahlr. Institute : 16.000
2. Otto Bock, Duderstadt: 800
3. Sparkasse Göttingen: 670

Top- 3-Branchen (Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter im Landkreis Göttingen) Quelle: Landesamt für Statistik, 2018

1. Gesundheits- und Sozialwesen: 29.702 Beschäftigte
2. Verarbeitendes Gewerbe: 25.066 Beschäftigte
3. Handel, Instandhaltung und Reparatur von KfZ: 17.086 Beschäftigte

Magnet und Anker zugleich

Mit Marc Diederich (37) hat im Oktober ein neuer Geschäftsführer bei der Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH seine Arbeitaufgenommen. Er erklärt, warum die Region mehr ist als ein Unistandort.

AN DER SCHNITTSTELLE ZWISCHEN WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT: Marc Diederich, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH. Christina Hinzmann
AN DER SCHNITTSTELLE ZWISCHEN WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT: Marc Diederich, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH. Christina Hinzmann

Was bieten Sie Unternehmen, die sich in der Region ansiedeln wollen?

Die Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH ist Schnittstelle, Impulsgeber und Koordinator für Unternehmen, Gemeinden und Institutionen. Mit unseren Dienstleistungen und Projekten unterstützen wir unternehmerisches Engagement zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region. Mit der „SNIC-Technologieberatung“ verfügen wir über die zentrale Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Mit „Startup“ und „Innovation Meetup Harz“ wollen wir auch in der Harzregion eine junge Gründer- und Vernetzungskultur schaffen. Beim Networking werden Gründer, Ideengeber oder Berater in lockerer Atmosphäre bei Getränken und Snacks zusammengebracht. Mit „komsis“ bieten wir auf unserer Webseite eine aktuelle Auswahl an Gewerbeflächen und -immobilien mit Standortinformationen zu allen Kommunen in unserem Landkreis. Auch der Breitbandausbau schreitet voran. Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres 95 Prozent der unterversorgten Gebiete mit schnellem Internet ausstatten können. Ein Highlight ist natürlich jedes Jahr die Verleihung des Innovationspreises des Landkreises Göttingen.

Warum ist die Region mehr als ein Universitätsstandort?

Wissenschaft und Forschung sind in unserer Region Magnet und Anker zugleich. Hoch qualifizierte Arbeitskräfte und gut ausgebildete Absolventen bilden das Rückgrat. Doch wir profitieren auch durch die zentrale Lage in Deutschland und die gute Verkehrsanbindung an das überörtliche Verkehrsnetz mit zwei Autobahnen und der ICE-Schnellbahntrasse. Nicht ohne Grund sind in den vergangenen Jahren die Logistikstandorte in und um Göttingen kräftig gewachsen. Unsere Region ist ein attraktiver Arbeits- und auch Lebensraum mit kulturellen Highlights und abwechslungsreicher Natur.

Wie unterstützen Sie Unternehmen bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen?

Bei uns finden die Betriebe die richtigen Ansprechpartner für zahlreiche Herausforderungen bei der Gewinnung von Nachwuchs und Fachkräften. Regional sind wir eingebunden im Fachkräftebündnis oder der Fachkräfte-Initiative für Niedersachsen. Dabei arbeiten wir mit an gezielten Gegenmaßnahmen und Handlungsfeldern, um künftigen Engpässen etwas entgegensetzen zu können. VON KATJA MÜLLER
               

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