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Home Sonderthemen Hannover Region Nord-West Zum Start der Rückserie gehen die TSV Neustadt temps Shooters auf Tuchfühlung zum Spitzenquartett
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11:01 10.01.2020
Die Sportler in Aktion: Rishi Kakad.

Der Blick auf die Tabelle lässt auch die größten Optimisten verwundert die Augen reiben. Zum Start der Rückserie stehen die TSV Neustadt temps Shooters in der 1. Regionalliga auf Platz fünf – auf Tuchfühlung zum Spitzenquartett und noch vor dem großen Aufstiegsfavoriten MTB Baskets Hannover.

„Dabei hatten wir doch eigentlich nur den Klassenerhalt als Ziel“, kann auch Headcoach Lars Buss alles noch nicht so recht glauben. Mit der Heimpartie am Sonnabend ab 19.30 Uhr gegen die WSG Königs Wusterhausen soll Teil zwei des Basketball-Märchens in Neustadt beginnen.


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Vor einem Jahr schafften die Shooters erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt. Da reagierte Manager Jan Gebauer. Aus dem damaligen Team, das mehr aus Einzelkönnern als aus Teamplayer bestand, dürften nur Rishi Kakad, Dyon Doekhi und Victor Bankole bleiben. Auch Trainer Allan Ray Smith stand auf der Abschussliste. Buss rutschte vom Co-Trainer- auf den Chefposten und bekam mit Carsten Göhlich seinen Wunsch-Co-Trainer. Zwei Neustädter Jungs, die schon in der Jugend für den TSV am Ball waren. „Unsere Ziele waren, ein junges Team an den Start zu schicken und die Zuschauer zu begeistern“, sagte der Manager.

Und diese Rechnung ging auf. Die jungen Shooters mit einem Altersdurchschnitt von knapp 22 Jahren mischten den Großteil der Liga auf. Die Fans waren begeistert – und dass obwohl die Neustädter in fremden Hallen sogar noch mehr überzeugten als im Shooters-Dome, wie sie die Heimhalle an der Bunsenstraße getauft haben.

Denn während in der Fremde sechs von sieben Partien an die Shooters gingen, gab es in den bisherigen fünf Heimspielen nur zwei Siege. „Das lag aber auch daran, dass wir mit Wolmirstedt, Eimsbüttel und Göttingen gegen alle Top-Drei-Teams schon zu Hause spielen mussten“, erklärt Buss.

Dafür überzeugten die Shooters mit ihrem Angriffsspiel. 1049 Punkte erzielten sie in ihren bisher zwölf Spielen. Kein anderes Team war so treffsicher. Die 100-Punkte- Marke in einem Spiel wurde von sieben Mannschaften bisher insgesamt zehn Mal geknackt. Den Shooters gelang das dabei dreimal.

Die Sportler in Aktion: Jan-Luca Köster.           Fotos (2): Matthias Abromeit
Die Sportler in Aktion: Jan-Luca Köster.           Fotos (2): Matthias Abromeit

„Eigentlich möchte ich, dass die Abwehr maximal 70 Punkte zulässt. Doch wenn ein Spiel dann 100:90 ausgeht, ist mir das auch Recht – vorausgesetzt wir machen die 100 Punkte“, sagt der Heachcoach. Die mit 989 Gegenpunkte, die drittmeisten in der Liga, nimmt er dann in Kauf.

Dass die neue Mannschaft intakt und in jeder Hinsicht auch ein Team ist, zeigt vor allem Rishi Kakad. „Er fühlt sich einfach wohl. Das sieht man an seinen Leistungen“, sagt Buss. Der Buzzerbeater, ein Dreier fast von der eigenen Grundlinie über das ganze Feld zum Siegtreffer in der allerletzten Sekunde, sorgte schon beim Sieg gegen die Nachbarn der MTB Baskets Hannover für Furore. Das Video von jenem Wurf war im Netz ein Hit. Doch auch die 43 Punkte von Kakad zuletzt beim 103:88- Sieg gegen den VfL Stade zeigte, wie wohl sich der fischgebackene Vater in Neustadt fühlt und wie wichtig er für das Team ist. Doch Brandon Lacey McLean, Abdulai Abaker, Dyon Doeki und Mamadou Diop Gaye gehören ebenso wie Kakad zu den Top 25 Scorern der Liga und sind neben den vielen Talenten im Team Garant für die Erfolge.

Die sollen auch in der Rückrunde kommen. „Theoretisch könnten wir auch noch absteigen“, sagt der Trainer. Aber so richtig glaubt er daran natürlich nicht. Vielmehr sollen die Fans, die im dritten Jahr in Folge mit durchschnittlich mehr als 500 Mann zu den Heimspielen strömen, auch nun mit Heimsiegen verwöhnt werden.

„Wir haben die richtigen Kracher zu Hause ja schon gehabt“, sagt der Trainer. Nun kommen die vermeintlich leichteren Gegner wie die WSG Königs Wusterhausen nach Neustadt. Da soll es endlich nicht nur tolle Spiele im Shooters-Dome geben, sondern auch tolle Siege.

„Die Marke temps Shooters hat sich mächtig entwickelt. Wir haben viele neue Sponsoren im Pool. Ohne die wären wir überhaupt nicht in der Lage, all das auf die Beine zu stellen. Ziel ist es, die nächsten Jahre auf diesem Level zu bestehen“, sagt Gebauer. Und Träume hat er auch. „Ich bin mir sicher, der Standort Neustadt würde in den nächsten Jahren noch viel mehr auf sich aufmerksam machen und Talente anziehen, wenn man einen Investor gewinnen könnte, der eine kleine Sporthalle für 600 bis 1000 Zuschauer hier vor Ort baut“, sagt Gebauer. „Dann könnten wir auch viel, viel mehr machen: Camps, Lehrgänge, mehr Trainingszeiten und damit den Basketball in der Stadt Neustadt noch weiter voranbringen“, so Gebauers Traum.
  

Heimspiele, Sporthalle der Leine Schule, Bunsenstraße

■ 11. Jan. 2020, 19.30: TSV Neustadt temps Shooters – WSG Königs Wusterhausen
■ 25. Jan. 2020, 19.30: TSV Neustadt temps Shooters – Red Devils Bramsche
■ 8. Feb. 2020, 19.30: TSV Neustadt temps Shooters – MTB Baskets Hannover/Langenhagen
■ 22. Feb. 2020, 19.30: TSV Neustadt temps Shooters – Weser Baskets Bremen
■ 7. März. 2020, 19.30: TSV Neustadt temps Shooters – TSG Bergedorf
■ 21. März. 2020, 19.30: TSV Neustadt temps Shooters – Aschersleben Tigers
■ 28. Jan. 2020, 19.30: TSV Neustadt temps Shooters – SC Rasta Vechta

Der Erfolg der Shooters spiegelt sich auch im Reserve-Team wider. Das hatte in der vergangenen Saison den Aufstieg in die 2. Regionalliga geschafft. Als Drittletzter steht der TSV Neustadt II zur Halbzeit zwar auf einem Abstiegsrang, doch der Trend zeigt nach oben. Der Klassenerhalt ist noch absolut möglich.

„Die Reserve ist unser Farmteam. Die jungen Talente sollen Spielzeit auf hohem Niveau sammeln“, sagt Manager Jan Gebauer. Vier, fünf erfahrene Spieler verstärken das Team. Dennoch liegt der Altersschnitt nur bei 23 Jahren. „In der Region ist es einmalig, dass ein Verein Teams in der 1. und 2. Regionalliga ein Team stellt. Vor vier Jahren hätte das auch bei uns niemand gedacht. Auch daran sieht man die tolle Entwicklung in der Basketballstadt Neustadt“, sagte Gebauer.


Wenn das Thema auf die Jugend kommt, gerät Manager Jan Gebauer ins Schwärmen. „Das ist das Sahnestück unserer Abteilung“, sagt er. Fünf Jugend-Teams hat der TSV Neustadt in den diversen Klassen im Bezirk gemeldet.

„Und vier davon sind in dieser Saison noch ungeschlagen“, sagt er nicht ohne Stolz. „Unser Konzept, auf gute Trainer zu setzen, die die Talente nach vorne bringen, geht auf“, sagt Gebauer.

In der U18-Bezirksklasse fertigte der TSV sogar den zweitplatzierten TKW Nienburg mit 79:44 ab. Justus Nitschke, Marten Weik und Bennet Hilger, die allesamt auch bei den zweiten Herren auflaufen, sind dort die Leistungsträger.

Die weibliche U16-Jugend spielt ebenfalls eine überragende Saison und liegt in der U16-Bezirksliga sogar vor dem Bundesliganachwuchs des TK Hannover. Ungeschlagen sind auch die U14 mixed und U12 mixed.

Einzig die männliche U16-Jugend steht mit bisher nur zwei Siegen aus fünf Spielen nur im Mittelfeld. „Aber dort spielen sehr viele U14-Jugendliche. Die werden sich noch weiter verbessern“, sagt Gebauer.

Das Angebot der Neustädter Basketballer ist allerdings noch größer. Seit wenigen Wochen gibt es ein U7-Training, in Schul-AGs an immerhin acht Schulen wollen Gebauer und Co den Basketball bekannt machen und fördern.

„Ich bin nun sogar in Gesprächen mit Kitas, um noch früher die Kids mit dem Basketball in Verbindung zu bringen“, sagte Gebauer.

Ziele hat er noch viel mehr. „Wir planen, in der nächsten Saison ein Jugendbundesliga-Team in die Qualifikation zu schicken. Wir haben einige Talente, die auf höchsten Level gefordert werden sollten. Ende März entscheiden wir, ob wir uns bewerben. Allerdings kostet so eine Saison in der JBBL kostet knapp 10 000 Euro. Auch dazu haben wir einen Jugendförderverein gegründet. Der sammelt Spenden und macht Aktionen, um Gelder für die komplette Jugend des TSV einzunehmen“, sagt Gebauer.

„Unsere Ziele, noch mehr Kinder zum Basketball zu holen und hochklassigen Basketball anzubieten, werden damit finanziert.“

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