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Home Sonderthemen Komplett Wieder zurück an der alten Wirkungsstätte: Semir Zan beim TSV Havelse
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11:42 21.09.2020
Neuzugang: Kevin Schumacher (links, im Testspiel gegen Ramlingens Hannes Müller) hat in seinen ersten Einsätzen einen sehr guten Eindruck hinterlassen.

Er ist quasi wieder heimgekehrt: Semir Zan hatte in der Jugend ab den C-Junioren seine Fußballschuhe für den TSV Havelse geschnürt und kickte bei den Erwachsenen unter den Trainern Volker Finke und Jürgen Stoffregen. Nun ist er wieder da, allerdings als Assistenztrainer von Chefcoach Jan Zimmermann. „Es ist toll, dass ich an alter Wirkungsstätte jungen Kickern den Fußball vermitteln kann, so wie es mir damals beigebracht wurde“, sagt der 47-Jährige.

Er hatte in der vergangenen Saison beim SC Hemmingen-Westerfeld aufgehört, nachdem er das Team fast aus der Kreisliga bis in die Oberliga geführt hatte. Zimmermann, der Zan seit Jahren kennt, sprach ihn an. „Wenn du mal etwas völlig anderes machen möchtest, hospitiere doch bei uns“, schlug der Trainer vor. Zan willigte ein. Nach dem Aus von A-Jugend-Trainer Stefan Gehrke übernahm er den Nachwuchs. Zur neuen Saison ist er zum zweiten Assistenten aufgestiegen, nachdem sich Sahin Kilic Richtung HSC Hannover verabschiedet hatte.

Co-Trainer Jens Jansen und Zimmermann kennen sich inzwischen seit vielen Jahren. Zan ist neu dabei. „Semir muss die Abläufe bei uns noch kennenlernen“, sagt Zimmermann. Als fünftes Rad am Wagen fühlt sich der Assistenztrainer aber keineswegs. Er möchte helfen, den Chef in seiner Doppelfunktion als Coach und sportlichen Leiter unterstützen und entlasten.

Ihm ist bewusst, dass Co-Trainer von Fußballspielern oft nicht so akzeptiert werden wie der Chef. „Das ist aber kein typisches Havelser Phänomen“, sagt Zan. Er will mit drei elementaren Tugenden die Spieler von sich und seinen Qualitäten überzeugen: „Man braucht eine hohe Fachkompetenz, hohe soziale Kompetenz und eine ausgeprägte Vermittlungskompetenz“, sagt er. „Was bringt es, alles über Fußball zu wissen, es aber nicht entsprechend vermitteln zu können?“ Er will Ansprechpartner sein für alle Akteure, wenn Bedarf besteht. „Sie können sich auch immer vertrauensvoll an mich wenden.“

Er sei in der Rolle des Co-Trainers im Vergleich zu den vorangegangenen Stationen „viel ruhiger geworden“. Auf die verminderte Verantwortung will er es nicht schieben. Denn so sieht er seine Tätigkeit nicht: „Ich bin zwar nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit. Aber ich will meinen Job dennoch gut machen. Ich bin genauso in der Verantwortung wie Jens und Jan. Wenn etwas nicht gelingt, hinterfrage ich mich natürlich auch, wie ich die Spieler noch besser hätte vorbereiten können.“


"Es ist toll, dass ich an alter Wirkungsstätte jungen Kickern den Fußball vermitteln kann."

Semir Zan, Assistenztrainer beim TSV Havelse


In den Trainingseinheiten befasst sich Zan viel mit Kleingruppen oder individuell mit kürzlich von Verletzungen genesenen Spielern. Er gibt besonders den jüngeren Spielern gerne wertvolle Tipps und motiviert sie, weiter zu kämpfen und am Ball zu bleiben. „Irgendwann bekommen sie ihre Chance in der Mannschaft“, sagt Zan. Es bedeutet ihm viel, ein enges Verhältnis aufzubauen. „Wenn die Jungs mir vertrauen, dann gebe ich mein letztes Hemd für sie“, sagt er.

Während Zimmermann und Jansen meist als Vorbereitung auf ein Spiel Videoanalysen vorbereiten uund dabei geschickt mit einem Schneideprogramm hantieren, fällt Zan bei den Spielen die Rolle des Gegnerbeobachters zu. „Ich schaue, ob das andere Team die Grundordnung ändert. Damit wir sofort reagieren können, gebe ich solche Infos direkt an Jan und Jens weiter. Da muss man auf Zack sein. Mir gefällt das“, sagt der in Hemmingen lebende verheiratete Vater zweier Kinder.

Er fühlt sich innerhalb der Mannschaft schon nach wenigen Wochen der Vorbereitung rundum wohl und betrachtet sich als „angekommen“. Allerdings habe sich dieses Gefühl mit Blick auf den Gesamtverein noch nicht eingestellt, was er auf die Corona-Pandemie schiebt. „Ich habe beispielsweise die tollen Fans noch nicht richtig kennenlernen können und einige ehrenamtliche Helfer auch noch nicht.“ Ob Zan, der in der Vergangenheit bei seinen Trainerstationen SV Ahlem, SG Letter 05, Fortuna Sachsenross und zuletzt Hemmingen diverse Aufstiege feierte, eines Tages wieder Lust verspürt, Cheftrainer zu werden, lässt er offen. „Ich befasse mich mit dem Gedanken gar nicht. Ich fühle mich in dieser – zunächst ungewohnten – Rolle sehr wohl.“


Der Kader des TSV Havelse

Tor: Alexander Rehberg, Antonio Brandt, Norman Quindt, Alexander Dlugaiczyk
Verteidigung: Marco Schleef, Jonas Sonnenberg, Niklas Teichgräber, Tobias Fölster, Denis Kina, Niklas Tasky, Torge Bremer
Mittelfeld: Max Kummer, Vico Meien, Deniz Cicek, Jannis Neugebauer, Leon Damer, Tim-Alexander Meier, Noah Plume, Julian Rufidis
Angriff: Fynn Lakenmacher, Julius Langfeld, Ilir Qela, Yannik Jaeschke, Nikos Elfert, Torben Engelking, Kevin Schumacher

Ab- und Zugänge

Abgänge: Max Radowski, Sascha Quast (beide TSV Krähenwinkel/Kaltenweide), David Lucic (SV Arminia Hannover)
Zugänge: Kevin Schumacher (SV Werder Bremen II), Max Kummer (Hannover 96 II), Norman Quindt (vereinslos), Jannis Neugebauer, Ilir Qela und Nikos Elfert (alle U19 TSV Havelse)

Die Mannschaft des TSV Havelse


Obere Reihe:
Tim-Alexander Meier, Max Kummer, Marco Schleef, Tobias Fölster, Niklas Tasky, Jonas Sonnenberg, Fynn Lakenmacher, Torge Bremer, Noah Plume, Jannis Neugebauer, Ilir Qela.

Mittlere Reihe:
Jan Zimmermann (Cheftrainer), Jens Jansen (Co-Trainer), Semir Zan (Co-Trainer), Marc Windhorn (Torwarttrainer), Vico Meien, Yannik Jaeschke, Julius Langfeld, Niklas Teichgräber, Wolfgang Lange (stellvertretender Geschäftsführer), Joachim Stutzer (Physiotherapeut), Daniel Rosenbusch (Teammanager), Kerstin Schneidereit (Teammanagerin), Josef Dikutz (Betreuer).

Untere Reihe:
Leon Damer, Kevin Schumacher, Torben Engelking, Norman Quindt, Antonio Brandt, Alexander Rehberg, Alexander Dlugaiczyk, Denis Kina, Deniz Cicek, Nikos Elfert.


TSV-Havelse-Saison 2020/21

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