Menü
Anmelden
Wetter Regenschauer
11°/7°Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover

Home Sonderthemen Komplett „Manchmal ist es unvernünftig“, so Daniel Rosenbusch vom TSV Havelse
Anzeige
11:19 21.09.2020
Reine Ehrensache: Daniel Rosenbusch (links), Kerstin Schneidereit und Matthias Limbach kümmern sich um viele Belange der Spieler und des Vereins – ehrenamtlich. Mark Bode

Sie werden oft vergessen. Doch das Team hinter dem Team kann genauso bedeutend sein wie die elf Akteure auf dem Feld. „Wir wollen dafür sorgen, dass sich die Spieler voll auf ihre 90 Minuten konzentrieren können“, sagt Matthias Limbach. Gemeinsam mit Kerstin Schneidereit und Daniel Rosenbusch kümmert er sich um die Belange hinter den Kulissen. Schneidereit und Rosenbusch waren seit 2016 bis zu diesem Sommer für die U19 des TSV im Einsatz. Auf Wunsch von Jan Zimmermann wurde der Stab für die Erste erweitert.

So sind Schneidereit, die sich um die Spieltagsvorbereitung kümmert, und Teammanager Rosenbusch schon früh zum Pokalendspiel nach Rehden gefahren, um dort in Ruhe sämtliche anfallende Dinge zu erledigen. Betritt die 33-Jährige die Kabine, ist sie in ihrem Element. „Da bin ich in meinem Tunnel“, sagt sie. Sie bereitet die Kabine so vor, dass sich die später ankommenden Spieler wohlfühlen, hängt die Trikots auf, bereitet die Trinkflaschen vor und verteilt das geschnittene Obst und andere Stärkungen. „Wenn die Spieler dann reinkommen, kann ich nichts mehr machen. Dann bin ich der ruhende Pol, der keine Hektik reinbringen will“, sagt Schneidereit. Dabei sieht es in ihr ganz anders aus: „Ich bin sehr angespannt. Aber ich versuche, immer gelassen zu wirken.

marketwing

Sie wissen genau, welcher Spieler welche Klamotten benötigt, bei wem die Stutzen eingeschnitten sind und welche Größe sie haben müssen. „Wenn sie mal nicht da ist, bekomme ich eine lange Liste von ihr. Sie hat sämtliche Dinge im Kopf“, sagt Rosenbusch. „Zum Glück hat sie seit 2016 nur zwei Spiele mal verpasst“, ergänzt der 33-Jährige lachend. Nach dem Pokalerfolg beim BSV mussten in der Kabine auch Schneidereit und Rosenbusch Bierduschen über sich ergehen lassen. Glimpflich kam hingegen Limbach davon. „Ein Glück, denn ich hatte keine Ersatzklamotten dabei“, sagt der Geschäftsführer der Dr. Buhmann Schule. „Vielleicht glaubten ein paar Jungs, die bei mir in der Schule sind, dass sie sich mir gegenüber gut benehmen müssen“, sagt Limbach lachend. Das sei allerdings nicht erforderlich: „Ich kann Beruf und Privates gut trennen“, sagt er.

Limbach kümmert sich als organisatorischer Leiter um viele administrative Dinge, die Jan Zimmermann als Cheftrainer und sportlicher Leiter nicht auch noch erledigen kann. Dazu zählt unter anderem die Koordination auf der Geschäftsstelle, der Austausch mit Sponsoren sowie Verbandsarbeit. Für ihn ist mit Spielbeginn die ehrenamtliche Tätigkeit erledigt, und er kann sich auf der Tribüne zurücklehnen. Theoretisch. Doch Limbach, der vor seiner Tätigkeit in Havelse, die 2012 begann, acht Jahre lang Trainer bei der SV Arnum gewesen war, ist emotional zu sehr mit dem Verein verbandelt, als dass er das Spiel wie ein Unbeteiligter verfolgen könne. Auch in ihm brodelt es während der 90 Minuten. Rosenbusch ist ebenfalls emotional bei der Sache. Schließlich sind alle drei eng an der Mannschaft dran. Rosenbusch, der Limbach aus seiner Zeit in Arnum kennt, kümmert sich um den Online-Spielbericht, stimmt die Trikotfarbe mit dem Gegner ab, organisiert Busse für Auswärtsfahrten und viele weitere Dinge.

Wenn einer der Beteiligten aus privaten oder beruflichen Gründen nicht kann, springen die anderen ein. Gerade Limbach ist beruflich öfter unterwegs. „Ich stimme mich mit Daniel immer sehr gut ab“, sagt er. Für alle drei ist dieses Ehrenamt eine besondere Herausforderung, das alle gerne ausführen. Rosenbusch ist stellvertretender Oberingenieur am Maschinenbauinstitut der Universität in Garbsen. Schneidereit ist Steuerfachangestellte, die gerade eine Weiterbildung zur Steuerfachwirtin absolviert. „Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Stunden wir pro Woche aufbringen“, sagt Rosenbusch. „Es ist extrem viel Zeit und es macht natürlich nicht immer Spaß. Aber ich bringe mich gerne ein“, sagt er. „Manchmal ist es schon unvernünftig, wie viel Zeit man aufbringt. Aber solange das Pendel insgesamt in die richtige Richtung ausschlägt, haben wir Spaß daran“, ergänzt Limbach.


Auf dem Stadiongelände gilt Maskenpflicht

Nur für Dauerkartenbesitzer: Für die Heimspiele im Wilhelm-Langrehr-Stadion werden vorerst keine Tageskarten verkauft. Anke Lütjens
Nur für Dauerkartenbesitzer: Für die Heimspiele im Wilhelm-Langrehr-Stadion werden vorerst keine Tageskarten verkauft. Anke Lütjens

Es läuft in dieser Saison alles ein wenig anders. Rassige Spiele wird es im Wilhelm-Langrehr-Stadion garantiert auch in der kürzlich gestarteten Spielzeit geben. Doch am Spielfeldrand und auf den Tribünen müssen sich die Besucher auf einige Veränderungen einstellen.

Das beginnt damit, dass es bis auf Weiteres keine Tageskarten für die Heimbegegnungen des TSV Havelse geben wird. „Wir bieten nur Dauerkarten an“, kündigt Geschäftsstellenmitarbeiter Fabian Ullrich an. Das begründet er damit, dass beim Erwerb alle ihre persönlichen Daten hinterlegen müssen. Es sei zu umständlich und langwierig, an der Tageskasse von allen Besuchern die Daten zu erfassen. Dieses ist erforderlich, um im Falle einer Covid-19-Erkrankung eines Besuchers die nötigen Informationen an das Gesundheitsamt weiterleiten zu können. Karten für die Saison kosten 80 Euro für Erwachsene, ermäßigt sind es 60 Euro.

Die Besucher erhalten eine Karte für die Hannover-Airport-Tribüne – also die Gegengerade. Dort befinden sich eigentlich nur Stehplätze, doch alle Besucher müssen sich hinsetzen. Die Zuschauer werden in Blöcken von bis zu zehn Personen zusammengefasst, sofern möglich. Die Haupttribüne wird für einige VIP-Gäste und Pressevertreter zugänglich sein. Zudem wird der VIP-Raum geöffnet werden. Allerdings ist die Anzahl an zeitgleichen Besuchern dort begrenzt.

Auf dem gesamten Areal des Wilhelm-Langrehr-Stadions, in dem es getrennte Ein- und Ausgänge geben wird, gilt eine Maskenpflicht. Einzig nach Einnahme des Sitzplatzes dürfen die Besucher ihren Mund-Nasen-Schutz abnehmen. Der TSV appelliert zudem an die Vernunft aller Fans, sich ordnungsgemäß zu verhalten und nicht vom Hausrecht Gebrauch machen zu müssen

3
/
3
Datenschutz