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13:29 29.12.2021
Gruppenbild der Bruchmeister aus dem Jahr 2018 vor dem Rathaus. Foto: Ulli Stamm

Sie sind nicht aus dem hannoverschen Stadtbild wegzudenken. Und zwar schon gar nicht während der Zeit, in der das größte Schützenfest der Welt gefeiert wird. Denn dann sind die vier jungen Männer in den schwarzen Anzügen und mit einem schwarzen Zylinder mit einem Kleeblatt darauf nicht zu übersehen. Bereits seit 1825 führen die Bruchmeister die vier Züge beim Schützenausmarsch mit ihren vier Standarten in den Farben Weiß, Rot, Gelb und Grün an. Und auf den Tag genau vor 60 Jahren wurde das Collegium ehemaliger Bruchmeister e. V. der Hauptstadt Hannover gegründet.

Dabei begann die Geschichte des Collegiums mit einem traurigen Anlass. Als der erste niedersächsische Ministerpräsident Hinrich-Wilhelm Kopf am 28. Dezember 1961 beerdigt wurde, bildeten die Bruchmeister mit den städtischen Standarten einen würdigen Rahmen. Am Abend dieses Tages wurde – so ist es im Protokoll nachzulesen – ein „Stammtisch ehemaliger Bruchmeister“ als Gemeinschaft gegründet, die später den Namen: Collegium ehemaliger Bruchmeister e. V. der Hauptstadt Hannover annahm.

Seitdem halten die ehemaligen Bruchmeister die stolze Tradition ihres Amtes hoch, für das Jahr für Jahr vier ledige junge Männer aus einem der Schützenvereine Hannovers verpflichtet werden. Doch die Wurzeln liegen noch viel weiter in der Vergangenheit. Bereits 1303 wurden die Bruchmeister erstmals urkundlich erwähnt, deren Name sich vom mittelniederdeutschen „Broke“ für Geldstrafe ableitet. Sie wurden ernannt, um zum Beispiel bei Festlichkeiten die Aufrechterhaltung der Ordnungen zu überwachen. Bereits aus dem 14. Jahrhundert wird berichtet, dass die hannoverschen Bürger über die Fahnen in den vier Farben, die noch heute die Standarten der Bruchmeister zieren, im Gefahrenfall zu Hilfe gerufen wurden.

Heute sind die Bruchmeister noch immer auf dem Schützenfest präsent – wobei sie inzwischen vornehmlich repräsentative Aufgaben haben. Aber ihr Engagement für die Stadt geht noch weit über das Schützenfest hinaus: Das Collegium führt Stadtführungen durch – zu Fuß oder gerne auch einmal mit dem Segway – und sieht sich als Bewahrer des hannoverschen „Nationalgetränks“ Lüttje Lage – und führt seit 2014 auch wieder das Papageienschießen auf dem Schützenplatz durch, aus dem 1529 das Schützenfest entstanden ist. Viele gute Gründe also, um dem Collegium zum 60. Geburtstag zu gratulieren!

Registereintrag der ersten Bruchmeister von 1303


Als „städtische Beamte“ sind die im Jahre 1303 erwähnten Ordnungsherren „Magistris Discipline“, die für Aufrechterhaltung der Ordnung bei Festlichkeiten zu sorgen hatten, verzeichnet. Sie sind im ersten Bürgerbuch der Stadt Hannover erwähnt: Gysecone de Lubeke, Hermano de Rintelen, Ludolfo Luceken und Henrico Seldenbut sind also die ersten Bruchmeister der Stadt Hannover.

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