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Home Sonderthemen Hannover Stadt Nord Corona-Pandemie: Bestatter stehen gleich mehrfach unter großem Druck, so Torsten Jöcks aus Hannover
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13:17 28.01.2021
Torsten Jöcks überprüft kurz vor dem Beginn einer Trauerfeier noch einmal, ob alle Wünsche der Angehörigen – beziehungsweise des Verstorbenen – erfüllt wurden.

Trauer und Verlust sind an sich schon schwere Bürden, die Angehörige und Freunde zu tragen haben. Wenn dann auch noch eine Pandemie wie die rund um das Corona-Virus dazukommt, dann geht die Belastung für die Trauernden schon ins schier Unmenschliche. Keine Umarmungen, keine Nähe, nur begrenzte Anzahl an Angehörigen und Freunden, die an der Trauerfeier teilnehmen dürfen.

All diese Situationen kennt Torsten Jöcks, Fachgeprüfter Bestatter und Thanatopraktiker des gleichnamigen Unternehmens nur zu gut: „Es ist oftmals wirklich ein Kreuz, dass die Angehörigen zu tragen haben. Wir versuchen so gut es geht, den Trauernden zu helfen, aber auch uns sind durch die Verordnungen und Vorgaben nicht selten die Hände gebunden.“

Gerade jetzt ist Tradition wichtig

Für Torsten Jöcks ist es deshalb wichtig, dass sich beim Trauergespräch, und natürlich auch während der Trauerfeier, die Angehörigen auf Bewährtes und Traditionelles verlassen können.

„Nichts ist für die Trauernden belastender, als ungewöhnliche Abläufe. Die Belastung für die Angehörigen ist eh schon immens hoch und wird durch die notwendigen Corona-Maßnahmen noch verschärft. Deshalb setze ich, aber auch die meisten meiner Berufskollegen auf bewährte Abläufe.“

Er stehe dazu, dass ein Bestatter einen schwarzen Anzug trägt, die Sargträger einen Zylinder aufsetzen und auch sonst die Etikette gewahrt wird.

„Es geht um den Schutz der Lebenden“

Für Torsten Jöcks ist es aktuell vorrangig wichtig, seine Mitarbeiter und Kunden, zudem Angehörige, zu schützen. Materialeinsatz und Organisationsaufwand seien immens.

„Bei jedem Arbeitsschritt bemühten wir uns darum, nicht zu Superspreadern, also zu einem menschlichen Hotspot, zu einem Corona-Virus-Verbreiter, zu werden. „Leider fehlt dabei oft die Rückendeckung von Ämtern und Gesetzgebern, wenn wir von Klinik zu Klinik, von Altenheim zu Altenheim oder von Hospiz zu Hospiz fahren, um die Verstorbenen abzuholen.“

Der Corona-Alltag eines Bestatters berge aktuell viele Gefahren. Er beinhalte viele Kontakte, die eigentlich zu vermeiden sein sollten, im Falle des Todes eines Menschen aber nicht zu vermeiden sind. „Zumal mit dem Tod eines Covid-Patienten das Virus in dessen Körper nicht inaktiv wird. „Sars-CoV-2 ist am Toten bis zu 20 Tage infektiös“, sagt Torsten Jöcks. Denn ein Verstorbener atme zwar keine Aerosole mehr aus, „aber bei jeder Bewegung des Leichnams, jeder Umlagerung, kann noch Luft aus der Lunge über Nase und Mund austreten, und damit das gefährliche Virus verbreiten.“

Bestatter sind de facto systemrelevant

Torsten Jöcks ist nicht alleine mit seiner Meinung, wenn er sagt: „Bestatter sind systemrelevant!“ Leider finde diese Tatsache nur selten die gebührende Achtung. „Wir sind der Gefahr direkt ausgesetzt, werden aber nicht früher geimpft.“ Kein Bestatter wolle Hochbetagten oder Pflegenden die Impfdosis streitig machen, aber er sehe seine Berufssparte in einem Atemzug mit der Polizei und Feuerwehr. Durch die Festlegung von Altersstufen, wann wer geimpft wird, wird es auch bei den Bestattern große zeitliche Unterschiede geben.

Abholung des Leichnams unter strengen Vorgaben

Bis alle Bestatter geimpft wurden, hoffen er und seine Berufskollegen, dass bei Todesfällen in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen nach Möglichkeit sogenannte Bergehüllen zur Verfügung gestellt werden. Das sind mannsgroße Hüllen aus fester Folie mit Reißverschluss und Tragelaschen. So können bereits Krankenschwestern und Pfleger in ihrer Schutzausrüstung den Verstorbenen dort hinein umbetten. Und: Der infektiöse Leichnam wird nicht offen durch die Klinikflure geschoben.

Zur Abholung kommen dann die Bestatter in die Einrichtungen, nachdem bei ihnen ein Schnelltest durchgeführt wurde. Sie tragen zum Fremd- und Eigenschutz eine umfangreiche Schutzausrüstung: FFP2-Maske, Visier, Einwegkittel, Einwegschürze, Ärmelschoner, Überschuhe und bis zu drei Lagen Einweg-Handschuhe - nicht aus dem gängigen Latex, sondern aus weniger porösem Nitril.

Keine „offene“ Abschiednahme

Eine offene Abschiednahme ist bei Corona-Verstorbenen nicht möglich. „Die Gefahr ist einfach zu groß“, sagt Torsten Jöcks. Den Wunsch der Angehörigen kann der Bestatter jedoch nachvollziehen, denn schließlich hätten sie den Verstorbenen oft wochenlang nicht mehr gesehen.“

Da viele Corona-Infizierte keine Symptome zeigen, ist es nach Aussage von Torsten Jöcks fahrlässig, „wenn wir als Bestatter uns anstecken und anschließend weiter in Krankenhäuser, Hospize und Seniorenheime gehen.“


Bewusst Essen – saisonal einkaufen

Die große Auswahl im Supermarkt kann oft verführerisch sein.
Die große Auswahl im Supermarkt kann oft verführerisch sein.

Tomaten im Winter oder Äpfel im Frühsommer. Im Supermarkt lassen sich heutzutage fast alle Lebensmittel zu jeder Jahreszeit kaufen. Doch außersaisonale Produkte müssen importiert werden und oft über tausende Kilometer transportiert werden. Das belastet die Umwelt und zeigt, dass gutes Essen nicht nur eine Sache des Geschmacks ist, sondern auch das Klima angeht.

Doch lässt sich dieses Problem sehr einfach lösen. Statt ganzjährlich jegliche Lebensmittel zu essen, kann man saisonal einkaufen. Das heißt zum Beispiel: Kürbisse, Äpfel und Birnen vor allem im Herbst und Winter, Tomaten von Frühling bis Spätherbst und Beeren im Sommer.

Da man bei der Anzahl der vielen verschiedenen Lebensmittel schnell den Überblick verlieren kann, gibt es Saisonkalender, die sehr deutlich auflisten, wann ein bestimmtes Produkt in der Saison ist. Man kann Saisonkalender im Internet finden, sie ausdrucken und vor dem Einkauf einen Blick darauf werfen.

Mit saisonalen Einkäufen hilft man nicht nur der Umwelt. Ebenso werden regionale Lebensmittelerzeuger wirtschaftlich gestärkt. Diese sind mit Sicherheit dankbar, dass ihre Produkte gut ankommen.
                            

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