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15:33 20.09.2021
Grabmale erzählen von Verstorbenen, ohne dass ein Wort gesprochen werden müsste. Fotos: Pixelio.de, Miss-Hunter, Michael Lucan

Ins Leben gerufen wurde der „Tag des Friedhofs“ 2001 vom Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e. V. gemeinsam mit den bundesweit tätigen Friedhofsgärtnern, Steinmetzen, Bestattern, Floristen, den Städten und Kommunen sowie Religionsgemeinschaften und Vereinen. Seit dieser Zeit hat sich der Tag zu einem vielbeachteten Aktionstag rund um den Friedhof entwickelt. In diesem Jahr findet der Tag des Friedhofs am 18. und 19. September unter dem Motto „Natürlich erinnern“ statt.

Den Tod enttabuisieren

An den zwei Tagen am Samstag und Sonntag soll die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, als Ort der Trauerbewältigung, aber auch als Erholungs- und Lebensraum den Menschen nähergebracht werden. Und er soll auch ein Beitrag sein, um den Umgang mit Tod und Trauer zu enttabuisieren. Friedhöfe sind weit mehr, als die Menschen es glauben. Sie sind ein Teil des Städte- und Gemeindelebens. Natürlich sind sie ein Ort der Trauer und der Platz, an dem man seine verstorbenen Angehörigen und Freunde findet.

Ein Friedhof ist aber auch ein Ort der Ruhe, der Erinnerung, ein Platz, um im hektischen Leben Entschleunigung zu finden. Friedhöfe sind immer eine grüne Oase. Besonders in großen Städten bieten Friedhöfe ein grünes und ruhiges Szenario, um innezuhalten, um dann mit neuer Kraft ins quirlige Leben zu gehen. Friedhöfe sind aber auch immer schon ein Ort für Kunst und Kultur gewesen und sie sind ein wichtiger Aspekt, der die Lokalgeschichte mit den Menschen, die dort lebten, widerspiegelt.

Grüner Kulturraum

Auf Friedhöfen kann man nicht nur trauern und Trost finden. Sie bieten vielmehr auch Ruhe und Raum zum Entspannen. Hier können Menschen Hoffnung schöpfen und auch neuen Mut gewinnen. Trauernde finden hier einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um in der Stille des Friedhofs mit ihnen im Zwiegespräch verbunden zu bleiben.


Der Umgang mit Blumen und Pflanzen hilft, die Trauer besser zu verarbeiten. Der Aufenthalt im „Grünen Kulturraum Friedhof“ unterstützt dabei, die „Seele baumeln“ zu lassen.

Was steckt hinter dem Motto? Die Menschen denken bei einem Friedhof zuerst an einen Ort der Stille und Erinnerung. Doch ein Friedhof ist auch ein Ort der Begegnung mit Gesprächen und es wird auch gelacht und sich an Schönes erinnert. Auf vielen Friedhöfen finden Veranstaltungen statt oder sie werden als außerschulische Lernorte von Schülerinnen und Schülern genutzt. Dazu haben Friedhöfe eine große Bedeutung für Tiere und Pflanzen. Sie tragen maßgeblich zur Erhaltung ihres Lebensraumes bei. Dazu ist der Friedhof ein wichtiger Aspekt zur Erhaltung der Natur vor allem in Städten. Friedhöfe wandeln ich zu Orten der Nachhaltigkeit, die immer mehr ressourcenschonend und zukunftsorientiert bewirtschaftet werden. Auf diese Vielfalt soll der Tag des Friedhofes hinweisen.

Das Ziel des Mottos ist auch, dass die ältere Generation, deren Kinder und Enkelkinder den Friedhof nicht nur als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte sehen, sondern als grüne Oase begreifen, der die Natur in großen Städten erhält.

Kleine Kunstwerke

Friedhofsgärtner verwandeln so manches Grab zu einem kleinen Kunstwerk. Sie setzen mit kunstvoll und sehr individuelle gestalteten Bepflanzungen je nach Saison Akzente und pflegen die letzte Ruhestätte für die Angehörigen mit Fachverstand. Damit nehmen sie den Angehörigen viel Arbeit ab, denn ältere Angehörige sind oft nicht mehr so mobil und können das Grab deshalb nicht so pflegen, wie sie es gern möchten. Andere Familienangehörige leben weit weg und können sich nicht selbst um die Grabpflege kümmern. Gut, das es hier die Friedhofsgärtner gibt. Der Friedhofsgärtner kümmert sich um alles von der Herrichtung der Grabstätte nach einer Beisetzung, der Gestaltung und der Pflege des Grabes. Er sorgt für den Grabschmuck zu besonderen Gedenktagen bis zur Reinigung des Grabsteines, denn der Grabstein verrät etwas über das Leben des Verstorbenen ohne, dass auch nur ein Wort gesprochen wird. Die Symbole oder Bilder sind ein Zeichen der Verbundenheit zwischen den Hinterbliebenen und den Verstorbenen. In gemeinsamer Abstimmung mit den Angehörigen erschaffen die Steinmetze der Grabsteinhersteller individuelle Mahnmale für die Ewigkeit.

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