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Home Sonderthemen Komplett Der SV Ramlingen/Ehlershausen ist zurück in der Oberliga – und das völlig verdient
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13:02 31.07.2020
Ramlingens Hannes Müller schüttelt in dieser Szene seinen Gegenspieler Sven Reimann vom SV Bavenstedt so geschickt ab, dass dieser zu Boden fällt. Foto: Michael Plümer

Sie waren einfach mal dran. Das hatte man zwar schon in den Vorjahren immer wieder gesagt – regelmäßig gehörte der SV Ramlingen/Ehlershausen zu den Favoriten, wenn es um die Meisterschaft in der Landesliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga ging. Doch genauso regelmäßig, wie der RSE zum Kreis der Anwärter auf Platz eins genannt wurde, scheiterte er knapp. Von 2015 bis 2019 bedeutete Rang vier sogar die schlechteste Platzierung. Teilweise hatten die Ramlinger auf dramatische Weise das Nachsehen und mussten der Konkurrenz den Sprung in die Oberliga überlassen. In der Saison 2019/2020 hat es dann endlich geklappt.

„Wir dürfen guten Gewissens behaupten, dass unser Aufstieg verdient war. Das haben wir auch gemerkt angesichts der Gratulationen, die uns ereilt haben“, sagt Kurt Becker, Sportlicher Leiter beim RSE. Unter ihm als Trainer gab es im Juni 2011 das bislang letzte Spiel des SV Ramlingen/Ehlershausen in der Oberliga. Die Sehnsucht, in diese Spielklasse zurückzukehren, trugen sie am Akazienweg demnach neun Jahre mit sich herum.

Freunde, Förderer und Sponsoren gratulieren zum Aufstieg!

Bis Mitte März lag der RSE deutlich und souverän an der Spitze der Landesliga, die Konkurrenz auf den weiteren Tabellenplätzen war bereits um mindestens zwölf Punkte distanziert. Und doch mussten die Ramlinger plötzlich zittern – als die Corona-Pandemie begann und die Saison unterbrach. Weil zu den möglichen Szenarien des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) auch ein Abbruch der Saison inklusive der Annullierung der Tabellenstände gehörte, machte sich ein wenig Angst breit: Mit einem Bein zurück in der Oberliga und dann verhindert Corona die Erfüllung eines langersehnten Wunschs?


"Wir dürfen guten Gewissens behaupten, dass unser Aufstieg verdient war. Das haben wir auch gemerkt angesichts der Gratulationen, die uns ereilt haben."

Kurt Becker, Sportlicher Leiter beim RSE


Nun, so weit kam es nicht. Ende Juni brach der NFV die Saison ab, die erzielten Punkte kamen in die Wertung – und die Mannschaft von Trainer Philipp Gasde durfte endlich jubeln. Apropos Jubel: Der war beim RSE vorhanden, fiel aber etwas verhaltener aus. „Natürlich hätten wir gern eine komplette Saison mit 30 Spielen absolviert und dann Ende Mai eine große Aufstiegsfeier gemacht“, sagt Kurt Becker. Dennoch: „Wir freuen uns riesig.“
 

Georgios Firiaridis (von links), Mitchell Jordan und Bülent Durduran beglückwünschen Louis Engelbrecht zu einem seiner zwölf Saisontore. Foto: Debbie Jayne Kinsey
Georgios Firiaridis (von links), Mitchell Jordan und Bülent Durduran beglückwünschen Louis Engelbrecht zu einem seiner zwölf Saisontore. Foto: Debbie Jayne Kinsey

Die nackten Zahlen sprechen ohnehin für sich. 18 Partien konnten die Ramlinger austragen, davon gewannen sie 14. Nur dreimal gingen sie als Verlierer vom Platz. Lediglich neun Gegentore gestattete Gasdes Team der Konkurrenz. In der Tat also, der Aufstieg ist verdient – und Becker untermauert dies noch mit einem weiteren Aspekt. „Wir habe die Liga dominiert und alle Spiele gegen unsere direkten Mitkonkurrenten gewonnen.“

Rückblickend, meint der Sportliche Leiter, habe man im vergangenen Sommer viel richtig gemacht. „Die Mannschaft, die wir zusammengestellt haben, ist sehr homogen. Mit Philipp Gasde als Chefcoach, Peter Müller als Co-Trainer und Torwarttrainer Martin Kunka haben wir ein tolles Team, das eine super Arbeit geleistet hat und die Basis des Erfolgs ist.“ Selbstredend, dass der RSE mit diesem Trio weitermacht. Und nicht nur mit ihm. „Wir werden unseren Kader nur leicht verändern und glauben, dass wir für die Oberliga gut aufgestellt sind“, sagt Becker. Jetzt geht es darum, in der Oberliga die Klasse zu halten – nach jahrelangem Anlauf, um in diese Klasse zurückzukehren, hätten sie sich das ebenfalls verdient. SH 

Das war der Aufstiegskader – und so verändert er sich

Tor
- Marcel Maluck
- Blazej Gajda
- Tim Liam Freund

Abwehr
- Christopher Weindl
- Timo Gieseking
- Philipp Wagner
- Dennis Yeboah
- Hannes Müller
- Bülent Durduran
- Jan Reuter
- Hüseyin Yüksel

Mittelfeld
- Johannes Lübow
- Steffen von Pless
- Marvin Omelan
- Mitchell Jordan
- Melvin Meyer
- Maximilian König
- Finn Clausen
- Paul Dietrich
- Jan Spies

Angriff
- Louis Engelbrecht
- Georgios Firiaridis
- Marvin Strohschänk
- Can Gökdemir
- Bangin Bakir
- Björn Masur

Trainer und Verantwortliche
- Chefcoach: Philipp Gasde
- Co-Trainer: Peter Müller
- Torwarttrainer: Martin Kunka
- Betreuer: Uwe Müller
- Physiotherapeut: Tolge Steinmeier
- Teammanagerin: Maren Scharlemann
- Sportlicher Leiter: Kurt Becker

Änderungen zur Saison 2020/2021

Zugänge
- Illias Papadopoulos (1. FC Wunstorf)
- Lasse Neubert (1. FC Wunstorf)
- Marcos Pappas (eigene Jugend)
- Jonas Haeber (eigene Jugend)

Abgänge
- Rafael Hotes (1. FC Wunstorf)
- Jan Spies (Heeßeler SV)
- Paul Dietrich (Heeßeler SV)
- Philipp Wagner (Niedersachsen Döhren)
- Finn Clausen (eigene U23)
- Marvin Strohschänk (Studium im Ausland)
- Jan Reuter (TSV Godshorn)

Endlich Oberliga – das erwartet den RSE in der neuen Saison

Die Männer des SV Ramlingen/Ehlershausen feiern in der Kabine einen ihrer zahlreichen Siege in der Saison 2019/2020. Foto: privat
Die Männer des SV Ramlingen/Ehlershausen feiern in der Kabine einen ihrer zahlreichen Siege in der Saison 2019/2020. Foto: privat

Neun Jahre nach dem Abstieg aus der Oberliga ist der SV Ramlingen/Ehlershausen zurück in dieser Spielklasse – die sich zur neuen Saison verändert. Die höchste Liga unter dem Dach des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) wurde vom NFV in zwei regionale Staffeln eingeteilt. In der Gruppe Nord messen sich zehn Teams aus den Bezirken Lüneburg und Weser-Ems. Zur Staffel Süd gehören die Mannschaften aus den Bezirken Braunschweig und Hannover – mit dabei ist dort der RSE. Einziger Wermutstropfen: Das Nachbarschaftsduell gegen den MTV Eintracht Celle wird es nicht geben. Denn irgendwo muss eine Trennlinie gezogen werden – in diesem Fall auf der B 3 zwischen den Bezirken Hannover und Lüneburg, zu letzterem gehören die Celler. Dennoch: Der SV Ramlingen/ Ehlershausen kann sich auf Derbys in der Region Hannover freuen. Denn zu den Gegnern gehören Germania Egestorf/ Langreder und Arminia Hannover. Auch die Duelle gegen Lupo Martini Wolfsburg und die FT Braunschweig versprechen Brisanz. Der Modus sieht vor, dass aus beiden Staffeln nach der Vorrunde die jeweils besten fünf Mannschaften eine neue Staffel bilden, die um Meisterschaft und Aufstieg spielt. Die Teams auf den Rängen sechs bis zehn gründen eine andere Gruppe, in der es um den Klassenerhalt geht. „Unsere Zielsetzung ist es, unter die ersten fünf Mannschaften zu kommen. Wir wollen natürlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt RSE-Trainer Philipp Gasde. Dieses Vorhaben könnten die Ramlinger damit schon nach 18 Partien, die sie in der Vorrundengruppe austragen müssen, erfolgreich umsetzen. hg
    

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