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Home Sonderthemen Komplett Die allerwichtigste Voraussetzung ist die Motivation für das Berufsbild
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11:25 16.09.2019
Stellvertretender Sachgebietsleiter der Aus- und Fortbildung Markus Rensch und sein Team: Frederike Striepe (v. l.), Jacqueline Rodeck, Katharina Borgolte und Annalena Rühmkorf helfen bei der Berufsfindung.
Niedersachsen
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Die Stadt Hannover bildet aus. Welche Berufe bieten Sie an und wo ist die Nachfrage am stärksten? 

Neben der Ausbildung für die mittlere Verwaltungsebene und dem Bachelor-Studiengang Allgemeine Verwaltung sowie dem Erfolgsmodell der Qualifizierung zum Verwaltungsfachwirt oder zur Verwaltungsfachwirtin bieten wir jedes Jahr rund 30 verschiedene Ausbildungsberufe an, viele davon für den eigenen Bedarf und damit mit einer hervorragenden Perspektive. Die Palette reicht dabei von A wie Anlagenmechaniker über H wie Hauswirtschafter oder M wie Mediengestalter bis hin zu Z wie Zierpflanzengärtner. Die Nachfrage ist dabei sehr unterschiedlich. Während die dualen Studiengänge und vor allem Berufe aus dem Bereich Medien oder Veranstaltungen nach wie vor besonders angesagt sind, haben wir etwa in der Rathausgastronomie oder der Ausbildung in unseren städtischen Pflegezentren schon größere Schwierigkeiten, motivierten Nachwuchs zu finden.

Wenn sich ein junger Mensch um einen Ausbildungsplatz bei der Stadt bewirbt, welche Voraussetzungen sollte er mitbringen?

Für einige Berufe gibt es formelle Voraussetzungen in Form eines bestimmten Schulabschlusses. Natürlich sollten Bewerberinnen und Bewerber vor allem ihren Interessen und Neigungen entsprechend einen Beruf auswählen. Für alle Ausbildungsplätze versuchen wir, jeweils die passendsten Bewerber oder Bewerberinnen zu finden. Daher geht meist ein mehrstufiges Auswahlverfahren voraus. Hier versuchen wir herauszufinden, ob der künftige Azubi den Anforderungen der Ausbildung gewachsen sein wird. Die allerwichtigste Voraussetzung ist daher die Motivation für das gewählte Berufsbild. Interessierte sollten vor allem auch Spaß daran haben, sich für die Belange der Einwohnerinnen und Einwohner unserer Stadt einzusetzen. Zu einer guten Vorbereitung auf das Einstellungsverfahren sollte deshalb immer eine intensive Auseinandersetzung mit den Ausbildungsinhalten und den vielfältigen Aufgabengebieten einer Großstadtverwaltung gehören.

Die Berufsfelder haben sich in den vergangenen Jahren auch durch die Digitalisierung sehr stark verändert. Wie reagiert man bei den Ausbildungsgängen in der Stadtverwaltung darauf?

Die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung sind natürlich auch bei der Stadtverwaltung angekommen und bilden sich mehr und mehr auch in Ausbildungsinhalten ab. In vielen Berufsbildern ist die Arbeit ohne PC undenkbar. Für die Verwaltungsausbildungen werden derzeit entsprechende Inhalte entwickelt, die dieser Entwicklung gerecht werden sollen. Nachwuchskräfte sind im digitalen Zeitalter aufgewachsen und bringen sich auch sehr stark mit ihren Ideen in die notwendigen Veränderungsprozesse ein.

Gibt es auch die Möglichkeit eines dualen Studiums?

Zurzeit bieten wir zwei duale Studiengänge an, den Bachelor of Arts für die allgemeine Verwaltung und den Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik. Nach erfolgreichem Abschluss werden die Nachwuchskräfte unbefristet übernommen und in verschiedenen Fachbereichen beziehungsweise im Bereich Informations- und Kommunikationssystem eingesetzt.

Wie viele Ausbildungsplätze bieten Sie über das gesamte Spektrum an? Wo gibt es die stärkste Nachfrage und können Sie überhaupt alle Ausbildungsplätze besetzen?

Insgesamt starten bei uns jedes Jahr rund 200 Auszubildende und Studierende ins Berufsleben und bisher ist es uns auch gelungen, alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Wie gesagt ist die Nachfrage zu den einzelnen Berufsbildern sehr unterschiedlich, die meisten Bewerbungen gehen aber für die Verwaltungsberufe ein.

Gibt es wegen der rasanten technologischen Entwicklung auch Ausbildungsplätze, die Sie zwar noch anbieten, aber deren Berufsperspektiven in Bezug auf die Zukunft eher begrenzt sind?

Nein, alle Ausbildungsberufe, die wir anbieten, haben bei der Stadt Hannover selbst oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sehr gute Berufsperspektiven. Einen Beruf ohne Perspektive würden wir nicht mehr ausbilden.

Wie sind die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden?

Alle erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen werden bei uns – unabhängig vom Bedarf – für zwei Jahre übernommen, sofern nicht in der Person liegende Gründe entgegenstehen. Weit mehr als die Hälfte eines Jahrgangs kann jedoch sofort unbefristet übernommen werden. Bei anderen ergibt sich häufig innerhalb der beiden Jahre eine Anschlussbeschäftigung.

Kann man bei der Stadt Hannover Karriere machen?

In vielen Berufen ist der Ausbildungs- oder Studienabschluss die Basis für eine berufliche Entwicklung. So können in den technischen oder handwerklichen Berufen Weiterqualifizierungen wie Techniker oder Meister angestrebt werden. Auch zusätzliche Studienabschlüsse können entsprechend unterstützt werden, sofern ein städtisches Interesse vorhanden ist. Im Verwaltungsbereich besteht regelmäßig die Möglichkeit, sich bei Eignung für einen Aufstieg von der mittleren in die gehobene oder von der gehobenen in die höhere Ebene zu empfehlen.

Wie stehen die Chancen, wenn man nach einer Ausbildung bei der Stadtverwaltung in die Industrie, den Handel oder eine andere Branche wechseln will?

Bei allen Abschlüssen handelt es sich um bundesweit anerkannte Berufsabschlüsse, die auch außerhalb der Stadtverwaltung bzw. des öffentlichen Dienstes gültig sind. Ein Wechsel ist insofern möglich. Bei verwaltungsspezifischen Abschlüssen besteht die Wechselmöglichkeit natürlich eher in den öffentlichen Sektor, der aber auch sehr stark nach Personal nachfragt. Interview: Gerd Piper

Weitere Information

Für alle Fragen rund um das Thema Ausbildung und Studium steht Interessierten das Team Ausbildung jederzeit gerne zur Verfügung. Zu erreichen sind wir am besten im Internet unter www.hannover-bildet-aus.de.
  

Die „Lange Nacht der Berufe“ ist eine Berufsinformationsveranstaltung und wird bereits zum 12. Mal von der Jugendberufshilfe der Landeshauptstadt Hannover gemeinsam mit der städtischen Wirtschaftsförderung, der Agentur für Arbeit Hannover und der Region Hannover ausgerichtet. Darüber hinaus bietet die Jugendberufshilfe der Landeshauptstadt Hannover Unterstützung für junge Menschen auf dem Weg in Ausbildung und Beruf an. Neben der Gewährung von Zuwendungen an Träger der Jugendberufshilfe wird seit 2008 das Landesprogramm Pro-Aktiv-Center (PACE) umgesetzt. Ziel ist es, jungen Menschen eine dauerhafte Eingliederung in Ausbildung und Beruf zu ermöglichen und sie beim Eintritt in die Arbeitswelt zu begleiten. Die Neulinge kommen freiwillig entweder im Rahmen der offenen Sprechzeiten in der Jugendberufsagentur Hannover oder über aufsuchende Arbeit, Kooperationspartner wie JobCenter, Arbeitsagentur oder Jugendhilfeeinrichtungen.

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