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14:50 12.05.2021
In der ambulanten Pflege bieten die Dienste Hilfe für Senioren an, die zu Hause leben. Foto: AOK Pressebilder

Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale. Sie war eine der Begründerinnen der modernen westlichen Krankenpflege.

Umfassende Reform

Das deutsche Pflegesystem ist in den vergangenen Jahren immer stärker unter Druck, geraten, sodass eine Pflegereform 2021 dringend notwendig wurde. Die Pandemie hat dies verschärft. Das Gesundheitsministerium hat deshalb eine umfassende Pflegereform veranlasst, bei der es unter anderem darum geht, dass Pflegebedürftige mehr Geld erhalten und gleichzeitig der Eigenanteil für die Unterbringung in einem Pflegeheim sinken soll. Auch die ambulanten Pflegeleistungen sind im Visier. Seit dem 1. Januar dieses Jahres werden im Bereich des Gesundheitsministeriums viele Änderungen wirksam. So werden in der vollstationären Altenpflege 20 000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte finanziert. Die Personalkosten werden vollständig durch die Pflegeversicherung bezahlt, sodass die Eigenanteile der Bewohnerinnen und Bewohner nicht steigen müssen.

Für bestimmte, im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel, bedarf es keiner ärztlichen Verordnung. Diese zunächst befristet eingeführte Regel gilt nun dauerhaft. Es gibt viele verschiedene Modelle und Pflegeformen. Je nach Lebenssituation und Ausmaß der Pflegebedürftigkeit ergeben sich für Betroffene und ihre Angehörigen ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Es ist also wichtig, sich sehr gründlich zu informieren. Es gilt Wünsche, Vorstellungen und Möglichkeiten des zu Pflegenden zu berücksichtigen. Viele möchten zu Hause bleiben. Andere fühlen sich in einem Pflegeheim besser aufgehoben.

Tages- oder Nachtpflege

Die Tages und Nachpflege kommt ins Spiel, wenn pflegende Angehörige entlastet werden sollen. Oft sind die Pflegenden noch berufstätig oder sie sind unsicher ohne professionelle Unterstützung. Hier ist die teilstationäre Pflege ein guter Rat. Auch für die Pflegebedürftigen hat diese Form Vorteile. Die Tagespflege erhält soziale Kontakte und bietet Freizeitangebote. In der Regel gibt es einen Fahrdienst der die Pflegebedürftigen abholt und wieder ins eigene Heim bringt.

Ambulante Pflege

Pflegedienste leisten Hilfe zu Hause und ermöglichen den Betroffenen so, weiter in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Wenn pflegende Angehörige professionelle Unterstützung brauchen, ist die Ambulante Pflege durch ambulante Pflegedienste die richtige Wahl. Damit ist es auch möglich, Pflegende, die noch im Beruf stehen zu unterstützen und zu entlasten. Die regelmäßigen Besuche des Pflegedienstes sind auch eine Sicherheit für die Senioren wie für die Angehörigen.

24-Stunden-Pflege

Viele sehen in einem Umzug in ein Pflegeheim den Verlust der Selbstständigkeit. Oft scheint der Umzug in eine Pflegeheim aber unumgänglich, wenn die Pflege durch Angehörige und einen ambulanten Dienst nicht ausreicht und der Betroffene rund um die Uhr beaufsichtigt werden muss. Hier hilft die 24-Stunden-Pflege. Der Pflegebedürftige kann weiter in der gewohnten Lebensumgebung bleiben und wird ohne Umzug in ein Heim 24-Stunden durch eine Kraft betreut, die mit in die Wohnung einzieht.

Verhinderungspflege

Bei der Pflege einer Person kann man nicht einfach Urlaub machen oder sogar krank werden. Dann muss für Ersatz gesorgt werden. Deshalb übernimmt die Pflegekasse für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 nachgewiesene Kosten, die für eine Ersatzpflege anfallen. Die Verhinderungspflege kann für maximal sechs Wochen pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden.

Betreutes Wohnen

Wer weiter selbstbestimmt Leben möchte, für den ist das betreute Wohnen die ideale Lösung. Viele Senioren fühlen sich noch zu rüstig, um in ein Pflegeheim zu ziehen, aber sie trauen sich das alleinige Leben in der Wohnung nicht mehr zu. Betreute Wohnanlagen kombinieren die Vorteile des eigenen Haushalts und einer Pflegeeinrichtung. Hier beziehen Senioren oder pflegebedürftige Menschen eigene vier Wände, die altersgerecht und barrierefrei sind. Betreute Wohnanlagen bieten ein Hausnotruf-System, ambulante Pflegeleistungen, Fahr- und Begleitdienste. Dazu Hilfe bei Behörden- und Botengängen, Serviceleistungen wie Reinigung und Freizeitprogramme.

Kurzzeitpflege

Pflegebedürftige, die nur vorübergehend auf vollstationäre Pflege angewiesen sind, können auf die Kurzzeitpflege in einer entsprechenden Einrichtung zurückgreifen – zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt. Die Kurzzeitpflege ist pro Jahr für maximal acht Wochen möglich, wenn er mindestens Pflegegrad 2 hat. Die Kurzzeitpflege findet in einer anerkannten Pflegeeinrichtung statt.

Vollstationäre Pflege

Wenn alle anderen Möglichkeiten der Pflege nicht mehr ausreichen, ist die vollstationäre Pflege die richtige Wahl, um die Versorgung und Betreuung rund um die Uhr sicherzustellen. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen haben so die Gewissheit, dass professionelle Hilfe jederzeit gewährleistet ist. Pflegebedürftige können so ihren Lebensabend mit Gleichaltrigen verbringen, aber vor allem soziale Kontakte knüpfen und an Freizeitangeboten teilnehmen. Die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung ist allerdings nicht billig. Die Pflegekasse gewährt zwar Zuschüsse, sie reichen aber nicht zur Deckung aller Kosten aus. Deshalb empfiehlt sich eine private Pflegeversicherung.

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