Menü
Anmelden
Wetter Regenschauer
26°/18°Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover

Start
Anzeige
09:19 13.05.2021
In der ambulanten Pflege bieten die Dienste Hilfe für Senioren an, die zu Hause leben. Fotos (2): AOK Pressebilder

Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale. Sie war eine der Begründerinnen der modernen westlichen Krankenpflege.

Die Pandemie hat auch das Leben der Pflegekräfte und die Gesundheitssysteme stark beeinflusst. Der Kerncharakter der Pflege hat sich zwar nicht verändert, auch wenn der Alltag anders wurde. Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft werden stark von den Pflegekräften beeinflusst, die an vorderster Front gegen COVID-19 kämpfen und gleichzeitig den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung verbessern helfen. Pflegekräfte gehören zu den grössten Leistungserbringern im Gesundheitssystem.

Umfassende Reform

Das deutsche Pflegesystem ist in den vergangenen Jahren immer stärker unter Druck, geraten, sodass eine Pflegereform 2021 dringend notwendig wurde. Die Pandemie hat dies weiter verschärft. Das Bundesgesundheitsministerium hat deshalb eine umfassende Pflegereform veranlasst, bei der es unter anderem darum geht, dass Pflegebedürftige mehr Geld erhalten und gleichzeitig der Eigenanteil für die Unterbringung in einem Pflegeheim sinken soll. Auch die ambulanten Pflegeleistungen sind im Visier. Seit dem 1. Januar dieses Jahres werden im Bereich des Bundesgesundheitsministeriums zahlreiche Änderungen wirksam.

So werden in der vollstationären Altenpflege 20 000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte finanziert. Die Personalkosten werden vollständig durch die Pflegeversicherung bezahlt, so dass die Eigenanteile der Bewohnerinnen und Bewohner nicht steigen müssen. Diese zusätzlichen Stellen sind ein erster Schritt zur Umsetzung eines verbindlichen Personalbemessungsverfahrens für vollstationäre Pflegeeinrichtungen.

Es ist wichtig, sich gründlich über die Pflegemöglichkeiten zu informieren.
Es ist wichtig, sich gründlich über die Pflegemöglichkeiten zu informieren.

Die Ergebnisse des Projekts zur wissenschaftlichen Bemessung des Personalbedarfs zeigen, dass in vollstationären Pflegeeinrichtungen zukünftig insbesondere mehr Pflegehilfskräfte erforderlich sind. Für bestimmte, im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel, bedarf es keiner ärztlichen Verordnung. Diese zunächst befristet eingeführte Regel gilt nun dauerhaft.

Es gibt viele verschiedene Modelle und Pflegeformen. Je nach Lebenssituation und Ausmaß der Pflegebedürftigkeit ergeben sich für Betroffene und ihre Angehörigen ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Es ist also wichtig, sich sehr gründlich zu informieren, denn die richtige Pflegeform bedeutet, Lebensqualität zu erhalten. Es gilt Wünsche, Vorstellungen und Möglichkeiten des zu Pflegenden zu berücksichtigen. Viele möchten gerne zu Haus in gewohnter Umgebung bleiben. Andere fühlen sich in einem Pflegeheim besser aufgehoben. Manche müssen rund um die Uhr betreut werden und andere sind noch sehr rüstig und legen Wert auf die eigene Selbstständigkeit.

In einem Pflegeheim lebt der Pflegebedürftige in Einzel- oder Doppelzimmern und erhält sehr umfangreiche Unterstützung. Foto: Barmer
In einem Pflegeheim lebt der Pflegebedürftige in Einzel- oder Doppelzimmern und erhält sehr umfangreiche Unterstützung. Foto: Barmer

Tages- oder Nachtpflege

Die Tages und Nachpflege kommt ins Spiel, wenn pflegende Angehörige entlastet werden sollen. Oft sind die Pflegenden noch berufstätig oder sie sind unsicher ohne professionelle Pflegeunterstützung. Hier ist die teilstationäre Pflege ein guter Rat. Auch für die Pflegebedürftigen hat diese Form der Pflege Vorteile. Besonders alleinstehende Senioren und Seniorinnen können schnell vereinsamen. Die Tagespflege erhält soziale Kontakte und bietet Freizeitangebote. In der Regel gibt es einen Fahrdienst der die Pflegebedürftigen abholt und wieder ins eigene Heim bringt.

Die Pflegebedürftigen entscheiden selbst über die Teilnahme und Ausgestaltung der teilstationären Pflege. Manche Senioren sind gern jeden Tag von morgens bis abends in einer Tageseinrichtung. Andere verbringen nur bestimmte Wochentage oder Stunden dort. Wenn Aufsicht und Betreuung speziell nachts wichtig ist, können Betroffene den Tag zu Hause verbringen und die Nachtpflege in Anspruch nehmen. Viele Einrichtungen betreuen sogar nachtaktive Demenzpatienten.

Ambulante Pflege

Pflegedienste leisten Hilfe zuhause und ermöglichen den Betroffenen so, weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Wenn pflegende Angehörige professionelle Unterstützung brauchen, ist die Ambulante Pflege durch ambulante Pflegedienste die richtige Wahl. Damit ist es auch möglich, Pflegende, die noch im Beruf stehen zu unterstützen und zu entlasten. Auch wenn Senioren noch fit sind und sich weitgehend noch selbst versorgen können, aber bei bestimmten Tätigkeiten Hilfe brauchen, ist die ambulante Pflege richtig. Die regelmäßigen Besuche des Pflegedienstes sind auch eine Sicherheit für die Senioren wie für die Angehörigen.

24-Stunden-Pflege

Viele sehen in einem Umzug in ein Pflegeheim den Verlust der Selbstständigkeit. Oft scheint der Umzug in eine Pflegeheim aber unumgänglich, wenn die Pflege durch Angehörige und einen ambulanten Pflegedienst nicht ausreicht und der Betroffene rund um die Uhr gepflegt oder beaufsichtigt werden muss. Hier hilft die 24- Stunden-Pflege. Der Pflegebedürftige kann weiter in der gewohnten Lebensumgebung bleiben und wird ohne Umzug in ein Pflegeheim 24-Stunden durch eine Pflegekraft betreut, die mit in die Wohnung einzieht. Sie übernimmt pflegerische Tätigkeiten und auch Aufgaben, die der Pflegebedürftige nicht mehr allein bewältigen kann.

Verhinderungspflege

Bei der Pflege einer Person kann man nicht einfach Urlaub machen oder sogar krank werden. Dann muss für Ersatz gesorgt werden. Deshalb übernimmt die Pflegekasse für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 nachgewiesene Kosten, die für eine Ersatzpflege anfallen.

So können Betroffene auf ambulante Pflegedienste, Einzelpflegekräfte, ehrenamtliche Pflegende, Angehörige oder die Pflege in einer Einrichtung zurückgreifen. Die Verhinderungspflege kann für maximal sechs Wochen pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden.

Kurzzeitpflege

Pflegebedürftige, die nur vorübergehend auf vollstationäre Pflege angewiesen sind, können auf die Kurzzeitpflege in einer entsprechenden Einrichtung zurückgreifen. Zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt kann die Kurzzeitpflege bei der Regeneration und Genesung helfen, ehe der Pflegebedürftige wieder nach Hause kommt. Die Kurzzeitpflege ist pro Jahr für maximal acht Wochen möglich, wenn er mindestens Pflegegrad 2 hat.

Die Kurzzeitpflege findet in einer anerkannten Pflegeeinrichtung statt. In Ausnahmefällen auch in anderen Einrichtungen, wenn die Pflege in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung nicht möglich ist.

Betreutes Wohnen

Wer weiter selbstbestimmt Leben möchte, für den ist das „Betreute Wohnen“ die ideale Lösung. Viele Senioren fühlen sich noch zu rüstig, um in ein Pflegeheim zu ziehen, aber sie trauen sich das alleinige Leben in der Wohnung nicht mehr zu. Betreute Wohnanlagen kombinieren die Vorteile des eigenen Haushalts und einer Pflegeeinrichtung. Hier beziehen Senioren oder pflegebedürftige Menschen eigene vier Wände, die altersgerecht und barrierefrei sind. Man lebt gut betreut aber selbstständig und nimmt individuelle Service- oder Pflegeleistungen in Anspruch.

Zum Miet- oder Kaufvertrag wird ein Servicevertrag über individuell bestimmte Dienst- und Hilfeleistungen abgeschlossen. Betreute Wohnanlagen sind oft an Seniorenheime oder Pflegeeinrichtungen angeschlossen. So ist die Betreuung durch fachliches Personal bei Bedarf sichergestellt. Betreute Wohnanlagen bieten ein Hausnotruf-System, ambulante Pflegeleistungen, Fahr- und Begleitdienste. Dazu Hilfe bei Behörden- und Botengängen und beispielsweise Serviceleistungen wie Reinigung, Wäsche oder Essen auf Rädern oder auch ein gemeinsamer Mittagstisch. Dazu gibt es Veranstaltungen und es werden Freizeitprogramme geboten.

Vollstationäre Pflege

Wenn alle anderen Möglichkeiten der Pflege nicht mehr ausreichen, ist die vollstationäre Pflege die richtige Wahl, um die Versorgung und Betreuung rund um die Uhr sicherzustellen.

Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen haben so die Gewissheit, dass professionelle Hilfe jederzeit gewährleistet ist. Pflegebedürftige können so ihren Lebensabend mit Gleichaltrigen verbringen, aber vor allem soziale Kontakte knüpfen und an Freizeitangeboten teilnehmen. Die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung ist allerdings nicht billig. Die Pflegekasse gewährt zwar Zuschüsse, sie reichen aber nicht zur Deckung aller Kosten aus. Deshalb empfiehlt sich eine private Pflegeversicherung.

5
/
5