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Home Sonderthemen Hannover Region West Barsinghausen: Inhaber öffnen ihre Türen und sagen: „Wir sind wieder für Sie da!“
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09:21 29.04.2020
Immer noch ein ungewohnter Anblick: Warteschlangen vor Barsinghäuser Geschäften.

Der Barsinghäuser Einzelhandel zieht nach der ersten Woche eine positive Bilanz. „Es waren genau vier Wochen und fünf Tage. Wegen der Corona-Krise mussten wir vom 16. März bis zum 19. April schließen“, Ulrich Tebbe vom Schuhhaus Tebbe in der Marktstraße 45 ist spürbar erleichtert, dass dies nun vorbei ist. 

„Die Stimmung ist gut. Wir freuen uns, dass wir wieder für unsere Kunden da sein dürfen, wenn auch ein bisschen anders als sonst. Statt Kaffee haben wir nun Desinfektionsmittel als Serviceangebot am Eingang stehen.“ Ulrich Tebbe weist auf eine weitere Neuerung. Es handelt sich um eine durchsichtige Trennwand, die unten offen ist: „Außerdem haben wir eine Spezialkonstruktion aus Plexiglas anfertigen lassen, um die Kunden und uns während der Beratung und Anprobe zu schützen.“

Gegenüber in der Modeboutique Stilecht ist die Stimmung ganz ähnlich. „Jeder nimmt Rücksicht und hält sich an die Vorgaben. Während der Schließzeit hatten wir viele nette Zusprüche. Die Kunden haben sich solidarisch erklärt und Gutscheine gekauft“, berichtet Mitarbeiterin Claudia Bargmann.

Neu im Sortiment sind modische Textilmasken mit Filtertasche. „Sie sind waschbar und es gibt sie in verschiedene, schönen Designs“, erklärt sie.

Geduld ist gefragt

Das Ehepaar Tebbe vom gleichnamigen Schuhhaus präsentiert die neue Schutzwand.
Das Ehepaar Tebbe vom gleichnamigen Schuhhaus präsentiert die neue Schutzwand.

Beim Juwelier Speckmann fällt der Rückblick auf die erste Woche noch verhalten aus. „Am Montag waren einige Kunden da, aber am Dienstag und Mittwoch war es sehr leer“, berichtet Dagmar Glocksdorff.

Die Kunden brächten viel Verständnis mit, dass der Verkauf und die Serviceleistungen aufgrund der Beschränkungen nicht in der gewohnten Schnelligkeit stattfinden könnten. „Es hat sich alles entschleunigt. Von „Normal“ sind wir noch weit entfernt. Aber wir sind und bleiben optimistisch“, fasst sie zusammen.

Im Bücherhaus am Thie ist man ebenfalls froh über die Lockerungen. „Der persönliche Umgang ist weniger anstrengend als der telefonische“, meint Mitarbeiterin Petra Nunold. Sie erzählt lächelnd, ein Kunde habe Anfang der Woche gerufen: „Endlich darf ich wieder rein!“

Die erste Woche der Lockerungen sei im Bücherhaus sehr ruhig und harmonisch verlaufen: „Es herrscht ein sehr rücksichtsvoller Umgang. Auch die Kinder werden von ihren Eltern immer wieder erinnert.“ Für viele sei der Besuch des Bücherhauses in Verbindung mit dem Markttag in Barsinghausen eine Tradition, die nun wieder stattfinden dürfe, berichtet sie weiter.

Sie stellt aber auch fest, dass diese Krisenzeit viel kreative Energien freisetzt: „Wir haben sogar Fotos verschickt, wenn ein Kunde beispielweise eine besondere Glückwunschkarte kaufen wollte. Während der Schließzeit haben wir unser Schaufenster viel häufiger und mit viel mehr Waren dekoriert. Bücher zum Thema sind auch schon erhältlich. Wir konnten außerdem feststellen, dass der Anteil männlicher Leser in den Wochen der Krise gestiegen ist.“

Etwas sorgenvoller gibt sich Christopher Hoe vom PrintShop am Deister.

„Seit Montag kommen zwar wieder Kunden, aber es sind sehr wenige. Besonders die großen Aufträge von Firmen oder Sportvereinen sind selten geworden“, berichtet er. Dabei verkauft er etwas, das man anderswo vergeblich sucht: „Ich kann mit meiner Maschine Mund-Nasen-Masken herstellen. Bei den Motiven ist alles möglich.“ Er zeigt seine eigene Maske, auf der – natürlich – die englische Flagge prangt.

„Ein Unikat kostet 15 Euro, bei Großbestellungen kann ich die Masken zum Beispiel mit Firmenlogo für 10 Euro das Stück produzieren“, führt er aus und zeigt, dass sie zweilagig sind und der Innenteil aus Baumwolle besteht. Hoe steht neben einer neongelben Warnweste, deren Aufdruck an die geltende Abstandsregel erinnert. „Auch T-Shirts mit der Abstandserinnerung habe ich bereits gefertigt“, berichtet er.
  

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