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Home Sonderthemen Hannover Region Nord-West Reicht das Geld für die Betreuung im Alter?
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08:03 31.10.2019
Vorsorge? Das Thema wird oft auf die lange Bank geschoben. Foto: Viacheslav Iakobchuk/stock. adobe.com/akz-
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Wie viel Geld sie für ihre Pflege im Alter benötigen, können 63 Prozent der Bundesbürger über 55 Jahre nicht einschätzen.  

Das Thema Pflegefinanzierung ist ihnen schlicht zu kompliziert. Das zeigt die Studie „Pflege im Alter 2019“ der mhplus Krankenkasse und der SDK Süddeutsche Krankenversicherung a.G., für die rund 1000 Bundesbürger ab 55 Jahren befragt wurden.  

Zwei Drittel der Studienteilnehmer sind überzeugt, dass eine gute Betreuung im Pflegefall viel zu teuer sei. Aber was tun, wenn der Pflegefall eintritt?  

Eine finanzielle Unterstützung durch die eigenen Kinder lehnen 69 Prozent der Befragten ab. Vielmehr verlassen sich mehr als die Hälfte auf die gesetzlichen Pflegeleistungen.

„Die gesetzliche Pflegekasse ist zweifellos eine solide Basis, um das Pflegerisiko im Alter abzusichern“, sagt Verena Ortmann, Leiterin der mhplus Pflegekasse. „Alle gesetzlich Krankenversicherten zahlen auch automatisch in die Pflegeversicherung ein und haben dadurch einen Anspruch auf gesetzliche Pflegeleistungen. Der Beitrag, den sie zahlen, hängt dabei vom Einkommen ab, wie in einer Solidargemeinschaft üblich.“

Zusatzversicherung schließt Finanzierungslücke

Auch privat Krankenversicherte zahlen in die Pflegeversicherung ein. Wie gesetzlich Versicherte erhalten sie die Pflegeleistungen, die der Gesetzgeber vorschreibt.

Der Unterschied liegt in der Beitragsgestaltung. Die Beiträge der Versicherten werden risikogerecht kalkuliert, Alterungsrückstellungen sorgen für das mit dem Alter steigende Pflegerisiko vor.

Doch die gesetzlichen Pflegeleistungen reichen häufig nicht aus, um sich gegen finanzielle Risiken rundum abzusichern. Wer dies möchte, sollte an eine private Zusatzversicherung denken.

„Eine private Pflegezusatzversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen ist sinnvoll. So kann der Eigenanteil, der ja bei einer Absicherung nur über die gesetzliche oder private Pflegekasse anfällt, deutlich verringert werden“, sagt SDK-Vorstand Olaf Engemann. „Im Idealfall wird die Versorgungslücke sogar ganz geschlossen.“

Denn eines ist sicher: Treffen kann es jeden. Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, bei den 75- bis 80-Jährigen bei zehn Prozent. Bei den 80- bis 85-Jährigen ist bereits jeder Vierte betroffen. Doch Gedanken zur Vorsorge machen sich die meisten erst, wenn es zu spät ist. akz-o


Bestatter bieten kostenlose Beratungen an – so können sich auch Ehepaare rechtzeitig ein Bild davon machen, welche Wünsche der Partner im Sterbefall hat.
Bestatter bieten kostenlose Beratungen an – so können sich auch Ehepaare rechtzeitig ein Bild davon machen, welche Wünsche der Partner im Sterbefall hat.

Bereits zu Lebzeiten sollte man den gewünschten äußeren Rahmen für die eigene Bestattung klären. Damit gibt man sich selbst die Sicherheit, dass der eigene Wille Beachtung findet – und man nimmt gleichzeitig auch den Angehörigen die Sorge, sich in Zeiten der Trauer auch noch um Bestattungsfragen kümmern zu müssen. Auch vermeidet man mögliche familiäre Streitigkeiten über den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen.

Gerade in Zeiten zunehmender Pflegebedürftigkeit ist eine sichere Hinterlegung des Geldes für die Bestattung wichtig. Viele Menschen sind der Ansicht, dass für die Bezahlung der Bestattung das Sparbuch ausreichend sei.

Sparbuch ist keine gute Lösung

Von einem Sparbuch auf den Namen des Vorsorgenden als Bestattungsvorsorge kann jedoch nur abgeraten werden, da die Gelder damit nicht zweckgebunden hinterlegt sind. Im Falle einer Pflegebedürftigkeit kann das Amt sogar die Auflösung des Sparguthabens zur Bezahlung der Pflegekosten verlangen. Bestatter bieten sogenannte kostenlose Bestattungsvorsorge-Beratungen an. „Gemeinsam mit dem Kunden werden in einem Bestattungsvorsorgevertrag alle Punkte festgehalten, die für die Bestattung wichtig sind– ob Erd- oder Feuerbestattung, Grabart, Blumenschmuck, Trauerfeier u.v.m. Sinnvoll ist es, hierbei auch bereits den finanziellen Rahmen zu regeln“, so Stephan Neuser, Generalsekretär des BDB. Dazu bieten sich zwei Möglichkeiten an: Der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) bietet über die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG die treuhänderische Verwaltung von Geldern an. Im Todesfall wird dieses Geld dann an den Bestatter zur Erfüllung des Bestattungsvorsorgevertrages ausgezahlt.

Die Alternative dazu ist die Sterbegeldversicherung. Sie bietet sich vor allem für Menschen an, die nicht älter als 70 sind. Hier werden monatlich kleine Beträge in eine Sterbegeldversicherung eingezahlt, die im Todesfall ausbezahlt wird. Gerade für Menschen mit kleineren Einkommen ist dies interessant.

Guter Service

Auf der Internetseite des Bundesverbands Deutscher Bestatter www.bestatter.de sind rund 81 Prozent der in Deutschland tätigen Bestattungsunternehmen gelistet, wobei eine Suche nach Wohnort und Postleitzahl problemlos die möglichen Bestatter eingrenzt und im Suchergebnis auch die Leistungen des jeweiligen Bestattungshauses ersichtlich sind. akz-o


Wenn ältere Menschen zu Hause Pflege benötigen, sind ihre Angehörigen gefordert.
Wenn ältere Menschen zu Hause Pflege benötigen, sind ihre Angehörigen gefordert.

Häusliche Krankenpflege kann anstrengend sein. Aus diesem Grund sollte man sich als pflegende Person nicht davor scheuen, selbst Angebote wahrzunehmen, um einen Ausgleich, ob finanzieller oder psychischer Natur, in Anspruch zu nehmen. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen und sobald das Thema Pflege im Raum steht, ist es für die meisten erst einmal Neuland. Zum einen gibt es die Möglichkeit der Freistellung vom Beruf. Das ist kein unüblicher Vorgang. Hierbei kann zwischen Teilzeit- und vollständiger Freistellung unterschieden werden.

Diese Form von kurzzeitiger Arbeitsverhinderung durch Familienpflegezeit ist gesetzlich verankert und sollte vom Arbeitgeber gewährleistet werden. Des Weiteren gibt es verschiedenste Beratungsstellen und Patientenschulungen, die bei der Vorbereitung und Durchführung der Pflege von Angehörigen sehr hilfreich sein können.

Da die Pflegezeit tatsächlich sehr kräftezehrend ist und es dazu kommen könnte Abstand zu benötigen, gibt es die Option als pflegende Person eine Bewilligung im Rahmen einer Reha-Maßnahme zu bekommen. In der Regel können Infos über das Thema bei den Pflegekassen eingeholt werden. lps/Str.


Die Palliativpflege ist eine Möglichkeit, Angehörige im Sterbefall liebevoll und in Ruhe zu begleiten.
Die Palliativpflege ist eine Möglichkeit, Angehörige im Sterbefall liebevoll und in Ruhe zu begleiten.

Der Tod und das Sterben sind Themen, die für niemanden einfach sind. Daher ist Palliativpflege eine wichtige Möglichkeit, Menschen im Sterbeprozess zu begleiten.

Dieser ist ein ganz schwieriger, denn vieles verändert sich. Es treten Gefühle auf, die man zuvor nicht gespürt hat. Dinge werden wichtig, die es zuvor nicht waren. Darum ist es bedeutsam, Menschen in seinem Umfeld zu haben, die einem die verbleibende Zeit so angenehm und schön wie möglich gestalten. Dabei stehen in der Palliativmedizin Themen im Vordergrund, die die Lebensqualität der Sterbenden verbessern und medikamentöse Behandlung die Symptome so gut wie möglich lindern.

Palliativpflege wird sowohl stationär als auch ambulant angeboten. Ambulant bedeutet dies, dass ein Palliativpflegedienst in die eigenen vier Wände kommt und den Prozess begleitet.

Ist dies aus verschiedenen Gegebenheiten nicht möglich, ist die Betreuung auch stationär realisierbar. lps/Str
    

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