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Home Sonderthemen Komplett Quereinstieg in die Pflege
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07:20 15.06.2020
Da im ambulanten Pflegebereich vorwiegend Betreuerinnen gewünscht werden, wird gerade in diesem Bereich verstärkt nach weiblichen Mitarbeitern gesucht.

Immer mehr Menschen in Deutschland werden immer älter: Das heißt aber auch, dass immer mehr Menschen immer mehr Pflege benötigen. Daher ist es wichtig, die Versorgung mit Pflegepersonal zu sichern. Quereinsteiger haben so sehr gute Chancen, einen Job in der Allgemein- oder in der Altenpflege zu finden, da der Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal hoch ist. 

Ob sich Quereinsteiger für einen schnellen Einstieg oder eine reguläre Ausbildung entscheiden, hängt meist von den Lebensumständen ab: 

■ Sind Sie bereit dazu, noch mal mehrere Jahre lang „Schüler“ zu sein und sich auf neues Wissen einzulassen?
■ Haben Sie den Rückhalt Ihrer Familie?
■ Unterstützt Ihr Partner das Vorhaben und kann Sie entlasten, wenn Sie Zeit und Ruhe zum Lernen brauchen? Ist die Antwort auf diese Fragen „Nein“, dann kann eine Helferausbildung oder ein Pflegebasiskurs die bessere Option sein.

Jobs in der Pflege können eine berufliche Sicherheit bieten

Vor allem im ambulanten Bereich werden Mitarbeiter gesucht. Für den schnellen Quereinstieg in die Branche ist das Berufsfeld „Pflegehelfer“ interessant. Interessenten absolvieren in der Regel einen Pflegebasiskurs, der einen Umfang von 200 Stunden hat. Das Rote Kreuz bietet solche Kurse für unter 500 Euro an. Ambulante Dienste erwarten jedoch meist auch eine Fahrerlaubnis.

Im ambulanten Bereich suchen sich die Pflegefälle das Geschlecht der Pfleger selbst aus. Zumeist werden Frauen gewünscht, weswegen gerade in diesem Bereich verstärkt nach weiblichen Mitarbeitern gesucht wird. In Ballungszentren liegt die Gefahr, als Pflegehelferin arbeitslos zu werden, fast bei null. Auch männliche Pflegehelfer werden in Metropolregionen immer häufiger eingestellt, da sich die Arbeitgeber es kaum leisten können, Bewerber abzulehnen. Jobs in der Pflege können also eine gewisse berufliche Sicherheit bieten.

Neben dem Berufsfeld „Pflegehelfer“ gibt es auch die Möglichkeit, sich als Betreuungsassistent beziehungsweise Betreuungsassistentin zu betätigen. Ein Betreuungsassistent ist für demenzkranke Menschen zuständig. Die Ausbildung dauert zwar nur wenige Wochen, aber es werden Bewerber bevorzugt, die den Pflegebasiskursus absolviert haben. Dieser wird oftmals vom Arbeitsamt finanziert.

Eine verkürzte Ausbildungszeit gibt es auch bei dem Beruf des Heilerziehungshelfers. Die Ausbildung für diesen Pflegeberuf, in dem vor allem mit behinderten Menschen gearbeitet wird, dauert ein Jahr. Allgemein wird sehr stark nach Bewerbern für diese Ausbildung gesucht, da die Arbeit sehr fordernd und belastend ist. Die Pflege von geistig und körperlich behinderten Heimbewohnern wird oft als große Herausforderung angesehen. Selbst im Vergleich zu der Pflege von älteren Menschen wird die Arbeit mit beeinträchtigten Menschen als weitaus schwerer empfunden. Hier werden zumeist Quereinsteiger eingestellt, die bereits Erfahrungen in der Pflege mitbringen.

Auch in Krankenhäusern gibt es Einsatzmöglichkeiten

Beliebte Jobs in der Pflege finden sich natürlich nicht nur bei Pflegediensten, sondern auch im Krankenhaus. Kranken-Pflege-Assistenten durchlaufen ebenfalls eine Ausbildungsdauer von einem Jahr. Abhängig von dem jeweiligen Bundesland werden in Krankenhäusern auch Stationshilfen und Patientenbegleiter ohne jegliche Vorerfahrung eingestellt – das bietet sich für den Quereinstieg an. Deren Aufgabe ist es, Essen zu den Patienten zu bringen oder Betten zu transportieren. Für die Reinigung von OP-Räumen werden Quereinsteiger zu Sterilisationsassistenten ausgebildet, auch diese Ausbildung lässt sich schnell absolvieren. Das Rote Kreuz bietet weiterhin auch kurze Ausbildungen in Pflegeberufen, etwa zum Rettungsdiensthelfer, an. Wenn Sie mehr Zeit investieren, ist es auch möglich, sich als Quereinsteiger zum Rettungssanitäter ausbilden zu lassen.

Um mit Kindern zu arbeiten, bedarf es für den Quereinstieg fast immer einer Zusatzausbildung, die längere Zeit in Anspruch nimmt. Als Tagesmutter sind Sie grundsätzlich auf selbstständiger Basis beschäftigt. Aber Jugendämter und private Bildungsträger bieten Kurse wie „Qualifizierung von Tagespflegepersonen“ an. Die Tätigkeit eignet sich aufgrund der begrenzten Kinderanzahl jedoch nur als Nebenverdienst. Um in Kindergärten als Erzieher arbeiten zu können, muss in den meisten Bundesländern eine dreijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Erzieher absolviert werden.

Kein generelles Recht auf finanzielle Unterstützung

Wichtig: Quereinsteiger haben kein generelles Recht auf finanzielle Unterstützung. Aber in bestimmten Fällen vergibt die Arbeitsagentur einen zeitlich begrenzten „Bildungsgutschein“ für die neue Ausbildung: Damit garantiert sie dem Auszubildenden, alle anfallenden Kosten (Schulgeld, Prüfungsgebühren oder Fahrtkosten) für seine Ausbildung zu übernehmen. Zusätzlich dazu kann der Auszubildende Arbeitslosengeld beantragen. Tipp: Jobs in der Pflege sind sehr belastend. Schicht- und Wochenendarbeit gehören dazu. Damit Quereinsteiger keine bösen Überraschungen erleben, bietet es sich an, die Arbeit vorher genau zu inspizieren und auszuprobieren. Das ist über ein Praktikum möglich oder über eine Zeitarbeitsfirma.


Bonus für Pflegekräfte

Mit der Ausbildungsoffensive soll für mehr Nachwuchs für die Branche geworben werden.
Mit der Ausbildungsoffensive soll für mehr Nachwuchs für die Branche geworben werden.

Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten hat auch die Bundesregierung festgestellt, dass Ärzte, Pfleger und Betreuer systemrelevant sind. Daraufhin wurde zunächst eine Bonuszahlung beschlossen. Die Kassen zahlen den Beschäftigten in der Pflege wegen der Corona-Belastungen eine Prämie von bis zu 1000 Euro. Die Bundesländer und die Arbeitgeber in der Pflege können die steuerfreie Corona-Prämie um bis zu 500 Euro aufstocken. Spahn verwies darauf, dass einige Bundesländer bereits eine Beteiligung angekündigt hätten.

Kritiker wünschen sich hingegen eine dauerhafte Erhöhung der Gehälter für Pflegekräfte. Die Grünen-Fraktion beispielsweise fordert, dass „die vorgesehenen Prämien auch auf andere Berufsgruppen in Gesundheitseinrichtungen ausgeweitet werden, die ein erhöhtes Risiko tragen“.

Foto: stock.adobe.com – luismolinero
Foto: stock.adobe.com – luismolinero

Verbesserungen gefordert

Der Deutsche Berufsverband für Altenpflege fordert ebenfalls dringende Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen und Löhnen der Pflegekräfte. „Wenn jetzt nichts getan wird, verlieren die Pflegekräfte endgültig das Vertrauen in die Politik. Den Versprechen müssen endlich Taten folgen“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Bodo Keißner-Hesse. Die aktuelle Realität von Pflegenden sehe ganz anders aus: Politisch Verantwortliche delegierten Entscheidungen und Verantwortung an Nachgeordnete und das Pflegepersonal vor Ort, das dadurch noch stärker unter Druck geriete.   

Bessere Bezahlung

Gut ausgebildete und ordentlich bezahlte Pflegefachkräfte werden gebraucht – in der Altenpflege genauso wie in der Krankenpflege. Daher will die Bundesregierung die Arbeitssituation und Bezahlung der Pflegekräfte verbessern. Eine reformierte Ausbildung wird den Beruf wieder attraktiver machen. Am 1. Januar 2019 ist das „Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals“ in Kraft getreten mit dem Ziel, mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege zu schaffen.

In der Krankenpflege werden künftig die Kostenträger – also die Krankenkassen, aber auch Berufsgenossenschaften oder Unfallkassen – die Ausgaben für jede neue Pflegekraft übernehmen. Tariferhöhungen gehen nicht mehr zulasten der Krankenhäuser, sondern werden von den Kostenträgern finanziert.

Mit dem „Pflegepersonal-Stärkungsgesetz“ werden auch Neueinstellungen in der Altenpflege gefördert. Das Gesetz sieht 13 000 neue Stellen für stationäre Pflegeeinrichtungen vor. Die neuen Stellen werden in vollem Umfang von der Krankenversicherung finanziert. Über einen Pflegepersonalquotienten soll in Kliniken eine Mindestpersonalausstattung in der Pflege erreicht werden. Krankenhäuser, die nicht genug Pflegepersonal haben, müssen mit Sanktionen rechnen. Auch für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll gesorgt werden. Sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeheimen und Pflegediensten werden künftig Maßnahmen gefördert, die zur besseren Vereinbarkeit beitragen. Auch die betriebliche Gesundheitsförderung wird unterstützt.

Neue Ausbildungen

Die neuen Pflegeausbildungen sind am 1. Januar gestartet. Ihre Einführung wird begleitet durch die „Ausbildungsoffensive Pflege“. Hierzu wurde beschlossen, die Zahlen der Auszubildenden und der ausbildenden Einrichtungen bis 2023 im Bundesdurchschnitt um jeweils 10 Prozent zu steigern. Zudem verbessert die Bundesregierung die Bezahlung von Pflegekräften: Mit dem „Gesetz für bessere Löhne in der Pflege“ werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass flächendeckend nach Tarif bezahlt werden kann.
     

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Fachbereichsleitung
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