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10:44 14.05.2020
Trotz Corona-Krise: Die Therapiepraxen – ob Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie oder Podologie – sind auch weiterhin geöffnet. Medizinische Massagen sind weiterhin erlaubt, Wellnessmassagen dagegen nicht.

Ob Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden oder Podologen – unter den Heilmittelerbringern wächst in diesen Tagen allerorts die Verzweiflung. Grund dafür ist, dass wegen der Corona-Pandemie immer mehr Patienten ihre Behandlungstermine absagen.

Behandlung mit Verordnung ist erlaubt

Aber: Therapiepraxen stehen ihren Patienten mit vorliegender ärztlicher Verordnung weiterhin vollumfänglich zur Verfügung. Denn: Laut der Niedersächsischen Verordnung über die Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist der Besuch bei Angehörigen medizinischer Fachberufe, insbesondere der Physiotherapie, Ergotherapie oder der Osteopathie, soweit die Behandlung ärztlich veranlasst (mit Verordnung, §3 Nr. 4 Nds. GVBI Nr.8/2020) und unaufschiebbar ist, erlaubt.

Nicht erlaubt hingegen sind lediglich Behandlungen ohne ärztliche Verordnung, wie zum Beispiel Wellnessmassagen oder Beautybehandlungen. Medizinische Massagen sind dagegen – mit vorliegender ärztlicher Verordnung, durchgeführt von Physiotherapeuten oder medizinischen Bademeistern – weiter erlaubt und möglich.

Ein wchtiger Baustein im Gesundheitssystem

Hygiene und Desinfektion sind eigentlich selbstverständlich, aber in Coronazeiten noch wichtiger.
Hygiene und Desinfektion sind eigentlich selbstverständlich, aber in Coronazeiten noch wichtiger.

Therapiepraxen bilden einen wichtigen Baustein im deutschen Gesundheitssystem und gelten als systemrelevant. Eine funktionierende ambulante medizinische Heilmittelversorgung hilft, die Krankenhäuser und Arztpraxen zu entlasten. Denn auch in Zeiten von Corona gibt es Verletzungen, Krankheiten und Diagnosen, die eine therapeutische Behandlung erfordern.

Daher sind diese Praxen in Deutschland für Patienten – wie von den Behörden vorgesehen – weiterhin geöffnet. Selbstverständlich gilt dabei erhöhte Aufmerksamkeit dem Hygieneschutz für Patienten und Mitarbeiter.

Moderne, verantwortungsvolle Praxen arbeiteten bereits vor Auftreten des Corona-Virus’ mit hohen Hygienestandards. Dazu gehören das Bereitstellen von Desinfektion für Kunden und Mitarbeiter, das Verwenden und Auswechseln von Einmal-Vliesen für Gesicht und Körper und die Desinfektion und Reinigung der Geräte und Liegen vor und nach jeder Behandlung. Großzügig dimensionierte und gute belüftete Räume sorgen für Luftaustausch und ein gesundes Raumklima. In der aktuellen Phase tragen die Therapeuten während der Behandlung einen Mundschutz. Auch den Patienten wird das Tragen eines Mundschutzes empfohlen.

Viele Praxen stehen unter ständiger Aufsicht

Darüber hinaus werden in den Praxen regelmäßig alle Kontaktflächen wie Türklinken, Wasserhähne und Apparate desinfiziert. Außerdem wird sehr sensibel darauf geachtet, dass nur Patienten behandelt werden, die gesund sind und keinerlei Erkältungs- oder Grippesymptome zeigen. Die Physiotherapiepraxen beispielsweise stehen in Deutschland unter ständiger Aufsicht der lokalen Gesundheitsbehörden. In den Praxen arbeiten medizinisch hoch qualifizierte Mitarbeiter mit einer professionellen Ausbildung in Hygienestandards.

Aktuell ist im Rahmen der Corona-Krise von den Kassen die Möglichkeit der Online-Physiotherapie zugelassen worden. Dabei wird per Videochat (zum Beispiel mit Skype) unter Anleitung des Therapeuten die Krankengymnastik durchgeführt. Insbesondere für Risikogruppen bedeuten dieses eine Möglichkeit, Physiotherapie mit absoluter Infektionssicherheit wahrzunehmen.


Auch Hausbesuche sind möglich

Wenn Patienten für Reha-Maßnahmen nicht in die Praxis kommen können, machen die Therapeuten auch Hausbesuche. Foto: Catherine Heath/unsplash
Wenn Patienten für Reha-Maßnahmen nicht in die Praxis kommen können, machen die Therapeuten auch Hausbesuche. Foto: Catherine Heath/unsplash

Die Therapiepraxen in Stadt und Landkreis sind nicht nur weiterhin geöffnet, viele Therapeutinnen und Therapeuten bieten auch nach wie vor Hausbesuche an. Jede Praxis kann das allerdings nach eigenem Ermessen und nach dringender Notwendigkeit entscheiden.

„Gerade nach Operationen lassen wir unsere Patienten nicht allein“, verspricht Physiotherapeutin Marlis Pantaleo. „Zumal viele Reha-Einrichtungen zurzeit für Corona-Infizierte reserviert sind. Wenn es medizinisch notwendig ist, kommen wir nach Verordnung selbstverständlich ins Haus.“ Besonders akute Behandlungen, beispielsweise nach einem Schlaganfall, seien wichtig.

Gleiches gelte unter anderem für die Betreuung von an Multiple Sklerose (MS) Erkrankten. „Da kann die Therapie nicht ausgesetzt oder verschoben werden, sonst kann man nur schwer an bereits erzielte Erfolge wieder anknüpfen. Daher muss sie kontinuierlich weitergeführt werden“, so Marlis Pantaleo.

Anders sieht es unter Umständen bei regelmäßigen Anwendungen aus, die, wenn der Patient seine Übungen kennt und beherrscht, gegebenenfalls nach hinten geschoben werden können. Selbstverständlich werden sowohl in der Praxis als auch bei Hausbesuchen alle Hygienevorschriften penibel eingehalten.
  

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