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Home Sonderthemen Komplett Eigentor beschert Duo des STK Eilvese den Kreistitel
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09:22 29.10.2019
Im großen Finale der Kreismeisterschaft sitzen sich der STK Eilvese (vorne) und der TSV Gestorf gegenüber. FOTO: ANGELO FREIMUTH
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Im neuen Bootcamp der Sportschule des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) in Barsinghausen hat die neu eingeführte Kreismeisterschaft im eFootball ihr Debüt gefeiert. 24 Zweier-Teams von 18 Vereinen aus der Region Hannover spielten nicht nur um den Titel als beste Fifa-Mannschaft der Region, sondern auch um insgesamt drei Tickets für die Niedersachsenmeisterschaft, die am 19. Januar 2020 anlässlich des Sportbuzzer Masters in Hannover ausgespielt wird.

„Wir sind zufrieden mit dem Zuspruch. Wir hatten das Gefühl, hier etwas Gutes anzubieten“, bilanzierte Dominic Rahe, Leiter Neue Medien beim NFV, und betonte: „24 Teams an einem Samstag, wo Schalke gegen Dortmund spielt, ist mehr als okay. Umso größer ist jetzt natürlich die Vorfreude auf die Niedersachsenmeisterschaft und die Swiss Life Hall.“ Dort wird unter den besten Mannschaften aller Kreise erstmals der Landesmeister gekürt.

Bei den Titelkämpfen auf Kreisebene in Barsinghausen spielten die 24 Teilnehmer aber zunächst wie bei bekannten Fußballturnieren in einer Gruppenphase jeweils zwei Teilnehmer für das Achtelfinale aus. Danach ging es im K.-o.-System weiter. Alle Teilnehmer spielten dabei im sogenannten 85er-Modus: Das bedeutet, dass im aktuellen Fifa 20 alle Mannschaften gleich stark bewertet werden, um eine ungerechte Verteilung zu vermeiden. Dennoch kristallisierten sich mit dem FC Liverpool, dem FC Barcelona und der französischen Nationalmannschaft schnell drei Favoriten vieler Duos heraus – Teams, die auf schnelle Angreifer und ein starkes Mittelfeld vertrauen.


„Das hat viel spassgemacht. Es war vor allem sehr, sehr fair, das ist ein wichtiger Punkt“

Andreas Uherek, stellvertretender Kreisvorsitzender der Region Hannover


Nach einer von Fairness und Spaß bestimmten Gruppenphase stieg in der K.-o.-Phase allmählich die Spannung. Spätestens im Viertelfinale war der Druck bei den verbliebenen Teams greifbar, schließlich war das Ticket für das große Event im Januar schon in greifbarer Nähe. „Hinten raus hat man gemerkt, dass es ruhiger wurde und dann schon der Ehrgeiz da war, ins Halbfinale oder Finale zu kommen. Weil natürlich alle das Ziel haben, sich für Hannover zu qualifizieren“, urteilte Rahe.
  

In den Halbfinalen wird es ruhig im Bootcamp.
In den Halbfinalen wird es ruhig im Bootcamp.

Kurios: Gleich drei Viertelfinalen gingen in die Verlängerung. Bei hochklassigem eFootball und spannenden Duellen auf Augenhöhe zogen schließlich der STK Eilvese, das zweite Team des TSV Gestorf, der 1. FC Germania Egestorf/Langreder sowie der RSV Seelze, der sich im Viertelfinale ausgerechnet im Derby gegen den TuS Seelze durchgesetzt hatte, in die Runde der besten vier Mannschaften ein.

Im Halbfinale lieferten sich Gestorf und Egestorf einen furiosen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Nach einer spannenden Partie entschied schließlich Gestorf das Spiel mit 3:1 für sich und sicherte dem Verein damit bereits vor dem Endspiel ein Ticket zur Niedersachsenmeisterschaft. Das rundete einen erfolgreichen Nachmittag der Gestorfer ab, die mit zwei starken Mannschaften angereist waren. Das erste Team mit Bastian Moesgaard-Leth und Luca Remmer hatte eine perfekte Gruppenphase abgeliefert, war dann aber knapp am späteren Halbfinalisten Germania gescheitert. Dem Gestorfer Duo Nils Polepil/Senol Göktürk gelang damit sogar die Revanche für seine ausgeschiedenen Vereinskollegen.
  

Drei Viertelfinalen gehen in die Verlängerung.
Drei Viertelfinalen gehen in die Verlängerung.

Das zweite Halbfinale ging nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit bis ins Elfmeterschießen. Im Nervenkrimi behielt schließlich Eilvese die Nase vorn und setzte sich mit insgesamt 5:4 durch. Immerhin konnte Seelze das Spiel um Platz drei gewinnen und sich damit ebenfalls die Qualifikation für das Event in Hannover sichern. Im Endspiel standen sich aber letzten Endes Eilvese und Gestorf gegenüber. Auch hier blieb es spannend, ohne dass sich ein Finalist absetzen konnte. Die Entscheidung fiel erst in der Schlussphase und das auch noch besonders kurios: Ausgerechnet ein Eigentor der Gestorfer sorgte am Ende für den 2:1-Sieg des STK Eilvese, der sich damit zum ersten Kreismeister der Region Hannover im eFootball krönte.

„Das hat viel Spaß gemacht. Es war vor allem sehr, sehr fair, das ist ein wichtiger Punkt“, resümierte Andreas Uherek, stellvertretender Kreisvorsitzender der Region Hannover. In den kommenden Wochen werden sich in ganz Niedersachsen Vereine packende Fifa-Duelle liefern, um sich eines der begehrten Tickets für die Swiss Life Hall zu sichern. Das große Ziel lautet: Die Niedersachsenmeisterschaft im Januar. „Unser eigener Anspruch ist groß an die Niedersachsenmeisterschaft und unsere Erwartungen dementsprechend auch. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das erfüllen können“, betonte Rahe abschließend.


Milo Waldhüter und Nico Kiedrowski vom STK Eilvese setzen sich in Barsinghausen die Krone auf. FOTO: ANGELO FREIMUTH
Milo Waldhüter und Nico Kiedrowski vom STK Eilvese setzen sich in Barsinghausen die Krone auf. FOTO: ANGELO FREIMUTH

Wie fühlt sich dieser Sieg bei der Kreismeisterschaft an?

Nico Kiedrowski: Wir haben jetzt zum ersten Mal so ein Turnier gespielt. Wir spielen ja eigentlich jeden Tag Fifa. Aber so zu zweit, bei so einem großen Turnier, wo man gucken muss, wie jeder spielt, war es etwas Besonderes.

Milo Waldhüter: Wir haben im Vorfeld auch niemals dran gedacht, dass wir das gewinnen.

Was wollt ihr bei der Niedersachsenmeisterschaft erreichen?

Kiedrowski: Wenn wir beide da so zusammenspielen wie heute, haben wir gute Chancen. Wir können beide sehr gut verteidigen, das ist unsere Stärke.

Und wie war die Umstellung zum 85er-Modus?

Waldhüter: Also am Anfang war es komisch. Es war auf einmal richtig langsam. Aber an sich ging es, das Verteidigen war ja gleich.

Kiedrowski: Es war eine Umstellung, aber das kam uns relativ gelegen.

Wie haben Sie sich auf das Turnier vorbereitet?

Waldhüter: Wir haben eigentlich gesagt, dass wir uns treffen und trainieren wollen, aber das haben wir dann nicht so oft gemacht. Wir haben höchstens acht, neun Spiele zusammen gemacht.

Wie ist Ihr Eindruck von dem Turnier?

Waldhüter: Die Organisation war richtig gut, wir hatten bestes Equipment. Ich fand es richtig gut.

Habt Ihr eure Nerven gespürt und wart erschöpft?

Kiedrowski: Erschöpft eigentlich gar nicht. Im Viertelfinale und im Halbfinale hat man dann so gemerkt, dass das Herz ein bisschen mehr klopft. Im Finale eigentlich gar nicht mehr, da waren wir fast am entspanntesten.

Haben Sie einen Plan, wie Sie sich auf die Niedersachsenmeisterschaft vorbereiten wollt?

Waldhüter: Das wissen wir noch nicht, vielleicht ein bisschen vorher trainieren. Wir haben uns ja jetzt gewöhnt an den Modus und wie das alles abläuft.

Kiedrowski: Das wird genauso sein wie jetzt: Wir treffen uns eine Woche vorher ein-, zweimal und gucken dann, wie wir spielen. Wir machen jetzt kein besonderes Taktiktraining oder so.

Wie war die Unterstützung in Ihrem Verein?

Waldhüter: Die haben gleich gesagt, dass wir beide spielen sollen. Wir sind auch gerade verletzt und die sagen eh immer: ‚Ihr spielt viel Fifa‘.
  

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