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14:37 16.09.2020
HERAUSFORDERUNG KLIMAWANDEL: Prof. Dr. Martin Achmus setzt beim Thema Wasserversorgung auf technische Lösungen. Privat

Die Probleme des Klimawandels und der Ressourcenknappheit werden in der Öffentlichkeit zunehmend wahrgenommen. Um den wachsenden Problemen zu begegnen, ist qualifiziertes Personal erforderlich. Das spiegelt sich auch an der Leibniz Universität Hannover wider. Prof. Dr. Martin Achmus, Studiendekan Bauingenieurwesen an der Leibniz Universität Hannover, sieht dafür gute Gründe.

In den vergangenen Jahren hat sich das Bewusstsein für Ökologie, Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei vielen Menschen und Unternehmen stärker ausgeprägt. Das sieht man auch an den Studiengängen, die die Leibniz Universität anbietet.

Ja, das Spektrum ist breiter geworden. Wir haben erst im vorigen Wintersemester mit einem neuen Studiengang begonnen, der sehr gut angenommen wurde: mit dem Master Umweltingenieurwesen. Wir wollen damit der wachsenden Bedeutung dieses Bereichs Rechnung tragen und gleichzeitig die Bedeutung der Wassersäule an unserer Fakultät noch stärker unterstreichen.

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Was heißt das konkret?

Wir sind, was das Thema Wasser betrifft, mit fünf Instituten sehr stark aufgestellt. Inhaltlich geht es dabei zum Beispiel um Abwasserreinigung, Wasserversorgung und Wassermanagement, Wasserbau, Küsteningenieurwesen und Schadstoffausbreitung im Grundwasser. Allein daran sieht man schon, dass das Thema sehr vielfältig ist – und gesellschaftlich immer wichtiger wird.

Welche Voraussetzung sollten Jugendliche erfüllen, um in dieser technischen Richtung erfolgreich zu studieren?

Generell gilt für Interessenten an Ingenieurstudiengängen, dass sie keine Angst vor Mathe haben sollten. Außerdem sollten sie bereit sein, ernsthaft zu arbeiten. Ingenieurstudiengänge sind generell anspruchsvoll – wer motiviert ist, schafft das aber! Bewerber für den Masterstudiengang Umweltingenieurwesen müssen bereits einen Bachelor im Ingenieurwesen haben, bringen also die Grundvoraussetzungen bereits mit. Außerdem sollten sie vor allem Lust an Umwelt- und Umweltschutzthemen haben.

Technik, Mathe … – das spricht sicherlich vor allem junge Männer an?

Das täuscht. Natürlich studieren immer noch mehr Männer als Frauen Bauingenieurwesen, vielleicht, weil viele bei Bauingenieuren immer noch ein bestimmtes Bild im Kopf haben: der Mann, der mit Helm auf der Baustelle arbeitet. Doch schon, als wir vor vielen Jahren den Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen umstrukturiert und in Bau- und Umweltingenieurwesen umbenannt haben, konnten wir eine erhöhte Frauenquote feststellen. Ein Umweltstudium scheint also auch für viele Frauen erstrebenswert. Im Master Umweltingenieurwesen hatten wir im ersten Jahr eine Frauenquote von 51 Prozent.

Der Klimawandel schreitet voran, die Umweltprobleme werden drängender. Wie wirkt sich das auf die Studieninhalte aus?

Die Inhalte müssen natürlich an die sich verändernden Anforderungen angepasst werden – das ist in einem ständigen Fluss. Auch die Umweltgesetzgebung, die immer stringenter wird, muss dabei regelmäßig berücksichtigt werden.

Neue Aufgaben, neue Jobs?

Ja, das bedeutet am Ende auch, dass der Bedarf an Fachkräften steigt und neue Arbeitsbereiche für die Absolventen entstehen.

Zum Beispiel?

Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es beispielsweise seit einiger Zeit Umweltoffiziere, die an Bord die Standards in den Bereichen Umweltschutz und Gefahrstoffmanagement umsetzen: Das reicht von Müllentsorgung bis zur Kontrolle von Grenzwerten. Aber natürlich wächst in Zukunft auch der Bedarf an Fachkräften, wenn es um die Wasserversorgung geht.

Weil das Wasser knapp wird …

… ja, der Klimawandel führt dazu, dass die Wasserversorgung auch in Regionen, die bisher keine Probleme hatten, inzwischen ein Riesenthema ist. Das Wetter verändert sich, und darauf müssen wir, unter anderem mit technischen Lösungen, reagieren. Dafür sind sowohl Bau- als auch Umweltingenieure gefragt.

Interview: Katrin Schreiter

Zur Person:

Martin Achmus hat von 1984 bis 1990 Bauingenieurwesen an der Universität Hannover studiert und danach dort auch promoviert. Nach einigen Jahren Praxistätigkeit im Ingenieurbüro wurde er 1998 zunächst als Professor für Grundbau und Bodenmechanik an die Universität Essen und 2001 schließlich als Professor für Geotechnik an die Leibniz Universität Hannover berufen. Seit 2012 ist er auch Studiendekan für das Bauingenieurwesen an der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie.

Probleme in der Ausbildung: Wo es schnelle Hilfe gibt

aktiv Hilfe suchen: Wenn es im Betrieb Probleme gibt, sollten sich Azubis beraten lassen – zum Beispiel bei der entsprechenden Kammer. Zacharie Scheurer/dpa-mag
aktiv Hilfe suchen: Wenn es im Betrieb Probleme gibt, sollten sich Azubis beraten lassen – zum Beispiel bei der entsprechenden Kammer. Zacharie Scheurer/dpa-mag

Wer in der Ausbildung Schwierigkeiten hat, muss nicht gleich alles hinschmeißen oder gar abbrechen. Es gibt verschiedene Unterstützungsangebote, die Azubis wahrnehmen können. Darauf weist die Bundesagentur für Arbeit auf ihrem Portal planet-beruf.de hin.

In einem ersten Schritt können sich die Betroffenen etwa an Beratungslehrkräfte an der Berufsschule oder den Ausbildungsverantwortlichen im Betrieb wenden. Auch bei der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer stehen Beraterinnen und Berater als Ansprechpartner zur Verfügung.

Eine weitere Möglichkeit ist die bundesweite Initiative VerA (Verhinderung für Ausbildungsabbrüchen). Ehrenamtliche Helferinnen oder Helfer im Ruhestand stehen Auszubildenden dabei in der Regel für ein Jahr als Mentor zur Seite und unterstützen sie, wenn es zum Beispiel Probleme im Ausbildungsbetrieb gibt. Azubis können eine Begleitung über die Webseite, per Mail oder via Telefon anfordern.

Bei der Agentur für Arbeit können zudem die sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) oder eine Assistierte Ausbildung beantragt werden. Bei Ersterer bekommen Azubis für mindestens drei Stunden pro Woche etwa Nachhilfe, Unterstützung für die Prüfungsvorbereitung oder bei Alltagsproblemen. Kosten gibt es keine.

Während einer Assistierten Ausbildung steht Auszubildenden ein persönlicher Ansprechpartner zur Seite. Jugendliche bekommen zudem Nachhilfe. Teilnehmen kann, wer von der Arbeitsagentur vorgeschlagen wird. Am besten sprechen Jugendliche mit den Berufsberatern der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter über diese Möglichkeit. dpa/tmn
  

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