Menü
Anmelden
Wetter Regenschauer
9°/5°Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover

Home Sonderthemen Hannover Region Süd-West Anordnungen sind nicht immer leicht zu verstehen und umzusetzen, so Monika Jansen aus Wennigsen und Jens Paul vom Haus Gehrden
Anzeige
08:14 28.01.2021
Monika Jansen vom gleichnamigen mobilen Pflegedienst und Jens Paul, Leiter im Haus Gehrden, bieten zusammen mit ihren Teams jeweils unverbindliche und kostenlose Erstgespräche an und informieren Angehörige ausführlich über ihre Dienste und Serviceleistungen.

Zweifelsohne sind es die Pflegedienste und Pflegeheime, die in der Corona-Pandemie eine große Verantwortung für das Wohl ihrer ihnen anvertrauten Menschen tragen. Nicht immer ist es leicht, die Verordnungen und Vorgaben der Behörden praktisch umzusetzen. Die Redaktion „Aktive Hilfe“ sprach mit Monika Jansen, Inhaberin des gleichnamigen mobilen Pflegedienstes aus Bredenbeck, sowie mit Jens Paul, Leiter der Senioreneinrichtung Haus Gehrden, über die aktuelle Situation.

Wie stellt sich aktuell die Situation in Ihrem Unternehmen dar?

Jansen: Wir haben unsere Hygieneregeln nach den RKI-Anweisungen angepasst. Wir informieren Mitarbeiter und Patienten regelmäßig über die aktuelle Lage, dadurch fühlen sich alle gut mitgenommen.

Paul: Das Haus ist aktuell für Besucher geschlossen. Mitarbeiter, Lieferanten und offizielle Besucher etc. müssen sich strengen Hygiene- und Sicherheitsregeln unterziehen. Unter anderem einem Schnelltest.

Gibt es an Covid 19 erkrankte Kunden, Bewohner und Mitarbeiter?

Jansen: Wir sind bis jetzt von direkten Infektionen verschont geblieben.

Paul: Wie bereits mehrfach berichtet, haben wir vor wenigen Wochen erste Covid-19-Infektionen in unserer Einrichtung festgestellt. Allgemein verlaufen diese bei den betroffenen Bewohnern zum Glück mit nur leichten Symptomen.

Welche Maßnahmen haben Sie realisiert, um trotz der Virusgefahr sich selbst und Ihre Mitarbeiter zu schützen?

Jansen: Strenge Hygieneregeln, die dem Infektionsgeschehen angepasst werden, zudem ausreichend Schutzkleidung für alle Mitarbeiterinnen/ Mitarbeiter. Das alles wird engmaschig kontrolliert. Seit diesen Montag werden unsere Mitarbeiter täglich getestet.

Paul: Wir haben alle Mitarbeiter mit den sicheren FFP-2-Masken ausgestattet, und wie oben schon beantwortet, muss sich jeder, der unser Haus betritt einem Schnelltest unterziehen. Dass sich alle an die ansonsten gültigen und bekannten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen halten, ist selbstverständlich.

Wie gehen Ihre Mitarbeiter mit der täglichen Situation um?

Jansen: Unsere Mitarbeiter fühlen sich gut aufgehoben, da die strengen Hygieneregeln im Team eingehalten werden. Aufklärung unterstützt zudem die Sicherheit in der Pflege, und dennoch wird die psychische Belastung durch die Kontaktbeschränkungen und die Kinderbetreuung immer größer.

Paul: Ich kann gar nicht genug loben: Alle sind hoch motiviert kämpfen jeden Tag darum, dass für unsere Bewohner ein wenig Normalität erhalten bleibt.

Halten Sie die aktuellen Corona-Regeln für ausreichend?

Jansen: Wenn alle die Regeln einhalten, dann sind wir sicher gut aufgestellt. Dennoch würde ich mir wünschen, dass zum Beispiel die Teilnehmer der Tagespflegen alle strickt vor jedem Besuch dieser Einrichtungen getestet werden.

Paul: Wenn denn alle angekündigten Regeln und Vorgaben seitens der übergeordneten Bundesbehörden eingehalten würden oder eingehalten werden könnten – dann ja. Aktuell ist es aber leider so, dass vieles nicht so funktioniert wie es sein sollte. Ganz besonders kritisch sehe ich die Tatsache, dass das Impfen noch nicht so richtig vorangekommen ist. Für unser Haus gibt es noch nicht einmal einen Termin.

Was würden Sie ändern oder ergänzen?

Jansen: Seit Montag dieser Woche ist es Pflicht, dass Pflegeheime und Pflegedienste ihre Pflegekräfte täglich testen. Wenn alle den Kontakt zu Pflegebedürftigen und Kranken haben das Einhalten, dann ist uns schon geholfen.

Paul: Die Kommunikation zwischen den Behörden und jenen, die das ausführen und realisieren sollen, was die Regierung beschließt, muss zwingend besser werden. Wir an der Basis brauchen zuverlässige und gut informierte Ansprechpartner.


"Wir haben unsere Hygieneregeln nach den RKI-Anweisungen angepasst. Wir informieren Mitarbeiter und Patienten regelmäßig über die aktuelle Lage.“

Monika Jansen, Inhaberin des gleichnamigen mobilen Pflegedienstes


Wie stellt sich die Zusammenarbeit mit den Behörden dar? Werden Sie ausreichend unterstützt?

Jansen: Ich denke, die Behörden tun ihr Bestes, auch wenn das, was uns vorgegeben wird, nicht immer leicht zu verstehen und oftmals schwer umzusetzen ist.

Paul: Die Leute dort geben sich große Mühe. Menschlich ist die Zusammenarbeit sehr gut, aber oftmals wissen auch unsere Ansprechpartner nicht, was da gerade wieder angeordnet wurde.

Wie weit wurden Sie und die Bewohner beziehungsweise Kunden bereits geimpft?

Jansen: Bis heute haben weder unsere Kunden noch unsere Pflegeeinrichtung einen Termin bekommen

Paul: Komplette Fehlanzeige.

Wird Ihr Unternehmen zurzeit wegen der Pandemie finanziell unterstützt?

Jansen: Es gibt den sogenannten Rettungsschirm, durch den wir unsere Ausgaben geltend machen können. Jedoch müssen wir mit Schutzkleidung und Schnelltests in Vorleistung gehen.

Paul: Teilweise. Die coranabedingten Mehrkosten unter dem Pflegerettungsschirm wurden oder werden erstattet. Dazu zählen unter anderem Schutzleidung sowie Schnelltests.


"Das Haus ist aktuell für Besucher geschlossen. Mitarbeiter, Lieferanten und offizielle Besucher müssen sich strengen Hygiene- und Sicherheitsregeln unterziehen.“

Jens Paul, Leiter der Senioreneinrichtung Haus Gehrden


Mussten Sie Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken?

Jansen: Nein.

Paul: Nein, eher in Langzeitarbeit. Soll heißen, dass bei uns die Mitarbeiter teilweise wesentlich mehr arbeiten als vor der Pandemie.

Sollte der Lockdown verlängert werden? Was spricht aus Ihrer Sicht dafür beziehungsweise dagegen?

Jansen: Ja, er sollte so lange bestehen bleiben, bis die Zahlen der Neuinfizierten deutlich niedriger sind und eine große Zahl von Menschen geimpft wurde. Nur so sind wir auf der sicheren Seite.

Wir sind froh, dass unsere Kunden sich an die vorgeschriebenen Maßnahmen halten und uns dadurch unterstützen.

Paul: Wenn die Impfgeschwindigkeit erhöht werden kann, dann denke ich, dass es nicht zwingend nötig ist, den Lockdown zu verlängern.

Sollte das aber weiterhin so schleppend verlaufen, dann befürchte ich, dass wir um eine Verlängerung und evtl. noch verschärfte Maßnahmen nicht herumkommen.

Vielen Dank für das Gespräch.
                    

2
/
2