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09:51 28.12.2021
Die drei Ostendorp-Generationen mit Leidenschaft fürs Malerhandwerk: Björn Ostendorp (von rechts) mit Vater Jens Ostendorp und Sohn Florian

Jens Ostendorp ist jetzt 74 Jahre alt und seit der Gründung des Familienbetriebs dabei. „Mit 14 habe ich angefangen, jetzt bin ich 74“, sagt der Malermeister mit Blick auf die bereits 60 Jahre währende Firmengeschichte des Unternehmens Malermeister Ostendorp. Jürn Ostendorp machte sich 1961 selbstständig. Der Firmengründer spannte Sohn Jens für Handlangerdienste ein. Das bedeutete im Klartext: Tapeten abreißen, Vorarbeiten machen, kratzen und schleifen. Entlohnung gab es für den Arbeitseinsatz nicht. „Geld war knapp – wir waren fünf Kinder zu Hause“, blickt Jens Ostendorp zurück. 1963 beginnt er seine Lehre im Betrieb seines Vaters und schließt gleich zu Beginn einen Bausparvertrag ab. „Da ging mein kompletter Lohn rein. Aber für jede Überstunde gab es eine Mark. Davon habe ich gelebt“, erzählt Jens Ostendorp und fügt an: „Das war damals natürlich nur möglich, weil man noch zu Hause wohnen konnte“.

Jens Ostendorp macht der vielseitige Beruf des Malers sehr viel Spaß. Doch das Verhältnis zum Vater birgt auch manche Spannung. Deshalb geht Jens Ostendorp, den Gesellenbrief in der Tasche, erst einmal zur Bundeswehr. Als er anschließend wieder in den väterlichen Betrieb zurückkehrt, klappt es besser mit seinem „alten Herren“ und Jens Ostendorp peilt als nächste Etappe den Meisterbrief an.



    
"Mit 14 habe ich angefangen, jetzt bin ich 74."


Jens Ostendorp, Malermeister Ostendorp


Den besteht er mit der Note 1,2. Beim Leistungswettbewerb des Malerhandwerks lackiert Jens Ostendorp Musterplatten, liefert Schriftproben und beweist, dass er viele weitere, typische Techniken seines Handwerks beherrscht. Das macht er so meisterlich, dass er in Hannover Kammersieger und später Landessieger in Niedersachsen wird. Auf Bundesebene erringt Jens Ostendorp schließlich den siebten Platz. 1976 bekommt er von der Stiftung für Begabtenförderung deshalb 5000 D-Mark. „Das war eine gute Starthilfe“, erinnert sich Jens Ostendorp, der mit 29 Jahren Malermeister ist. Als Firmengründer Jürn Ostendorp 1985 in Rente geht, übernimmt Sohn Jens Ostendorp, als zweite Generation die Geschicke.

Das blau-gelbe Logo kennt in Langenhagen jeder

Jens Ostendorps Lieblingsfarben, gelb und blau, kennt in Langenhagen übrigens jedes Kind. Sie verleihen Firmenlogo und -Fahrzeugen die unverwechselbare Farbgebung. „Das Logo habe ich während der Meisterschule entwickelt“, verrät Jens Ostendorp. Inzwischen sei er seit fünf Jahren praktisch raus aus dem Betrieb, erklärt der 74-jährige. Aber er hat einen gewissen Stil geprägt und vorgelebt.

Sein Interesse für das Malerhandwerk ist jedenfalls bis heute ungebrochen und auch die Nachwuchsförderung bleibt ihm ein wichtiges Anliegen. Jens Ostendorp, selbst vierfacher Vater und inzwischen sogar Opa, findet es erfrischend, mit jungen Menschen in Kontakt zu bleiben. Zu den zahlreichen Auszubildenden, denen im Familienbetrieb das Malerhandwerk nähergebracht wurde, zählt auch Sohn Björn. Auch auf dessen blau-gelber Visitenkarte steht Malermeister Ostendorp und Eingeweihte wissen – er ist die dritte Generation.

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