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14:51 22.01.2021
Da bei der Trauerfeier derzeit nicht viele Gäste teilnehmen dürfen, bietet sich ein Gedenkbrief für Verwandte, Freunde, Bekannte und Kollegen an.

Weil Infektionsschutz die bekannten und gern praktizierten Rituale des Abschiednehmens in den zurückliegenden Monaten stark verändert hat, bieten sich neue Formen an.

Können bei der Trauerfeier, in der Pastor oder Trauerrednerin das Leben des Verstorbenen Revue passieren lassen, derzeit nur wenige Zuhörer dabei sein, bietet sich ein Erinnerungsbrief als alternative Form an.

So besteht die Möglichkeit, die Abschiedsworte schön auf Papier zu drucken und als Brief zu verschicken oder als E-Mail zu versenden. Anstelle des gesprochenen Wortes steht ein Text, der sich mit Fotografien aus dem Leben des Toten ergänzen lässt. Aber auch eine Gedenkseite, wie sie inzwischen namhafte Bestattungsinstitute anbieten, ermöglichen eine persönliche Erinnerung. Man kann sogar eine virtuelle Kerze entzünden.

Erinnerungsurnen sind recht klein und haben im Verschluss eine Aussparung für ein Teelicht.
Erinnerungsurnen sind recht klein und haben im Verschluss eine Aussparung für ein Teelicht.

Die Erinnerungsurne

Für die Hinterbliebenen, die am Verlust schwer zu tragen haben, gibt es mit der sogenannten Erinnerungsurne eine gesetzeskonforme Möglichkeit, den Verstorben ideell in der Nähe zu behalten. Jedenfalls wenn die Einäscherung gewünscht wurde. Die Erinnerungsurne sieht der echte, mit Asche gefüllten Urne, ähnlich. Allerdings ist sie deutlich kleiner, so dass sie zu Hause platziert werden kann. Im oberen Verschluss hat sie zudem eine Aussparung für ein Teelicht. Wer seinen Nachfahren konkrete Wünsche, von der bevorzugten Bestattungsform und dem Bestattungsort bis zu den Lieblingsliedern hinterlässt, gibt ihnen wichtige Hinweise.

Eine ganz persönliche Sammlung an Bildern, Texten und Gedichten zählt zu den Hinterlassenschaften, die den Nachfahren ein großer Trost sein kann.

Einen Nachruf schreiben

Ein Nachruf ist eine Form, um einem Verstorbenen würdevoll zu gedenken und die Erinnerung an ihn zu bewahren. Die Wörter Nachruf und Nekrolog werden häufig im allgemeinen Sprachgebrauch gleichgesetzt, was jedoch nicht ganz richtig ist. Der Nekrolog, abgeleitet aus dem mittellateinischen Wort „necrologicum“, bedeutet übersetzt Totenregister. So handelt es sich bei einem Nekrolog eher um ein Totenverzeichnis und unterscheidet sich daher vom Nachruf. Nachrufe können von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten, ehemaligen Arbeitgebern sowie Kollegen des Verstorbenen verfasst werden. Abhängig vom jeweiligen Personenkreis lässt sich dieser mehr oder weniger persönlich gestalten. Ein kurz gehaltener Nachruf sollte verschiedene Informationen beinhalten. So sollten in ihm der Name und die Lebensdaten des Verstorbenen enthalten sein. Den Mittelteil des Nachrufs umfasst ein kurzer Text, dessen Inhalt von der Beziehung zum Verstorbenen abhängt. Eine Beileidsbekundung bildet den Abschluss. Nachrufe werden traditionell in Printmedien veröffentlicht. Dies können beispielsweise Tageszeitungen sein, in denen Nachrufe üblicherweise in der Rubrik Traueranzeigen erscheinen. Heutzutage hat es sich ebenfalls etabliert, Nachrufe auf speziellen Gedenkseiten digital zu veröffentlichen. Hierbei besteht ebenfalls die Möglichkeit, Fotos, Videos oder Texte des Verstorbenen öffentlich zu machen. Im Gegensatz zu Nachrufen in Printmedien gibt es einen größeren Spielraum, was den Umfang anbelangt. lps/Jm


Naturstein gibt Grabstätte besonderen Charakter

Steinmetze berücksichtigen die Wünsche der Hinterbliebenen auch in Bezug auf Pflegebedarf

Felsartige Entwürfe sind ein Sinnbild der Ewigkeit. Blätter im Wind erinnern uns an die eigene Vergänglichkeit. Foto: BIV Steinmetze/Richard Watzke
Felsartige Entwürfe sind ein Sinnbild der Ewigkeit. Blätter im Wind erinnern uns an die eigene Vergänglichkeit. Foto: BIV Steinmetze/Richard Watzke

Das Leben kennt Wachsen, aber auch Vergehen. Freude und Trauer sind untrennbar miteinander verbunden Die Wahl des Naturstein-Rohmaterials ist ein wichtiger Teil der Gestaltung. Der Stein kann aus der nahen Umgebung des Wohnortes, aus der ursprünglichen Heimatregion des Verstorbenen oder der Nähe eines ob besuchten Urlaubsortes stammen. In Europa gibt es zahlreiche Vorkommen, die sich für Grabdenkmale eigenen und aufgrund kurzer Transportwege zudem auch noch besonders ökologisch sind.

Zusätzlich besteht bei Natursteinen aus Europa die Gewissheit, dass bei der Gewinnung und Verarbeitung hohe Standards eingehalten werden. Diese gelten für die Arbeitssicherheit im Steinbruch und in den Natursteinwerken, für den Schutz und die soziale Stellung der Mitarbeiter, aber auch für den umweltverträglichen Abbau des Rohmaterials sowie die ressourcenschonende Weiterverarbeitung beim Steinmetz.

Viele Friedhöfe bieten heute ein umfangreiches Angebot an Bestattungsmöglichkeiten. Dies erlaubt es den Steinmetzen, die Wünsche der Angehörigen auch beim Pflegebedarf zu berücksichtigen. Wer sich aufgrund seiner Lebenssituation selten um eine Grabstätte kümmern kann, wählt ein Grabzeichen mit pflegeleichterer Oberfläche und unempfindlicher Dauerbepflanzung. Wer sich intensiver der Pflege der Grabstätte widmen möchte, findet in einer Grabanlage die beste Lösung, die im Einklang mit den Jahreszeiten vielfältig bepflanzt wird und bei der die strukturierte oder handwerklich bearbeitete Steinoberfläche regelmäßig gereinigt und gepflegt wird. Der Steinmetz wird schon zu Beginn der Beratung auf die unterschiedlichen Möglichkeiten hinweisen und seine Entwürfe daraufhin mit den Angehörigen abstimmen. Quelle: BIV Steinmetz, Bundesverband Deutscher Steinmetze

Die acht Schritte zum persönlichen Grabdenkmal

Ein Symbol der Trennung: Ein Steinmetz keilt ein Teilstück eines Grabzeichens ab. Foto: BIV Steinmetze/Richard Watzke
Ein Symbol der Trennung: Ein Steinmetz keilt ein Teilstück eines Grabzeichens ab. Foto: BIV Steinmetze/Richard Watzke

1. Entscheidungen gemeinsam treffen: Ein rechtzeitiger Gedankenaustausch ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass eine Grabanlage den Wünschen des Verstorbenen und auch den Vorstellungen und Möglichkeiten der Angehörigen entspricht. Die Grundsatzentscheidung für eine Grabstätte auf dem Friedhof sollte daher möglichst frühzeitig als Vorsorge mit dem familiären Umfeld geklärt werden.

2. An Steinmetze, Bestatter und Friedhofsgärtner denken: Bei der Gestaltung, Errichtung und Pflege einer Grabstätte sind verschiedene Akteure beteiligt. Damit das Ergebnis die Wünsche von Verstorbenen und Angehörigen langfristig erfüllt, ist eine vertrauenswürdige und offene Kommunikation aller Beteiligten unbedingt empfehlenswert.

3. Am Entwurfsprozess teilhaben: Im Einklang mit den lokalen Gegebenheiten des Friedhofs wird die Art der Grabstätte ausgewählt, die am besten zu den Wünschen und Vorstellungen aller Betroffenen passt. Persönliche Anregungen und Wünsche, aber auch Charaktereigenschaften, der Beruf und Hobbies des Verstorbenen sind wichtige Elemente, die der Steinmetz beim Entwurf einbezieht. Unabhängig von der Größe der Grabstätte sind individuelle und persönliche Gestaltungen bei Erd- und auch bei Urnengräbern möglich.

4. Pflegeaufwand realistisch einschätzen: Die Pflege der Bepflanzung ist für viele Angehörige ein wichtiger Teil der Trauerbewältigung. Abhängig vom Wandel der Lebenssituation, der Mobilität und zur Verfügung stehenden Zeit können sich die Möglichkeit und Bereitschaft zu einer intensiven Grabpflege im Laufe der Zeit jedoch ändern.

5. Blumen und Gegenständen ablegen: Viele Angehörige und Freunde möchten beim Besuch der Grabstätte persönliche Zeichen der Verbundenheit setzen. Dies können Kieselsteine sein, aber auch kleinere Gegenstände oder Blumen. Beim Entwurf des Grabzeichens berücksichtigt der Steinmetz diese Wünsche und kann auch beraten, ob und wie dieses Zeichensetzen während der Laufzeit der Grabstätte veränderbar ist.

6. Spätere Inschriften einplanen: Für die Gestaltung der Schrift und der Ornamente ist zu entscheiden, ob diese abstrakt oder figürlich gehalten werden. Neben klassischen Schriftarten kann der Steinmetz auch die individuelle Handschrift des Verstorbenen umsetzen. Die Anordnung der Schrift ist ein wesentliches Gestaltungselement. Sollen später weitere Inschriften folgen, ist der Platzbedarf bereits bei der Erstschrift zu berücksichtigen.

7. Das passende Material auswählen: Unter den Aspekten der Ökologie und Nachhaltigkeit, aber auch der Einhaltung sozialer und umweltschonender Produktionsstandards sind Grabzeichen aus europäischen Natursteinen empfehlenswert. Die Materialwahl kann ein Teil der individuellen Gestaltung sein, beispielsweise bei einem Stein aus der Heimat oder einer Lieblings-Urlaubsregion.

8. Standort und Oberfläche abstimmen: Abhängig vom Standort – unter Bäumen, vor Büschen, auf einer Rasenfläche – patiniert die Oberfläche des Grabsteins unterschiedlich. Glatte Flächen sind pflegeleichter, spaltraue oder handwerklich bearbeitete Flächen wirken natürlich, sind aber anfälliger für organische Verfärbungen und Bewuchs durch Mose. Die Art der Oberflächenbearbeitung beeinflusst daher, ob und wie sich das Grabzeichen über die Jahre wandelt. Quelle: BIV Steinmetz, Bundesverband Deutscher Steinmetze

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