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19:02 26.09.2021
Gefahr im web: Während der Pandemie hat die Bedrohung im Netz zugenommen. Getty Images/ iStockphoto

Hacker stehlen sensible Daten einer Schweizer Kommunalverwaltung, attackieren ein Düsseldorfer Krankenhaus und eine Pipeline in den USA. Zahlreiche Banden versuchen mittels Ransomware, Unternehmen durch Verschlüsselung ihrer Daten zu erpressen. „Je stärker Wirtschaft und Gesellschaft digitalisiert und vernetzt werden, desto größer wird die Bedrohung“, sagt Prof. Oleg Lobachev, der an der Leibniz Fachhochschule Hannover den Studiengang IT-Security leitet. Makaber, aber wahr: Cyberkriminalität schafft glänzende Berufsperspektiven für alle, die Unternehmen und Institutionen vor Bedrohungen aus der Tiefe des Netzes schützen.

Leibniz Universität Hannover

Internet der Dinge lässt Cyberkriminalität wachsen

„Das Problem wird weiterwachsen“, sagt Lobachev. Er verweist auf den Trend zur Heimarbeit, der durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde und die Angriffsmöglichkeiten für Hacker potenziert. Dazu kommt das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT): Wenn alles mit allem vernetzt wird, wenn Autos und Ampeln miteinander kommunizieren, Maschinen in der Produktion Daten tauschen und der Kühlschrank mit dem Lieferdienst verbunden ist, schaffe das paradiesische Möglichkeiten für Cyberkriminelle.

„Bisher sind wir praktisch außerstande, die wachsende Zahl verbundener Geräte sicherheitstechnisch auf dem aktuellen Stand stellt und eine Botschaft transportiert.“ Wichtiger als die Form ist im Anschreiben seiner Meinung nach der Inhalt. Bewerberinnen und Bewerber sollten sich so zeigen, wie sie sind. So ziehe man Firmen an, die einen wollen, und filtere unpassende Stellen früh aus. Sie oder du? Direkt nachfragen Kommt eine Einladung zum Bewerbungsgespräch, rät Klärchen: „Sie oder du – sprechen Sie diesen Punkt am besten gleich am Anfang an.“ Sonst frage man sich ständig, ob man das Gegenüber nun duzen oder siezen soll, und ist vom eigentlichen Inhalt abgelenkt. zu halten“, sagt Lobachev. So veralten Firmund Software schnell und sind nach kurzer Zeit sicherheitstechnisch überholt. Technisch wäre dabei viel mehr machbar, so Lobachev. Aber das theoretisch Mögliche wird meist nicht umgesetzt: durch mangelndes Sicherheitsbewusstsein und zu geringe Budgets in Unternehmen und Institutionen.



Je stärker Wirtschaft und Gesellschaft digitalisiert und vernetzt werden, desto größer wird die Bedrohung.

Prof. Oleg Lobachev, Leibniz Fachhochschule Hannover


Spezialisten für IT-Sicherheit stehen daher vor einer dreifachen Herausforderung: Sie müssen Hard- und Software auf den neuesten Stand bringen, mit Vorstand sowie Geschäftsführung ums Budget kämpfen und zugleich Mitarbeitende und Führungskräfte für das Thema sensibilisieren. „Wir brauchen Menschen, die im Team arbeiten können, die andere überzeugen und mitnehmen können“, ist Lobachev daher überzeugt. „Das Leck ist meist nicht die Technik, sondern der Mensch.“

Warum sollen sich Hacker die Mühe machen, einen Wurm zu schreiben, wenn sie sich am Telefon bloß als Kollegin oder Kollege ausgeben müssen, um an Passwörter zu kommen? „Auch Mails und Websites sind heute oft täuschend echt gemacht, dass selbst versierte Mitarbeiter darauf reinfallen“, sagt Lobachev. Sein Credo daher: „Schulen, schulen, schulen.“

Fokus liegt auf praxisnaher Ausbildung

Auf diese Aufgabe sind die 26 ersten Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs, die 2019 in Hannover gestartet sind und 2022 fertig sein werden, gut vorbereitet. „Wir legen Wert auf ein praxisnahes Studium“, sagt der Professor. Der Studiengang IT-Security der Hochschule ist dual konzipiert. Ähnlich Auszubildenden bewerben sich die Schulabgängerinnen und -abgänger parallel bei Partnerunternehmen, die auch die Studiengebühren von 550 Euro monatlich tragen.

Nach Lösungen suchen, selbstständig agieren

Auf dreimonatige Hochschulphasen folgen drei Monate im Unternehmen. In der Hochschulphase besuchen die Absolventinnen und Absolventen nicht nur Vorlesungen und Seminare, sondern arbeiten auch praktisch. In aufwendige Projekte sind die Studierenden über drei Monate eingebunden. Sie entwickeln etwa Lösungen zur technischen Absicherung von einem bestimmten IoT-Gerät für Industrie 4.0. „Die Studierenden lernen früh, selbstständig zu agieren“, sagt Lobachev. Der 38-jährige Diplom-Mathematiker interessierte sich früh für Informatik, über die er in Marburg promovierte und in Bayreuth 2018 habilitierte. Anschließend forschte Lobachev unter anderem an der Medizinischen Hochschule Hannover über virtuelle Realität in Medizin und begleitete ein IT-Sicherheitsprojekt bei der Continental-Reifensparte. Seit 2020 ist Lobachev hauptamtlicher Professor für IT-Sicherheit und maschinelles Lernen, einem Teilgebiet der künstlichen Intelligenz. Von Oliver Züchner

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