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07:52 28.05.2021
Die Architektur des Parkhauses spielt bei der Hörinstallation eine entscheidende Rolle.

Wie klingt eigentlich ein Parkhaus? Das ist eine Frage, die auf den ersten Blick absurd anmuten mag. In Lehrte wird sie aber demnächst real gestellt – und auch beantwortet. Das Parkhaus, das im alltäglichen Leben den profanen Sinn und Zweck hat, in der Innenstadt Parkraum bereitzustellen, wird ab dem 13. Juni zum Kunstobjekt. Über fünf Wochen ist das 2016 eröffnete Gebäude am Südende der Burgdorfer Straße Bestandteil der IntraRegionale, einem Festival, das die Region Hannover gemeinsam mit unterschiedlichen Kunstvereinen und -institutionen in den Kommunen an zwölf Standorten veranstaltet.

13 Künstlerinnen und Künstler sowie ein Universitätskollektiv richten die Projekte inhaltlich aus. Es ist die Auswahl aus 169 Bewerbungen aus 39 Nationen, die die Veranstalter bekommen haben. Die Entscheidungen, wer teilnehmen durfte, hat sich die Jury nicht leicht gemacht. Die sechsköpfige Entscheidungsgruppe, zu der auch die Leiterin der Städtischen Galerie Lehrte, Julienne Franke, gehörte, hat sich intensiv mit allen 169 Bewerbungen auseinandergesetzt. Die Entscheidung ist coronabedingt letztendlich in einer zehnstündigen Videokonferenz gefallen.

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Berlinerin Lisa Premke macht Geschichten hörbar

Für das Lehrter Parkhaus wurde die Berlinerin Lisa Premke ausgewählt. Die Sounddesignerin interessiert sich dafür, einem Gebäude Klang zu entlocken und so Geschichten hörbar zu machen, die sich aus der Architektur ergeben. Für sie stehen Gebäude nicht isoliert, sondern repräsentieren einen Zusammenhang zwischen Orten, sozialen Mustern, dem Materia und den Bewegungen der Besucher. Sie will auf diese Weise Geschichten hörbar machen, die sich in dem Ort, der Architektur, befinden. Auch deren Vergänglichkeit wird mit einbezogen.

Premkes Projekte beziehen sich also immer konkret auf den Stadtraum, in dem sich das Gebäude befindet. Trotz der Größe der Objekte, die im Zentrum stehen, sei ihre Kunst eher intim, wie Franke erklärt. „Der Sound ist oft zart und fordert das Publikum zur Intimität auf.“ Was das für das Lehrter Parkhaus bedeutet, wird vom 13. Juni bis 18. Juli hörbar.

Lisa Premke
Lisa Premke

Zufällig war die Auswahl Premkes für das Parkhaus nicht. Allerdings hatte sie sich mit starker Konkurrenz auseinanderzusetzen.

Da die beteiligten Künstlerinnen und Künstler Präferenzen für den Ort abgeben durften, war schnell klar geworden, dass der Lehrter Zweckbau sehr begehrt war. Den Ausschlag habe letztendlich gegeben, dass sich die Berlinerin bereits zuvor in ihrer Arbeit vermehrt mit dem Thema Architektur und Klang beschäftigt habe, begründete Franke die Auswahl.

Burgdorf und Isernhagen sind weitere Standorte

Lehrte ist nur einer der zwölf Standorte in der Region, an denen die IntraRegionale stattfindet. Insofern bietet sich vom 13. Juni an die Gelegenheit, auch in Zeiten der Pandemie auf eine Kunstreise zu gehen. So setzt sich der Osnabrücker Fritjof Mangerich mit den Geräuschen auseinander, die an der gerade frisch renovierten Wasserkunst des Großen Gartens in Hannover- Herrenhausen zu hören sind. Der Berliner Klangkünstler und Komponist Georg Klein lässt sich von zwei ganz bestimmten Klängen unter der Burgdorfer Hochbrücke am Finanzamt inspirieren – dem Geräusch der Dehnungsfugen, die auf der Brücke fahrende Autos verursachen, sowie den Klangmustern der Gitterstäbe am Brückensockel. Und in der ehemaligen Kapelle im Eichenpark in Langenhagen präsentiert die Britin Cathy Lane ihre Mehrkanalklanginstallation „Die Quadratur des Kreises“ – nur drei von elf weiteren Projekten der IntraRegionale. Das gesamte Programm kann als Flyer auf den Internetseiten www.lehrte.de oder www.hannover.de heruntergeladen werden.

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