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08:40 20.12.2021
Sabine Thatja-Körber sitzt vor einer ihrer Arbeiten.

Wie sind Sie zu Ihrer Profession gekommen?

Ich bin in Berenbostel geboren und aufgewachsen. Ich wollte schon früh eine künstlerische Ausbildung machen, habe aber zunächst einen anderen Beruf erlernt und ausgeübt. Später habe ich dann eine Ausbildung in Freier Malerei an der Freien Akademie der bildenden in Hannover absolviert sowie Kulturmanagement an der Leibniz Universität in Hannover. Soziale Themen interessierten mich – und so habe ich verschiedene Fortbildungen zum Beispiel an der Uniklinik Ulm machen dürfen. Jetzt, wo ich älter bin, merke ich, dass für mich die verschiedenen beruflichen Ausbildungen wichtig waren und sich für mich daraus eine ganz eigene Arbeitsweise entwickelt hat. Ihre Kunst für andere Orte entsteht in Ihrem Atelier in Osterwald.

Wie sind Sie zu den Räumlichkeiten gekommen?

Ich freue mich, dass ich die untere Etage eines alten Backsteinhäuschens als Atelier nutzen kann. Es ist das Geburtshaus meines Mannes. Seit den Achtzigerjahren nutzen verschiedene Familienmitglieder in unterschiedlichen Konstellationen dieses Haus. Mein Mann und ich haben dort auch acht Jahre gewohnt, bis unsere Kinder geboren waren.

Inspiriert Sie der Ort?

Ich mag die Ruhe im Atelier und die Weitläufigkeit. Der Garten ist groß, nebenan bei der Nachbarin steht noch ein Pony auf der Wiese. Ich mag es auch, dass Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen hier leben. Die Akzeptanz untereinander ist groß. Hier kann ich abschalten und durchatmen.

Wie viel Zeit verbringen Sie in Ihrem Atelier?

Das ist sehr unterschiedlich. In manchen Wochen bin ich fast täglich über mehrere Stunden im Atelier. In Osterwald entstehen die Kunstwerke, die ich dann in anderen Städten ausstelle. Hier arbeite ich praktisch. Dann muss ich wieder viel am Computer arbeiten. Das mache ich in Garbsen-Mitte, wo ich wohne. Mehrmals im Monat bin ich in Bremen und öffne im Wechsel mit anderen unser selbstgeführtes Künstlerhaus ART 15. Ich baue regelmäßig Kunstausstellungen auf und ab und bin in diversen Ausstellungen oft vor Ort, wo ich Führungen anbiete. Hinzu kommen Besprechungen, zuletzt über Skype.

Mit welchen Materialien arbeiten Sie vorwiegend?

Grundsätzlich inspirieren mich Materialien. Ich beschäftige mich oft sehr lange und ausführlich mit einem bestimmten Material. Dann entstehen Werkreihen auf Leinwand, zum Beispiel mit Öl oder natürlichen Pigmenten, aber auch Acryl, Tusche, Kunstharz. Ich mag Keramik, und in jüngster Zeit habe ich große Freude daran, Materialien, die im Alltag keine Beachtung finden, in einen neuen Zusammenhang zu bringen. Ich bearbeite sie, sodass überraschende, spannende Objekte daraus entstehen.

Beschreiben Sie Ihren Stil.

Ich arbeite in verschiedenen Stilen. Früher ausschließlich informel, möchte ich mittlerweile in einigen thematischen Ausstellungen ersichtliche Inhalte vermitteln, die ich dann figurativ darstelle.

Ihr ungewöhnlichstes Werk?

Mein umfangreichstes Werk besteht aus der Werkreihe Physis 3:50 informelle, zumeist großformatige Ölbilder, die ich in etlichen Schichten aufgebaut habe. Sie erinnern entfernt an Landschaften.

Gehören Sie Vereinen an?

Ich bin Mitglied im hannoverschen Künstlerverein. Seit zwölf Jahren gehöre ich der Gruppe bildender Künstler*innen um Assunta Verrone an, die mit ihrem Mann, dem Philosophen Peter Nickl, das Festival der Philosophie in Hannover ins Leben gerufen hat. Zu den Festivals gibt es immer themenbezogene Kunstausstellungen. Seit vier Jahren bin Mitglied im Künstlerhaus ART 15 in Bremen und habe dort eine Dauerausstellung. 2019 habe ich mit einem Team die internationale Gruppe Sophia’s time gegründet. Wir kommen zusammen, um uns mit den Mitteln der bildenden Künste für die Menschenrechte einzusetzen.

Welche Projekte liegen an?

Für nächstes Jahr setzen wir mit Sophia’s time in der Region Hannover unsere Ausstellungsreihe zu den Menschenrechten fort. 2020 wurden wegen Corona geplante Schauen auf Eis gelegt. Glücklicherweise haben wir 2021 die Chance bekommen, alternative Ausstellungsformate durchführen zu können. In der Freilichtgalerie Kronsberg hatten wir eine jurierte und finanzierte Ausstellung gewonnen – und in Stadthagen konnten wir eine Plakatausstellung durchführen.