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Home Sonderthemen Hannover Region Süd Krampfadern sind eine oft unterschätzte Krankheit
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22:32 30.07.2020
Wandern und Spazierengehen hilft gegen Krampfadern. Foto: Pixelio.de, sassi

Sie sind mehr als nur ein lästiger Schönheitsfehler: Die frühzeitige Behandlung von Krampfadern kann schwere Folgen wie Ödeme, Gefäßverschlüsse oder offene Beine verhindern.

Das wissen auch die Fachkräfte in den Pflegeeinrichtungen sowie den mobilen Pflegeeinrichtungen und versuchen, ihre Bewohnerinnen und Bewohnern mit möglichst viel Bewegung vor Krampfadern zu schützen.

So werden regelmäßig gymnastische Übungen angeboten, auch zum Spazierengehen animiert das Team die Senioren und Seniorinnen.

Häufiges Bild

„Krampfadern gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern überhaupt, wir erleben das fast täglich, dass unsere zu betreuenden Seniorinnen oder Senioren über sogenannte schwere Beine klagen“, weiß auch Monika Jensen, Leiterin eines Pflegedienstes in Wennigsen. Ihre Aussage deckt sich mit den offiziellen Angaben der Deutschen Venen-Liga: Jede fünfte Frau und jeder sechste Mann in Deutschland leidet an einer fortgeschrittenen chronischen Venenerkrankung. Häufig werden Krampfadern nur als lästige, vielleicht auch als beschwerliche Schönheitsfehler betrachtet. „Sie sollten jedoch etwas ernster genommen werden“, rät auch Monika Jansen. Denn Krampfadern in fortgeschrittenem Stadium können zu Wasseransammlung in den Beinen (Ödemen), zu wandernden Blutgerinnseln mit der Gefahr einer Lungenembolie und zur Bildung von Beingeschwüren führen.

Bewegung ist das A und O

Die Experten der Venenliga empfehlen, bei ersten Anzeichen auf Krampfadern den Arzt aufzusuchen. Denn: „Wer sich frühzeitig behandeln lässt, hat gute Chancen, die Beschwerden, zum Beispiel Schweregefühl oder nächtliche Wadenkrämpfe, loszuwerden und eine Verhärtung der Venenwände zu verhindern, die mit erhöhtem Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen) einhergeht.“ Die knotenförmig erweiterten Beinvenen werden nicht wegen der oft als Begleiterscheinung auftretenden nächtlichen Wadenkrämpfe „Krampfadern“ genannt.

Bewegung und weniger Gewicht sind das A und O bei Venenschwäche und Krampfadern. „Wir versuchen so gut es geht, unsere Kunden zur Bewegung zu animieren, jeder Schritt hilft“, sagt Monika Jansen. Durch Bewegung wird die Blutzirkulation gefördert. Durch Erreichen des Normalgewichtes und regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen wird der Abtransport des Blutes aus den Beinvenen gefördert. Häufiges Hochlagern der Beine und kalte Wassergüsse wirken sich ebenfalls positiv auf das Venensystem aus.

Ärzte bieten Hilfe an

In den Pflegeeinrichtungen wird sehr darauf geachtet, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihren individuellen Möglichkeiten angepasst, genügend Bewegung haben. Zudem wird auf gesunde Ernährung geachtet. Ärzte haben verschiedene Tests, mit denen sie Abflussbehinderungen der oberflächlichen Beinvenen und bereits krankhafte Veränderungen der Venen und ihrer Klappen sichtbar machen können. Bei Krampfadern im frühen Stadium helfen meist ein regelmäßiges Bewegungsprogramm und die Anwendung von Kompressionsverbänden oder Strümpfen, die den Querschnitt der betroffenen Venen verkleinern, die Muskelpumpe verbessern und so den Abtransport des Blutes erleichtern. Die Wirksamkeit von häufig angewendeten Venenmitteln, die Wirkstoffe aus Rosskastanien oder Weinlaub enthalten, ist wissenschaftlich umstritten.

Die sogenannte Stripping-Operation stellt bei fortgeschrittener Erkrankung die chirurgische Entfernung der geschädigten Hauptvenen dar. Etwa 95 Prozent der so behandelten Patienten bleiben in den ersten fünf Jahren nach der Operation beschwerdefrei. Quelle: u. a. obx-medizindirekt
  

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