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08:58 11.05.2020
Per Onlineunterricht zu lernen, hat sich etabliert. Durch Corona gewinnt nun auch das E-Recruiting an Bedeutung. Foto: goodluz/ stock.adobe.com/akz-o

Die Corona-Virus-Krise schüttelt den Arbeitsmarkt in Deutschland heftig durch. Unsicherheit bestimmt das Denken der Mitarbeiter. Doch auch in dieser Krise ist der Mangel an Fachkräften nach wie vor da und Unternehmen stellen dringend gesuchtes Personal ein, denn Deutschland gehört zu den europäischen Ländern mit dem größten Mangel an Fachkräften. Bis zum Jahr 2030 könnten in Deutschland durchaus zwischen drei bis fünf Millionen Fachkräfte fehlen. Qualifizierte Mitarbeiter mit den entsprechenden Universitäts- oder Fachhochschulabschlüssen, einem Abitur oder Fachabitur werden überall in der Wirtschaft dringend benötigt. Gefragt sind Berufe, die sich aus den Studienfächern wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften sowie Technik ergeben. Personalengpässe gibt es aber auch in der Finanz- und Dienstleistungsbranche, in Industrieunternehmen und im Maschinenbau. Der Personalnotstand im Gesundheits- und Pflegebereich ist ja ohnehin ständig in der Diskussion. So ziehen sich beispielsweise Planungsverfahren für Stromtrassen, Bahnstrecken bis zum Autobahnbau in Deutschland hin, weil viele Kommunen und Behörden kaum noch Fachkräfte finden. Trotz der Krise herrscht also beileibe kein Stillstand. Spätestens wenn sich das Leben weiter normalisiert hat, werden die Unternehmen noch händeringender nach geeignetem Personal suchen.

Zeit für berufliche Neuausrichtung

Die Zeit des Lockdown hat für viele Mitarbeiter zu den Erschwernissen aber auch Zeit gebracht, um vielleicht darüber nachzudenken, ob man sich im bisherigen Job wirklich noch wohlfühlt. Diese Impulse können ein Schritt für eine berufliche Neuausrichtung sein. Im Moment ist noch nicht klar, wie sich die wirtschaftliche Situation entwickeln wird. Doch mit diesen Überlegungen hat man den ersten Schritt für eventuelle neue berufliche Herausforderungen getan und kann von den kommenden Veränderungen profitieren.

Corona verändert vieles – statt ­Händedruck, ­virtuelle Bewerbungsgespräche. Foto: iStockphoto.com/invincible_bulldog
Corona verändert vieles – statt ­Händedruck, ­virtuelle Bewerbungsgespräche. Foto: iStockphoto.com/invincible_bulldog

Fachkräftemangel – auch ein Recruiting-Problem

Die Arbeitswelt verändert sich in immer schnellerem Tempo, der Wettbewerbsdruck ist durch die Globalisierung immens. Heute noch aktuelles Wissen hat immer kürzere Halbwertzeiten. Die Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter sind enorm. Flexibilität, Anpassung an neue Prozesse, altes Wissen aufgeben, neues aufnehmen und mit einander verknüpfen – das alles erfolgt heute fast rasend schnell. Dazu müssen alle Beteiligten in den Prozess der ständigen Innovation einbezogen werden. Durch diese immer härter werdenden Rahmenbedingungen wird die Gewinnung neuer geeigneter Mitarbeiter deutlich herausfordernder und auch aufwendiger. Der Recruiting-Prozess fordert hier wie in anderen Bereichen der Wirtschaft auch eine deutlich erhöhte Dynamik. Um die höheren Anforderungen in den Arbeitsprozessen und die immer weiter gehenden Spezialisierungen zu erfüllen, müssen die am besten geeigneten Kandidaten erreicht werden. Das erhöht die Zahl der Bewerber.

Unternehmen müssen also die Bewerberzahlen und gleichzeitig auch die Qualität der Bewerber erhöhen. Es gilt, aus dem Mitarbeiterangebot die Besten für das ­jeweilige Einsatzgebiet zu ermitteln. Das ergibt schnell längere ­Besetzungszyklen. Dies wiederum muss minimiert werden. Das ­digitale Recruiting bietet hier die richtigen Werkzeuge. Die neuen digitalen Möglichkeiten voll auszuschöpfen, wurde sicher in vielen Unternehmen bisher vielleicht noch nicht mit der nötigen Konsequenz voran getrieben. Hier hat die Corona-Krise mit ihren Kontakteinschränkungen wohl tatsächlich einen Prozess im Umdenken in Gang gesetzt, der in der Personalbeschaffung neue Wege und Möglichkeiten zeigt und erfordert.

Mut zeigen – Recruiting aufrechterhalten

Was Unternehmen vermeiden sollten ist, das Recruiting herunter zu fahren. Denn die derzeitige Krise macht eben nur bedingt vor dem Fachkräftemangel halt. Jetzt ist auch die Chance größer, dringend gesuchtes Personal zu bekommen, dass aufgrund der Krise in die Warteschlange gestellt oder auch freigesetzt wurde. Denn tatsächlich gibt es Branchen, die von der Krise profitieren.

Corona: Chance für Neuausrichtung in der Personalbeschaffung

Insbesondere beim virtuellen Recruiting-Prozess sollten eine klare, eindeutige Kommunikation und Transparenz gegeben sein. Damit erreicht man im virtuellen Austausch und der ja damit einhergehenden räumlichen Distanz durchaus ein Gefühl der Vertrautheit und Verlässlichkeit. Ob Skype, Whereby bis zu Zoom – es gibt genügend Tools, die sogar einen virtuellen Probearbeitstag möglich machen. Mit Screensharing oder Desktopsharing können Bildschirminhalte an andere Computer übertragen werden. So können Teilnehmer gemeinsam an Dokumenten arbeiten und Inhalte präsentieren. Zum Beispiel bietet Google Drive eine dezentrale Arbeit an gemeinschaftlichen Projekten.

Neue Rahmenbedingungen für Optimierung nutzen

Es ist Zeit, Recruiting-Prozesse im eigenen Unternehmen zu hinterfragen und gegeben falls zu optimieren. Dazu gehört, Stellenbeschreibungen zu überprüfen und Stellenanzeigen zu überarbeiten, die Karriere-Website (wenn sie denn überhaupt existiert) anzugreifen und das E-Recruiting durchzuchecken und dafür geeignete Tools auf Herz und Nieren zu prüfen. Auch das eigene LinkedIn- oder XING-Profil sollte auf den Prüfstand. So kann die Corona-Krise sogar eine Chance sein, den Recruiting-Prozess im Unternehmen auf zukunftsfähige Beine zu stellen.

Es ist tatsächlich so, dass auch in diesen Krisenzeiten Branchen trotz und sogar aufgrund der Corona-Krise verstärkt rekrutieren und händedringend auf der Suche nach geeignetem Personal sind. Das Recruiting in dieser Krisenzeit aufrechtzuerhalten, zeugt von Entschlossenheit und Weitsicht. Wer sich für dieses mutige und entschlossene Handeln entscheidet, sichert sich dringend benötigte Fachkräfte und wird spätestens nach dieser Krise mit guten Mitarbeitern am richtigen Platz belohnt.

Durch die Corona-Krise erlebt die Arbeitswelt momentan einen Paradigmenwechsel, wie es ihn wohl seit der Industriellen Revolution nicht gegeben hat. Das wandelt das Recruiting grundlegend. Auf der einen Seite ändern sich die Ansprüche der für Unternehmen so wichtigen „Wissensarbeiter“. Auf der anderen Seite stehen glücklicherweise die neuen Werkzeuge des digitalen Zeitalters zur Verfügung, um einen Blick hinter die Kulissen von Unternehmen zu werfen, ohne im direkten Austausch von Mensch zu Mensch zu stehen. Um sich als Arbeitgeber gut zu positionieren im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte, ist die Überprüfung und Anpassung sowie die Ausrichtung auf die Möglichkeiten der neuen Recruiting-Tools von großer Bedeutung. So ist die Herausforderung beim Recruiting in kontaktlosen Zeiten wie dieser die Bewerbung und vor allem das Bewerbungsgespräch. Früher lud man die Bewerber ganz einfach zu persönlich geführten Terminen ein, um von Angesicht zu Angesicht mit den möglichen zukünftigen Mitarbeitern zu sprechen. Wie lange das nur unter erheblich erschwerten Bedingungen möglich ist, kann heute noch niemand absehen. Die Lösung sind nun die digitalen Prozesse. Die Digitalisierung bietet alle Möglichkeiten zur verbalen und bildlichen Kommunikation. Ob es nun Telefoninterviews oder Videointerviews sind. Bei Videointerviews hat man den Bewerber direkt vor der Kamera und kann seine Reaktionen auf Fragen sogar noch viel besser erfassen, da die Ablenkung noch geringer ist. Virtuelles Onboarding birgt viele Potenziale – auch außerhalb des Coronavirus, die von vielen Unternehmen noch längst nicht richtig genutzt werden.

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