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Home Sonderthemen Komplett IT-Ingenieure haben Zukunft
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16:26 12.10.2020
Mit Modernisierungs- und Upgrade-Services hauchen Ingenieure von Siemens bestehenden Stromerzeugungsanlagen neues Leben ein. Foto: Siemens Pressebild

Natürlich hat sich auch bei den Ingenieuren, Technikern und IT-Fachleuten die Corona-Krise in eine konjunkturelle Abkühlung ausgewirkt. Von der negativen Entwicklung sind zwar alle Berufskategorien betroffen, doch die negativen Effekte fallen moderater aus.

Was für die Unternehmen schlecht ist, ist für die Fachkräfte gut. Es ist die demografische Entwicklung mit zurückgehenden Absolventenzahlen in den Ingenieurswissenschaften und das altersbedingte Ausscheiden der berufserfahrenen Ingenieure und Techniker.

Junge Altersstruktur

Dies wirkt sich bei den IT-Spezialisten nicht so stark aus, da die Altersstruktur durch diesen verhältnismäßig jungen Arbeitsmarktbereich doch erheblich jünger ist. Gut ist, dass die Beschäftigungsintensität in den vergangenen Jahren bundesweit kontinuierlich gestiegen ist.

Auch für dieses Jahr dürfte dieser Trend anhalten, da sich die Beschäftigung von Ingenieuren und Technikern in Krisenzeiten besser entwickelt als die Gesamtbeschäftigung. Die Pandemie hat das Problem des Fachkräftemangels nicht nachhaltig beinflusst. Sobald die Wirtschaft wieder in Fahrt kommt, wird auch der Fachkräftemangel wieder erheblich mehr an Bedeutung gewinnen.

Fachkräftemangel nach wie vor

Ingenieure und Informatiker sind nach wie vor gesuchte Fachkräfte. So wird insbesondere nach IT-Ingenieuren gesucht, die aber schwer zu finden sind. Eine Umfrage von frankeconsult im Auftrag der „VDI-nachrichten“ unter Personalentscheidern aus rund 120 Unternehmen und Institutionen zeigte, dass 87 Prozent von ihnen die Knappheit an qualifiziertem Fachpersonal als größtes Problem in ihrer täglichen Arbeit sehen.

Geeignete Bewerber für freie Stellen gesucht

Insbesondere im Energie- und Bausektor haben die Personalverantwortlichen große Schwierigkeiten, geeignete Bewerber für freie Stellen zu finden. Daran wird auch die Corona-Krise auf die Dauer nichts ändern. Besonders drängend ist dieses Problem bei Entscheidern in der Elektrotechnik, der Automobilbranche, im Maschinenbau und im IT-Bereich. Lediglich öffentliche Arbeitgeber bezeichnen dies zwar als drängend, aber nicht übermächtig.

Es zeige sich, wie stark Trends wie die Digitalisierung und Industrie 4.0, autonomes Fahren und Elektromobilität bereits auf den Arbeitsmarkt durchschlagen, betont Ken Fouhy, Chefredakteur der „VDI nachrichten“.

Das Baugewerbe mit seinen vollen Auftragsbüchern zeigt ohnehin zunehmend Engpässe in der Personalsuche. Auf diese Entwicklung weist der Ingenieurmonitor von VDI und iw Köln seit geraumer Zeit hin.

Interessant für Frauen: Mix aus Engineering und IT

Die digitale Welt hält seit geraumer Zeit immer stärker Einzug in die Industrie. Maschinen und Produkte werden „durchdigitalisiert“. Damit rücken die beiden Berufsgruppen Ingenieure und IT-Spezialisten immer enger zusammen. IT und Engineering kommen ohne produktive Verbindung nicht mehr aus. So fordert zum Beispiel der Verein Deutscher Ingenieure, dass sich dies auch in den Lehrplänen der Maschinenbau- Studiengänge spiegeln müsse. Ingenieure müssen heute – und noch mehr in Zukunft – Ingenieursgrundwissen für IT-Themen mitbringen und die IT-ler müssen bereit sein, sich in technische Sachverhalte wie beispielsweise Materialkunde oder Produktionsprozesse einzuarbeiten. Die Verzahnung zwischen den Bereichen Engineering und IT zieht zudem viel stärker Frauen an als die klassischen Ingenieursfächer.

In Studiengängen wie beispielsweise Medizinische Informatik, Umwelttechnik oder Geoökologie erkennen Frauen medizinisch-gesundheitliche, ökologische und kreative Ausrichtungen, die ihnen mehr zusagen als der rein technische Aspekt.
     

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