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Home Sonderthemen Komplett Im Zwiebellook aufs Rad
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18:08 09.11.2020
Ganzjährig unter Strom: Wer sein Pedelec auch im Winter nutzt, beachtet besser ein paar Dinge, um sicher durch die kalte Jahreszeit zu radeln. Foto: Florian Schuh/ pd-f.de/dpa-mag

Warme Kleidung allein hält Fahrer in der kalten Jahreszeit auf dem Rad zwar zunächst angenehm warm. Doch wer mit zu dicken oder falschen Sachen ins Schwitzen kommt, kann frieren und holt sich vielleicht gerade beim Pendeln auf längeren Strecken eine Erkältung. 

Worauf Radler achten sollten, erklärt Alexander Giebler vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Fürs sogenannte Zwiebelprinzip rät er zu Funktionsunterwäsche direkt auf der Haut. „Die transportiert die Feuchtigkeit vom Körper weg“, so Giebler. Meist besteht sie aus Kunstfasern wie Nylon, bei günstigeren Modellen auch aus Polyester. Es gibt auch Mischgewebe. 

Merinowolle kann gute Alternative sein

„Auf Baumwolle verzichten Radler besser“, sagt Giebler. Denn die saugt die Feuchtigkeit zwar auf, hält sie aber am Körper. Merinowolle dagegen eigne sich gut. „Diese Naturfaser fängt – anders als Kleidung aus Kunstfaser – auch nicht irgendwann an zu müffeln. Das ist gut für den Weg zur Arbeit“, so Giebler. Als zweite Schicht setzen Winterradler auf wärmende Isolierung, etwa auf Fleecepullover. Auch die haben eine feuchtigkeitsregulierende Funktion.

Achselfrei für zügige Entlüftung

Abschließend kommt die Schicht gegen Wind und Wetter. Gegen einen kurzen Schauer hilft auch eine einfache Regenjacke. Die ist meist aber nicht atmungsaktiv und staut die aufkommende Feuchtigkeit an der Innenseite der Jacke. Besser seien Wind- und Regenjacken mit Membranfunktion. „Sie leiten die Feuchtigkeit nach außen, lassen aber keinen Wind oder Regen rein“, so Giebler. Profi-Tipp: ein Modell mit Reißverschlüssen unter den Achseln.

Was ergänzt die Zwiebel?

Wer eine Regenhose tragen will, achtet beim Kauf darauf, dass sie sich möglichst komfortabel an- und ausziehen lässt. „Bei beginnendem Regen in eine zu enge Regenhose zu schlüpfen ist nicht angenehm“, sagt Giebler. Bei Modellen ohne Membranfunktion ermöglichen seitliche Reißverschlüsse an den Beinen ein Belüften. Überzieher für die Schuhe ergänzen die Ausrüstung bei Bedarf.

„Die Zwiebel kann man grundsätzlich auch auf Socken, Mützen und Handschuhe anwenden“, sagt Giebler. Für die Übergangszeit könne man bei leichten Merino-Handschuhen beginnen, im Winter helfen Thermohandschuhe.

Was hält den Kopf im Winter warm?

Um den Kopf warm zu halten, gibt es mehrere Möglichkeiten: wärmende Tücher, Ohrwärmer, dünne Mützen und Überzüge, die sich auch unter dem Helm tragen lassen. Es gibt mittlerweile Helme, die ebenfalls ab Werk ein Winterkit mitliefern. „Wer gerade jetzt einen neuen Helm braucht, sollte darauf achten“, sagt Giebler. Gegen Wind und Regen schützt bein Helmüberzieher. dpa

Netz muss wachsen: Strom gibt es an 27 000 öffentlichen Ladepunkten

Aktuell gibt es dem Bundesverband eMobilität (BEM) zufolge rund 27 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. „Insgesamt entwickelt sich die Ladeinfrastruktur in Deutschland erfreulich“, sagt Markus Emmert vom BEM. „Um von einem guten Netz sprechen zu können, bräuchten wir für den derzeitigen Fahrzeugbestand von circa 270 000 E-Autos rund 42 000 öffentliche Ladepunkte.“

Ausgebaut wird das öffentliche Ladenetz auch entlang der Autobahnen. „Dort wird an einem Schnellladenetz gearbeitet, über das alle 400 deutschen Autobahnraststätten mit einer redundanten Schnellladetechnik, teils mit High Power Chargern mit 150 und 350 kW, ausgestattet werden“, sagt Blandow. Zum Vergleich: Normale Stromtankstellen haben eine Leistung von 22 kW.

Wo finde ich die nächste Stromtankstelle?

Zu finden sind Ladepunkte in erster Linie über Apps oder die Navis der Autos. Zudem gibt es tagesaktuelle Übersichten wie das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur. In einigen Fahrzeug-Navigationssystemen kann der nächste Ladepunkt mit der Restreichweite verknüpft werden. Das System rechnet dann aus, mit wie viel Reststrom das Ziel erreicht wird.

Wirrwarr beim Bezahlen

Kritik gibt es an den Abrechnungs- und Bezahlsystemen öffentlicher Ladesäulen. „Grundsätzlich sollte die Abrechnung nach abgegebenen Kilowattstunden erfolgen. Zudem sollte der Preis transparent ersichtlich sein“, sagt Emmert. Das sei nicht immer der Fall. Zudem wünscht sich der BEM einen Zugang und eine Abrechnung an allen öffentlichen Ladepunkten auch für das Ad-hoc-Laden mit der Möglichkeit, über die gängigen Bezahl- und Kreditkarten abzurechnen.

Wo laden die meisten?

Öffentliche Ladepunkte sind das eine, wichtiger aber ist für die meisten E-Autofahrer das Aufladen zu Hause oder am Arbeitsplatz. Dem BEM zufolge finden hier über 80 Prozent aller Ladevorgänge statt.

Eine im März beschlossenen Änderung im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) soll dafür sorgen, dass der Einbau von Wallboxen auch in Mehrfamilienhäusern einfacher wird. „Bislang musste etwa für den Einbau einer Wallbox in einer gemeinschaftlich genutzten Garage die Zustimmung aller Wohnungseigentümer beziehungsweise des Vermieters eingeholt werden“, sagt Rechtsanwalt Christian Alexander Mayer.

Eine weitere Verbesserung der Ladeinfrastruktur soll das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) bringen. „Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die Verpflichtung, dass bei neuen Wohngebäuden oder größeren Renovierungen von Bestandsgebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen künftig alle Stellplätze mit der Leitungsinfrastruktur für Elektromobilität ausgestattet werden müssen.“ dpa/tmn