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10:05 16.11.2021
Sowohl Christen als auch konfessionslose Menschen gedenken am Totensonntag ihren Verstorbenen und besuchen deren Gräber auf dem Friedhof. Foto: Thorsten Fabian/ pixelio.de

Die stille Zeit ist da. Der November mit seinen oft sehr dunklen und wolkenverhangenen und verregneten Tagen lädt ein zum Verweilen und sich Zeit zu nehmen, um in sich zu gehen und Abstand von der Hektik des Alltages zu nehmen. Der Totensonntag ist ganz sicher der Tag, an dem viele sich an liebe Verstorbene, Angehörige und Freunde erinnern. Ein Tag der einlädt, den Friedhof zu besuchen und in stiller Anteilnahme all derer zu gedenken, die einmal um uns waren.

Ursprung ist im Christentum zu finden

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ist in den evangelischen Kirchen in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Die Kirche spricht statt vom Totensonntag allerdings lieber vom Ewigkeitssonntag. Sie nimmt damit Bezug auf den Glauben an Auferstehung und ein ewiges Leben. Viele Christen denken an diesem Tag besonders an die im Jahr zuvor Verstorbenen.

Auch der Volkstrauertag gehört zu den stillen Tagen. In Deutschland ist er ein staatlicher Gedenktag. Er wird zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen und erinnert an die Kriegstoten und die Opfer von Gewaltherrschaft in allen Nationen. Der Buß- und Bettag ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht. In der Geschichte wurden Buß- und Bettage immer wieder aus aktuellem Anlass gesetzt.

Aufruf zur Umkehr

Aufgrund von Notständen und Gefahren wurde die Bevölkerung zum Gebet und zur Umkehr aufgerufen. Der Buß- und Bettag ist der Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres und damit elf Tage vor dem ersten Advent. In Niedersachsen ist der Buß- und Bettag kein Feiertag mehr, wie in anderen Bundesländern. Trotzdem sollte er ein besonderer Tag sein.

Ruhe lautet das Gebot

Alle drei Tage haben eines gemeinsam. Sie sollen darauf einstimmen, sich zu besinnen und an die zu denken, die nicht mehr unter uns sein können. Es ist aber auch eine Zeit, in Ruhe über das Leben und seinen Sinn nachzudenken und darüber, wo man selbst im Leben steht. Zudem Leben um uns herum, gibt es auch das Gefühl in uns. Wie wir mit uns und den uns Anvertrauten, Freunden, Verwandten und allen Menschen umgehen, mit denen wir verbunden sind – im Leben wie im Geist. Nutzen wir alle diese stille Zeit für Besinnung und Einkehr. Das Leben ist so schnell. Halten wir ein bisschen ein und nehmen uns Zeit für uns.
 

Formel taucht im Alten Testament nicht auf

Die Formulierung „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ kommt in vielen Bibelauslegungen vor. Diese Formulierung hat – auf Deutsch gelesen – die wörtliche Bedeutung, dass nach dem Ende einer Ewigkeit jeweils eine neue Ewigkeit beginnt und nach dem Ende dieser neuen Ewigkeit wiederum eine neue Ewigkeit – und dies als unendliche Aufeinanderfolge von Ewigkeiten. Die einzelne Ewigkeit ist dabei von endlicher Dauer vorgestellt, denn wenn die einzelne Ewigkeit wirklich ewig, also von endloser Zeitdauer wäre, dann könnte keine weitere Ewigkeit auf sie folgen. Man versteht diese Formulierung als Ausdruck der absolut endlosen Dauer der Zukunft, die auch dann noch endlos wäre, wenn das Wort Ewigkeit nicht endlose Bedeutung hätte. Diese Formulierung „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ kommt so im biblischen Grundtext an keiner Stelle vor, und auch die oben erläuterte deutsche Bedeutung kommt in der Bibel nicht vor, weder im Alten Testament noch im Neuen Testament. Betrachtet man beispielsweise das Gebet „Vaterunser“ muss man anmerken, dass der letzte Satz umstritten ist – zumindest, was seine jesuanische Herkunft betrifft. Denn in den ältesten Handschriften der Bibel fehlt der formelhaft klingende Gebetsschluss mit dem Hinweis auf die Ewigkeit. In der Tat klingt es wie eine folgerichtige Zusammenfassung des vorher Gesagten: dass Gott uns das tägliche Brot gebe, die Schuld vergebe und vom Bösen erlöse.

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