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13:23 24.09.2020
Bei schönem Wetter tummeln sich die Lehrter beim verkaufsoffenen Sonntag gern in der Stadt.

Die alle zwei Jahre im September stattfindende Hobbykunstausstellung im Kurt-Hirschfeld-Forum ist ein fester Bestandteil des Lehrter Terminkalenders. Das ist auch 2020 so. Trotzdem ist dieses Jahr ein bisschen anders als frühere Ausgaben. Schuld daran ist die Corona-Pandemie. Lange Zeit war nicht klar, ob das Stadtmarketing, das die zweitägige Ausstellung an der Burgdorfer Straße zusammen mit der Stadt veranstaltet, überhaupt zum Treffen einladen kann. Zu unsicher war die Lage noch in der ersten Hälfte des Jahres.  

Die Hobbykunst im Forum dient auch immer als die gesetzlich notwendige Anlassveranstaltung für einen verkaufsoffenen Sonntag, der am zweiten Tag der Ausstellung auf dem Programm steht. Auch in diesem Jahr sollen zwischen 13 und 18 Uhr die Lehrter durch die Geschäfte bummeln können.

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Ausgaben wird dieser verkaufsoffene Sonntag allerdings der erste in diesem Jahr sein. Alle anderen in diesem Jahr sind der Pandemie zum Opfer gefallen. Der Lockdown mit der Schließung der Geschäfte haben den Ladeninhabern entsprechende Verluste eingebracht, sodass sie den ersten verkaufsoffenen Sonntag sehnlichst erwarten.

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Größere Abstände

Soweit es geht, versucht das Stadtmarketing eine den vergangenen Hobbykunstausstellungen ähnliche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Die Größe etwa ist vergleichbar. Rund 40 Aussteller aus ganz Niedersachsen und Hamburg kommen ins Kurt-Hirschfeld-Forum, um ihre Produkte zu zeigen. Auch die Vielfalt der angesprochenen Themen ist ähnlich groß.

Die Palette reicht von Schmuck- und Holzarbeiten, Buchbinderei, Malerei über Handarbeiten, Puppen, Upcycling und Leporellos bis hin zu viktorianischer Kunst. Dass das Weihnachtsfest mit Menschen auf der Suche nach Geschenken und festlicher Dekoration nicht mehr weit ist, lässt sich trotz der immer noch recht angenehmen Außentemperaturen nicht leugnen.

Das Sars-CoV-2-Virus ist aber natürlich auch bei der Hobbykunstausstellung, die den Titel „Lehrte kreativ“ trägt, nicht zu vernachlässigen. Das macht sich schon dadurch bemerkbar, dass die Abstände zwischen den Ständen in der Ausstellung größer ist als gewohnt. Die Besucher selbst müssen beim Rundgang eine Maske tragen und auf die üblichen 1,5 Meter Sicherheitsabstand achten.

Nur 150 Besucher zur gleichen Zeit

Lediglich 150 Besucher sind gleichzeitig zugelassen. Jeder Gast muss sich zudem am Eingang registrieren. Der Zugang wird durch nummerierte Eintrittskarten und der Ausgabe von Büroklammern kontrolliert. Wegen der Pandemie verzichtet das Stadtmarketing zudem auf die selbstgebackenen Kuchen der Aussteller. Stattdessen wird eine Lehrter Firma für Kaffee, Kuchen und Snacks sorgen.

Am Sonntag von 13 bis 18 Uhr läuft dann unter dem Namen „Lehrte attraktiv“ der verkaufsoffene Sonntag. 30 Geschäfte in der Innenstadt öffnen ihre Türen. Wie immer wird es in den drei Einkaufsquartieren Neues Zentrum, Burgdorfer Straße und Zuckerzentrum besondere Angebote zu entdecken geben, die viele der Geschäftsleute eigens für den verkaufsoffenen Sonntag aufgelegt haben.

So mancher Inhaber wird dabei auch ein Gläschen Sekt, einen Kaffee oder frisch gebackene Waffeln anbieten. Das Stadtmarketing hofft zudem, den einen oder anderen Imbissstand in der Innenstadt aufbauen zu können. Das hänge von den Bestimmungen des Gesundheitsamtes ab.

Einige Geschäfte bleiben geschlossen

Die Veranstalter weisen zudem darauf hin, dass einige Geschäfte geschlossen bleiben, die sonst gewöhnlich zum VOS öffnen. „Das liegt daran, dass man sich hier wegen eines zu kleinen Ladenlokals oder anderer nicht umsetzbarer Richtlinien in Coronazeiten gegen eine Öffnung entschieden hat“, teilt Stadtmarketing-Geschäftsführerin Sonja Truffel mit.

Eine gewisse Unsicherheit auf den verkaufsoffenen Sonntag bezogen, bleibt allerdings. Derzeit sind landesweit die sonntäglichen Öffnungstage unter Beschuss durch die Gewerkschaft Verdi. Die Arbeitnehmervertreter zweifeln derzeit verstärkt daran, dass die notwendigen Anlassveranstaltungen – wie in Lehrte die Hobbykunst – für die Genehmigung eines VOS nicht groß genug seien. Die Anlassveranstaltungen müssen mehr Besucher anziehen als der VOS selbst. Aus diesem Grund zieht Verdi in letzter Zeit regelmäßig vor Gericht und lässt Öffnungen auch kurzfristig untersagen. Insofern wird man in Lehrte möglicherweise am morgigen Freitag noch wissen, ob die Geschäfte öffnen dürfen.

Kurt-Hirschfeld-Forum geöffnet

Die Hobbykunstausstellung im Kurt-Hirschfeld-Forum, Burgdorfer Straße 16, ist am Sonnabend, 26., und Sonntag, 27. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 1 Euro, für Kinder 50 Cent. Der verkaufsoffene Sonntag läuft von 13 bis 18 Uhr.


Von Jazzliebhabern und Verhörspezialisten

Im Kurt-Hirschfeld-Forum hat trotz der Pandemie die Theatersaison begonnen – unter neuen Umständen

Der Sommer liegt hinter uns. Die Zahl der Veranstaltungen unter freiem Himmel wird in den nächsten Wochen immer kleiner werden. In normalen Zeiten wäre das kein Problem, denn es gibt in Sachen Kultur eigentlich genügend Alternativen in geschlossenen Räumen. Aber schon der Begriff „geschlossene Räume“ spiegelt in Corona-Zeiten das eigentliche Problem wider, denn viele Menschen scheuen sich noch, Kultur unter einem Dach zu genießen.

Aber es ist möglich, wie jetzt die Stadt Lehrte bewiesen hat. In diesen Tagen hat die neue Theatersaison begonnen, die Julienne Franke und ihr Team vom Fachdienst Schule, Sport und Kultur auf die Beine gestellt haben. Dabei wird das Platzangebot verringert, sodass die Abstände unter den Besuchergruppen gewährleistet werden können.

Nachdem Schauspieler Hans-Martin Stier am vergangenen Dienstag Geschichten aus Film und Fernsehen auf die Bühne gebracht hat, geht es im Oktober mit einem Klassiker weiter. Auf dem Programm steht am 29.10. das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, das das Theater für Niedersachsen aufführt. Bis zum Ende der Saison im kommenden Juni sind danach noch acht weitere Aufführungen geplant.

Auf großes Interesse könnte dabei das Thema Udo Jürgens stoßen. Der 2014 verstorbene Sänger lebt in seinen Liedern weiter und verfügt nach wie vor über eine große Fangemeinde. Ein paar dieser Lieder kommen am 17. November in Lehrte auf die Bühne. Die Musicalsängerin Charlotte Heinke und der Sänger und Komponist Peter Frank haben die größten Hits aus der Feder des Österreichers unter dem Titel „Aber bitte mit Dame“ zu einer Udo-Jürgens-Show zusammengestellt.

Kurz vor Weihnachten wird es festlich auf der Bühne des Kurt- Hirschfeld-Forums – jedenfalls vom Titel her. Am 17. Dezember geht es im Stück „Heilig Abend“ um einen Verhörspezialisten, der von einer Professorin herausbekommen muss, ob sie einen terroristischen Anschlag plant. Ein Zwei-Personen-Stück mit Wanja Mues und Jacqueline Maccauley.

Komödiantisch wird das Jahr 2021 begonnen. Am 21. Januar kann man das Stück „Eine Stunde Ruhe“ sehen. Darin sucht ein Jazzliebhaber, der gerade eine seltene Platte erstanden hat, jene Stunde Ruhe, um sie sich anzuhören. Natürlich bekommt er sie nicht.
                          

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