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Home Sonderthemen Komplett So werden künftige Führungskräfte im Handwerk ausgebildet
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11:10 16.09.2019
AUSBILDUNG FÜR KREATIVE: Der triale Studiengang Craft Design (B. A.) richtet sich vor allem an Azubis der gestaltungsnahen Gewerke wie Goldschmiede und Tischler. iStockphoto.com/SrdjanPav / iStockphoto.com/Monoliza21
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Von Stephanie Zerm 

Für junge Menschen, die eine praktische Ausbildung mit einem theoretischen Studium verbinden wollen, bietet die Handwerkskammer Hannover gemeinsam mit Partnern zwei triale Studiengänge an. Dabei können Abiturientinnen und Abiturienten zeitgleich eine Ausbildung im Handwerk und ein Studium absolvieren sowie den Meistertitel erwerben. So können sie sich kompakt und praxisnah innerhalb von vier bis viereinhalb Jahren für Führungsaufgaben im Handwerk qualifizieren.

„Die Betriebe nutzen das triale Studium, um zukünftige Fach- und Führungskräfte auszubilden, die eventuell sogar als Nachfolger des Chefs oder der Chefin infrage kommen“, sagt Joana Halwaß, Beauftragte für Handwerk und Hochschule bei der Handwerkskammer Hannover. Dabei sind die beruflichen Aussichten vielversprechend. Denn die Absolventen sind auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt.

Wahl zwischen Handwerksmanagement (B. A.) und Craft Design (B. A.)

Nach dem Studiengang Handwerksmanagement (B. A.) in Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstands, der bereits seit 2014 angeboten wird, startet die Handwerkskammer gemeinsam mit der DIPLOMA Hochschule ab Herbst erstmals den Studiengang Craft Design (B. A.). Während beim Handwerksmanagement die Studienschwerpunkte in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Personalmanagement, Betriebsorganisation und -führung, Buch- und Rechnungswesen, im Selbst- und Zeitmanagement sowie im Kommunikations- und Innovationsmanagement liegen, ist der Studiengang Craft Design auf das Thema Gestaltung ausgerichtet. Themen sind neben dem experimentellen Gestalten auch kaufmännische Betriebsführung, Kommunikations- und Medienwissenschaft, Unternehmenskommunikation und Kulturgeschichte.

„Die Ausweitung des trialen Studiums auf eine weitere Fachrichtung erfolgt, um gezielt den Azubis der gestaltungsnahen Gewerke, zum Beispiel Tischler, Maler und Lackierer, Gold- und Silberschmiede oder Raumausstatter, eine Möglichkeit zur wissenschaftlichen Qualifikation zu bieten“, betont Halwaß. Nach dem Studium sind die Absolventen perfekt qualifiziert, um an der Schnittstelle zwischen Handwerk, Design und Unternehmensführung zu arbeiten. Marven Nordmann ist überzeugt, mit dem triale Studium Handwerksmanagement B. A. den richtigen Berufsweg für sich entdeckt zu haben. „Es ist der perfekte Spagat zwischen praktischen Erfahrungen und theoretischem Wissen“, sagt er. Dafür müsse man zwar eine Menge Energie und Anstrengung aufbringen, aber es lohne sich für alle, die im Handwerk Karriere machen wollen.

Vorlesungen am Wochenende

Die Studiengänge werden parallel zur Ausbildung und späteren Gesellenzeit absolviert und finden in kleinen Lerngruppen statt. In der Regel dauern sie 48 Monate. Handwerksmanagement wird 14-tägig mit Präsenzveranstaltungen freitagnachmittags und sonnabends angeboten. Zusätzlich finden wöchentliche Online-Vorlesungen statt. Craft Design wird im Blended-Learning-Format mit wöchentlichen Online-Tutorials und Präsenzvorlesungen alle zwei Wochen sonnabends angeboten. Die Meistervorbereitung findet auf dem Campus Handwerk der Handwerkskammer Hannover oder in den gewerkspezifischen Meisterschulen statt.

Die erste Phase des Studiums endet mit der bestandenen Gesellenprüfung. Danach absolvieren die Studierenden die Prüfung zum Fachmann beziehungsweise zur Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung und die Ausbildereignungsprüfung. Während der zweiten Phase sammeln sie als Geselle oder Gesellin Berufserfahrung oder beginnen mit der Meistervorbereitung. Im letzten Studienabschnitt erstellen sie dann ihre praxisorientierte Bachelorarbeit und erhalten bei Bestehen den Abschluss Bachelor of Arts (B. A.) im Handwerksmanagement oder Craft Design.

Auswahlverfahren statt Numerus clausus an der Fachhochschule

Voraussetzung für das triale Studium ist das Abitur oder die Fachhochschulreife. Ebenfalls anerkannt werden eine vergleichbare Hochschulzugangsberechtigung und fünf Jahre Berufserfahrung. Außerdem benötigen Bewerber einen Ausbildungsvertrag im Handwerk. Dabei kann das Studium mit jedem der rund 130 Ausbildungsberufe kombiniert werden, vom Augenoptiker und Elektrotechniker über Friseur, Maler und Lackierer bis hin zum Schornsteinfeger, Tischler und Zimmerer.

Aber auch Interessenten, die bereits eine Ausbildung absolvieren oder den Gesellenbrief schon in der Tasche haben, können sich bewerben. Für das triale Studium gibt es keinen Numerus clausus. Dafür müssen sich Bewerber für Handwerksmanagement einem Auswahlverfahren der Fachhochschule des Mittelstands stellen. Dieses besteht aus einem Persönlichkeitsprofil, einem Englischtest und einem Auswahlgespräch. Viele Betriebe haben ein großes Interesse an trial Studierenden und unterstützen die Ausbildung und das Studium.

Bewerber für Craft Design immatrikulieren sich mit einem Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, einer Kopie der Hochschulzugangsberechtigung sowie einer Kopie des Ausbildungsvertrages bei der DIPLOMA Hochschule. Studienbeginn ist jeweils parallel zur Ausbildung im Oktober. Späteinsteiger müssen sich bis spätestens Ende Oktober entschieden haben.
  

Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Hannover: Joana Halwaß
Telefon: (05 11) 3 48 59 90
E-Mail: halwass@hwk-hannover.de
Weitere Infos unter www.hwk-hannover.de

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