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Home Sonderthemen Hannover Stadt Nord In der Zentrale von Hallo Taxi 3811 in Hannover laufen alle Drähte zusammen
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14:27 29.10.2020
Bis zu 4000 Bestellungen am Tag: Der Job in der Telefonzentrale der Hallo Taxi GmbH ist ereignisreich. Ayla Claaßen und Geschäftsführer Wolfgang Pettau würden nicht tauschen wollen. Fotos: Mirko Haendel

Ein kurzes Telefonat nach dem Geschäftsessen, die Bitte an den Gastwirt, seinen „TaxiKnopf“ zu drücken oder die unkomplizierte Bestellung per Smartphone-App im Anschluss ans Shopping – wer in Hannover und Umgebung flexibel unterwegs sein möchte, kommt auf diesen Wegen immer an sein Ziel. Denn sämtliche Anfragen landen innerhalb weniger Sekunden in der Zentrale der Hallo Taxi 3811 GmbH, und nur wenig später steht den Kunden das passende Fahrzeug aus der modernen und komfortablen Flotte des Hannoverschen Mobilitätsdienstleisters zur Verfügung.

Bekenntnis zu Hannover

Nach umfangreichen Abriss-, Neubau- und Sanierungsarbeiten ist die Zentrale von Hallo Taxi 3811 vor einem Jahr vom Ausweichquartier am Lister Damm an den alten Standort an der Isernhagener Straße im Herzen Vahrenwalds zurückgekehrt. „Wir wollten ortsnah und gut erreichbar bleiben und bekennen uns daher als lokales Unternehmen klar zu Hannover“, betont Sven-Marcus Fürst, einer von zwei Geschäftsführern der Gesellschaft, in der sich etwa 200 Taxi-Unternehmen zusammengeschlossen haben.

Das neue Gebäude ist topmodern. Im Keller die Server und zahlreichen Router für den Datenverkehr. „Hier laufen sprichwörtliche alle Drähte zusammen“, erklärt Fürst.

Es blinken und surren die aufgeräumt verkabelten Servertürme, die Datenleitungen sowie Sicherungs- und Schaltkästen an den Wänden. Draußen vor der Tür eine von enercity aufgestellte und von „hannoverimpuls“ geförderte Schnellladesäule mit drei unterschiedlichen Schnittstellen und bis zu 50 Kilowatt Leistung für die (noch) kleine E-Taxi-Flotte. „Wir glauben an diese Technologie und stellen unseren Taxiunternehmen unsere drei Fahrzeuge zum Testen zur Verfügung“, erklärt Wolfgang Pettau, der zweite Geschäftsführer der GmbH.

Im Erdgeschoss befindet sich das Rechnungsfahrtenbüro. Hier werden sämtliche (Fahr-)Dienstleistungen abgerechnet, die nicht in bar bezahlt werden: etwa Taxifahrten auf Firmenkosten, Kranken- und Dialysefahrten oder die Beförderung von Ärzten.

Ein vierköpfiges Team bearbeitet im Monat bis zu 10 000 Belege. „Vor Corona haben wir auf diesem Weg in vier Wochen etwa 1,1 Millionen Euro verrechnet“, sagt Pettau.

Größte Taxizentrale Niedersachsens

Server, Router und Kabel: Im Keller der Zentrale laufe alle Drähte zusammen.
Server, Router und Kabel: Im Keller der Zentrale laufe alle Drähte zusammen.

Das Herz von Hallo Taxi 3811 schlägt allerdings unzweifelhaft in der Telefonzentrale im ersten Geschoss. Dort sind acht Telearbeitsplätze untergebracht, von denen aus alleine für Hannover 583 Taxen koordiniert werden. Das Team übernimmt zudem die Vermittlung für Langenhagen, Laatzen und Celle und ist somit die größte Taxizentrale Niedersachsens.

In Hochzeiten gehen 3500 bis 4000 Bestellung pro Tag in der Zentrale ein - fast 90 Prozent telefonisch über „die 3811“. Die restlichen verteilen sich auf die Smartphone-App „Cab4me, den Weg über die Homepage taxi-hannover.de und die automatischen Einwahlsysteme von Hotelerie und Gastronomie. „Den meisten Menschen ist der persönliche Kontakt weiterhin wichtig“, erklärt Fürst. „Wir wollen aber über alle unsere schon genannten Bestellmöglichkeiten erreichbar sein, um jedem Kunden die Möglichkeit zu geben, schnell ein Fahrzeug bestellen zu können.“

Und wenn es mal „richtig brennt“ – zum Beispiel während der Hannover-Messe – und die große Anzeige an der Stirnseite der Telefonzentrale den Mitarbeitern dauerhaft mehrere Personen in der Warteschleife anzeigt, sollen zukünftig sogar „Callbots“ zum Einsatz kommen – Telefoncomputer, die die Bestellungen aufnehmen.

Die Mitarbeiter in der Telefonzentrale müssen flink sein. Die Messestadt ist einen schnellen Service gewohnt. „In anderen Städten sind zwei Minuten in der Warteschleife für die Kunden normal. In Hannover würde das zu einer Revolution führen“, erklärt Pettau scherzend. Doch dank vorbildlicher Software und einer umfassenden mehrwöchigen Schulung können die Mitarbeiter im Idealfall innerhalb weniger Sekunden den Kunden das nächstgelegene Taxi vermitteln.

Insgesamt arbeiten 43, zumeist weibliche, Personen in der Telefonzentrale. Ayla Claaßen ist eine von ihnen. Sie ist seit zwei Jahren Mitglied des Hallo-Taxi-Teams. „Der Job kann schon sehr anstrengend sein, etwa wenn ich in Hochzeiten bis zu fünf Anrufe in der Minute bekomme“, sagt Claaßen. Doch sie reizten die außergewöhnlichen Arbeitszeiten. Die Telefonzentrale ist rund um die Uhr 24 Stunden lang besetzt, es wird in drei Schichten gearbeitet. „Ich bin absolut keine Frühaufsteherin. Spät- und Nachtschichten stören mich hingegen überhaupt nicht“, sagt die 29-Jährige.

Ein Eis als Dankeschön

Auf dem Sprung in die Zukunft: Eine Schnellladesäule versorgt die (noch) kleine E-Taxiflotte mit Strom.
Auf dem Sprung in die Zukunft: Eine Schnellladesäule versorgt die (noch) kleine E-Taxiflotte mit Strom.

Freundlichkeit, Diplomatie und Einfühlungsvermögen sind ebenfalls gefragte Eigenschaften. Etwa, wenn ein Fahrgast verzweifelt anruft, weil er in einem Taxi Wertsachen liegen gelassen hat. Oder wenn es gilt, einen unzufriedenen Kunden zu beruhigen, der noch immer auf „sein“ Fahrzeug wartet und gleichzeitig die Ursache der Verzögerung ermittelt werden muss. „Die meisten Kunden können wir zufriedenstellen und häufig revanchieren sich Fahrgäste mit einem Dankeschön. Dann gibt es schon mal eine Runde Eis für die gesamte Schicht“, sagt Claaßen.

Es gibt auch Kunden, die einfach nur einmal eine Runde klönen wollen, und wenn es die Zeit zulässt, dann hören die Mitarbeiter auch gern ein paar Minuten zu. Auch das trägt zu dem guten Image bei, den die 3811-Telefonzentrale bei den Hannoveranern genießt.
     

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