Menü
Anmelden
Wetter wolkig
9°/4°wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover

Home Sonderthemen Hannover Weitergeben statt wegwerfen
Anzeige
18:33 16.11.2020
Vor allem junge Leute kaufen Kleidung gern auf Secondhandmärkten. Das schont den Geldbeutel. Foto: iStockphoto.com/ ArtMarie

Das Bücherregal ist voll, der Wintermantel passt nicht mehr, und die alte Couch muss einer neuen Sitzlandschaft weichen. Doch was der eine nicht mehr benötigt, kann ein anderer noch gut gebrauchen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Aussortiertes in gute Hände zu geben. Weitergeben statt wegwerfen – das kann auch fürs Essen eine gute Alternative sein. Fast zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müll, vieles davon wäre noch genießbar.

Warum das so ist? Anneke von Reeken von der Verbraucherzentrale Niedersachsen sieht dafür verschiedene Gründe: „Zum Einen sind wir gewohnt, dass Lebensmittel günstig und immerzu verfügbar sind“, sagt die Ernährungsexpertin. Dadurch habe sich die Wertschätzung verändert. Perfektion beim Einkauf: „Da wird die krumme Gurke oder der Apfel mit der Druckstelle schnell aussortiert.“

Genießbare Lebensmittel weiterreichen

Zum anderen würden viele Verbraucher Lebensmittel wegwerfen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. „Dabei bedeutet das keinesfalls, dass die Produkte verdorben sind“, sagt von Reeken. Sie weist darauf hin, dass sich viele Sozialverbände und Netzwerke für einen nachhaltigen Umgang mit übrig gebliebenen Nahrungsmitteln engagieren.

Zum Beispiel Foodsharing: Der bundesweite Verein organisiert seine Aktivitäten in erster Linie über seine Onlineplattform. Hier vernetzen und koordinieren sich die Foodsaver und Foodsharer, die die Lebensmittel in den Städten und Regionen sammeln und verteilen. Mittlerweile sind es mehr als 2300 Betriebe wie Bäckereien, Supermärkte, Großhandel oder Marktstände, die bundesweit Lebensmittel zur Verfügung stellen, die unverkäuflich, aber noch genießbar sind. Interessierte können sich über die Website aus dem Angebot Essen aussuchen und die Abholung verabreden. Für Menschen ohne Internetzugang hat Foodsharing zudem mehr als 300 Fair-Teiler aufgestellt: Öffentlich zugängliche Kühlschränke und Regale, in die jeder genießbare Lebensmittel stellen kann.

Auch die App „Too good to go“ will Lebensmittel vor der Tonne retten. Hier bieten Restaurants, Bäckereien, Cafés und Supermärkte ihr überschüssiges Essen zu einem reduzierten Preis an. Die Kunden bestellen und bezahlen über die App und brauchen ihre Portion dann nur im angegebenen Zeitfenster im Laden abzuholen.


"Wünschenswert wäre es, dass die kostenlose Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich als Schenkung eingestuft wird."

Anneke von Reeken, Verbraucherzentrale Niedersachsen


Gut erhaltene Kleidung zu Geld machen

Weitergeben statt wegwerfen – das gilt auch für Aussortiertes aus dem Kleiderschrank, dem Bücherregal, dem Keller oder vom Dachboden. Es gibt Plattformen, mit deren Hilfe Secondhandartikel sogar ein paar Euros einbringen. So versprechen zum Beispiel einige Onlineplattformen den schnellen An- und Weiterverkauf von Büchern, CDs, Kleidung oder Handys.

In der Regel läuft das sehr unkompliziert ab. Doch wer damit gutes Geld machen will, wird oft enttäuscht. Vor allem bei Büchern, DVDs und digitalen Spielen müssen Verkäufer mit einem enormen Preisverfall rechnen. Selbst für aktuelle Bestseller gibt es in der Regel mehr als 50 Prozent weniger gegenüber dem Neupreis. Das zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen, die Momox und Rebuy sowie Zoxs und Buchmaxe getestet hat.

Anbieter bewusst auswählen

Bei Internetportalen wie Ebay, Kleider- oder Mamikreisel haben die privaten Verkäufer selbst Einfluss auf die Preisgestaltung, müssen aber mehr Zeit investieren, um die Sachen zu beschreiben und zu bebildern oder Fragen potenzieller Käufer zu beantworten. Beim Flohmarkt dagegen braucht niemand ein Profil, die Versandkosten fallen weg und am Ende des Tages weiß man, was die ausrangierten Sachen gebracht haben. Alternativ bleibt noch die Kleiderspende. Doch auch hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen, rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen: „Seriöse Organisationen verfolgen mit den Erlösen karitative Ziele, gewerbliche Unternehmen steigern nur ihren Gewinn“, heißt es in einem aktuellen Bericht.

Wer sichergehen will, sollte auf die Verwendung von Siegeln wie das DZI Spendensiegel, das BSVE Qualitätssiegel oder das Logo Fairwertung achten. Bei Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz oder der Arbeiterwohlfahrt könne man davon ausgehen, „dass die Spende dort ankommt, wo sie gebraucht wird“. ks

Das ist doch noch gut!

Es gibt zahlreiche Netzwerke, Initiativen und Organisationen, die helfen, Lebensmittel vor der Tonne zu retten – Beispiel Foodsharing. de. Doch wer haftet, wenn davon etwas verdorben ist und ein Beschenkter nach dem Verzehr krank wird? „Diese Frage ist zurzeit nicht eindeutig zu beantworten. Wünschenswert wäre es, dass die kostenlose Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich als Schenkung eingestuft wird“, sagt Anneke von Reeken von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Dann wären Foodharer von der Haftung befreit, sofern sie nicht fahrlässig handeln. ks

Bauschutt zu trennen zahlt sich aus

Gefährliche Stoffe fachgerecht entsorgen

Vor dem Entsorgen sortieren: Bauschutt muss getrennt werden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp
Vor dem Entsorgen sortieren: Bauschutt muss getrennt werden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp

Jeder muss irgendwann Baumaterialien entsorgen. Schon bei kleinen Um- und Ausbauprojekten im Haus bleiben alte Keramikfliesen, Wandplatten aus Styropor, lackierte Fenster und Türen, Betonteile und vieles mehr zurück. Wohin damit?

„Einfach alles zusammen in einen Container zu werfen, das geht gar nicht“, sagt Stefan Schmidmeyer vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. „Hausbesitzer und Bauherren sind verpflichtet, Bauabfälle möglichst sortenrein zu trennen.“ So könnten die Materialien im besten Falle recycelt oder wiederverwertet werden. „Und selbstverständlich müssen gefährliche Stoffe von unbedenklichen separiert werden“, so Schmidmeyer.

Vorsicht bei Schadstoffen

Das Problem: Der Laie weiß oft gar nicht, welche Stoffe er vor sich liegen hat – gerade nicht, ob darunter schädliche Stoffe sind, die einst im Hausbau üblich waren. Alte Rechnungen und Baupläne geben Hinweise auf Schadstoffe. „Ein wichtiges Indiz ist das Baujahr“, sagt Schmidmeyer. In einem Wohngebäude aus den Siebzigerjahren könne alles verbaut sein, was damals gängig war – darunter etwa asbesthaltige Wandplatten und Fliesenkleber, Farben mit Schwermetallen oder Dämmstoffe mit dem Flammschutzmittel HBCD. Solche Materialien dürfen nicht einfach weggeworfen werden, sondern müssen fachgerecht entsorgt werden – von einem zugelassenen Fachbetrieb. Der unerlaubte Umgang mit Asbest ist sogar ein Straftatbestand.

Wertstoffe finden meist Abnehmer

Je sortenreiner Bau- und Abbruchabfälle getrennt werden, desto mehr Möglichkeiten gibt es, die Wertstoffe noch weiter zu verwenden. Und: „Sortenreine Abfälle zu entsorgen ist für den Kunden wesentlich preiswerter, als unsortierte Baustoffe loszuwerden“, sagt Schmidmeyer. Mischabfall aus ungefährlichen und kritischen Stoffen wird vom Entsorger insgesamt als gefährlicher Abfall eingestuft und ist entsprechend teurer. Bei vollkommen unsortierten Ladungen kann er die Annahme sogar verweigern. Dann muss der Eigentümer im Nachhinein alles mühselig nachsortieren.

Am besten und günstigsten ist es aber, wenn so manches gut erhaltene ausrangierte Baumaterial erst gar nicht im Abfallcontainer landet. Ein schöner alter Parkettboden wird von vielen anderen Bauherren gesucht und lässt sich verkaufen. dpa


Überreife Bananen: Dafür sind sie ideal

Suppen, Currys, BBQ-Dip: Aus dem Obst lässt sich mehr zaubern als gedacht

Wie wäre es mit einer Bananensoße für den Burger? Süße und Würze passen gut zusammen, sagen Köche. Foto: Imke Leber/ dpa-mag
Wie wäre es mit einer Bananensoße für den Burger? Süße und Würze passen gut zusammen, sagen Köche. Foto: Imke Leber/ dpa-mag

Sie liegen in Obstkörben, überall in Deutschland: Bananen, die so viele braune Punkte und Flecken aufweisen, dass sie als Proviant für den Arbeitstag nicht mehr richtig infrage kommen. „Bei Bananen ist Resteverwertung besonders wichtig“, sagt die Köchin und Autorin Sophia Hoffmann. „Bananen wachsen schließlich nicht regional, sondern werden importiert, wobei das Geschäft oft auf dem Rücken der Erzeuger ausgetragen wird.“ Grund genug also, auch mit überreifen Bananen wertschätzend umzugehen. Doch: Was macht man aus Bananen, die ihre beste Zeit schon hinter sich haben – abgesehen von Bananenbrot und Smoothies? „Generell gilt: Die Banane passt gut zu Gemüsesorten, die selbst eine gewisse Süße in sich tragen. Dazu zählen oder Cashew-Kerne sorgen als Topping für etwas Crunch. Perfekt für den letzten Grill- Nachmittag im Herbst ist ein Bananen-Kürbis-Relish, eine Würzsoße, die zu gegrilltem Fleisch und Gemüse passt. Dafür würfelt Pichl Bananen, Kürbis und Zwiebeln und kocht die Zutaten mit Knoblauch, etwas Zucker, Apfelsaft und Essig ein, bis ein stückiges Püree entsteht. Reste sind bestens geeignet für Raclette-Dip Zum BBQ, Burger oder Raclette passt ebenfalls ein Bananendip. Dafür verrührt Pichl 100 Gramm Joghurt, 50 Gramm Schmand und eine zerdrückte Banane. Auch hier sorgen Chili und Curry für den letzten Schliff. dpa etwa Möhren, Süßkartoffeln oder Kürbis“, erklärt die Kochbuchautorin Veronika Pichl.

Süße Früchte machen Hähnchen-Curry sämig

Pichl empfiehlt, alte Bananen in einem Hähnchen-Curry zu verarbeiten. Dafür brät sie Hähnchenfleisch, Bananenscheiben und etwas Gemüse an und gießt die Zutaten anschließend mit Kokosmilch und Gemüsebrühe auf. Kräftige Gewürze wie Curry und Chiliflocken schaffen einen Kontrast zur süßen Banane.

Genauso schnell steht eine Bananensuppe auf dem Tisch. Dafür werden Bananenscheiben, gewürfelte Zwiebeln und Curry im Topf angedünstet, mit Gemüsebrühe und Kokosmilch abgelöscht und anschließend püriert. Erdnüsse oder Cashew-Kerne sorgen als Topping für etwas Crunch.

Perfekt für den letzten Grill- Nachmittag im Herbst ist ein Bananen- Kürbis-Relish, eine Würzsoße, die zu gegrilltem Fleisch und Gemüse passt. Dafür würfelt Pichl Bananen, Kürbis und Zwiebeln und kocht die Zutaten mit Knoblauch, etwas Zucker, Apfelsaft und Essig ein, bis ein stückiges Püree entsteht.

Reste sind bestens geeignet für Raclette-Dip

Zum BBQ, Burger oder Raclette passt ebenfalls ein Bananendip. Dafür verrührt Pichl 100 Gramm Joghurt, 50 Gramm Schmand und eine zerdrückte Banane. Auch hier sorgen Chili und Curry für den letzten Schliff. dpa

1
/
4