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Home Sonderthemen Hannover Stadt Süd Kirchrode: Die GKK ruft zur Solidarität für die Einzelhändler und deren kleine Betriebe auf
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16:35 30.04.2020
Peter Busche ist Vorsitzender der GKK. Foto: Architekten + Stadtplaner GmbH

Die Corona Krise schüttelt und gefährdet den Einzelhandel in einer Form, wie es seit Menschen gedenken noch nicht vorgekommen ist. Der Einzelhandel ist ein Teil unserer Gesellschaft, ohne den die gesellschaftliche Struktur zusammenbrechen würde. 

Der Einzelhandel ist nicht nur – einfach gesehen – ein Arbeitgeber, er ist die Wurzel unseres Wohlstandes und seiner Millionen von Arbeitsplätzen. Sicher, von vielen kleinen einzelnen Arbeitsplätzen. Aber jeder Arbeitsplatz ist auch ein Mensch, der mit diesem sich oder auch seine Familie ernährt. Er entstand aus der Bereitschaft, sich zum Beispiel von der Verkäuferin im Textilhandel zu einer selbständigen Unternehmerin für ein Damenbekleidungsgeschäft zu mausern, in dem man einen Kredit aufnahm, um eine Anfangsfinanzierung auf die Beine zu stellen und, wenn es dann geklappt hat, sich auch auf die nächste Stufe einzulassen, sich nämlich Angestellte leisten zu können.

Die GKK ruft zur Solidarität für die Einzelhändler und deren kleine Betriebe auf Image 1

Stirbt der Einzelhandel, sterben Millionen von Arbeitsplätzen

Dieses war ein Beispiel unter Millionen von Existenzen. Dieses Engagement hat dazu geführt, dass wir viele kleine und größere Arbeitgeber haben, welche nun ums Überleben kämpfen. Stirbt der Einzelhandel, sterben mit ihnen Millionen von Arbeitsplätze von Menschen, die überwiegend ihren Beruf und Job gut finden und ihn auch behalten wollen

Allwissende tauchen auf

Nun tauchen sie auf, die die allwissend verkünden, dass das Aus des Einzelhandels eben nun nur etwas früher stattfindet, weil die Zukunft und das Kaufgebaren zukünftig viel besser über Amazon und Konsorten als über den Einzelhandel gesteuert werden können. Das Internet ist eben des Menschen letzte Weisheit und virtuelle Beratung wird ja auch immer besser und daher ist der Einzelhandel überflüssig. Durch Corona eben nur schon etwas früher.

Wenn wir Menschen in Zukunft zwischenmenschliche Beziehungen eintauschen wollen durch schöne Hochglanzfotos und die Sprechform sich verkürzt auf die Aussage „Ab in den Warenkorb“, so stehen wir kurz davor, unsere menschliche Individualität durch schön aussehende Bilder und Klicks zu ersetzen.

Eines aber steht für uns Einzelhändler und Unternehmer fest: Dass Amazon und dergleichen keine Ahnung haben was es bedeutet, einen Betrieb mit Engagement und innerer Überzeugung zu führen und zu steuern, den Betrieb zu vergrößern und neue Arbeitsplätze zu schaffen, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Betrieb ebenfalls weiterbringen. Kurz gesagt: Einen guten Job zu haben und mit diesem ihre Familie und eben auch unsere Wirtschaft am Laufen halten. Stirbt ein Betrieb, so stirb auch eine menschliche Identifikation.

Individualität erhalten

Wenn wir, der Einzelhandel, wenn auch gestützt durch finanzielle kurzfristige Zuwendungen für die vergangene Zeit auch in absehbarer Zeit wieder eine gefühlte Normalität erreichen sollten, so ist unser Überleben von Morgen von Ihnen, von unseren Kunden und Verbrauchern, abhängig.

Bitte unterstützen Sie unsere kleinen Einzelhandelsgeschäfte, welche jedes für sich seine persönliche Note, seine Individualität sowie seinen eigenen persönlichen Charme besitzt. Das unterscheidet uns gegenüber unpersönlicher Umsatzmaximierung. Diese Arbeitgeber kennen nur Billigarbeitskräfte.  

Am 1. April 1920 ist die Firma Helmut Vesterling geründet worden und besteht nun bereits seit drei Generationen. Claas Vesterling und somit die vierte Generation ist im Betrieb voll integriert und arbeitet mit Engagement auf weitere Betriebsjubiläen hin. Es steht außer Frage, dass das Handwerk goldenen Boden hat und an dieser Firmengeschichte zeigt es sich besonders gut. Auch wenn aufgrund Corona die geplante Jubiläumsfeier ausfallen muss, so sind wir sicher, das ein gebührlicher festlicher Rahmen sicherlich nachgeholt werden kann. Die Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute gratuliert Helmut Vesterling, der gesamten Familie sowie allen ihren Angestellten zu diesem besonderen Ereignis.

Der Vorstand
Peter Busche, Dirk Knappert und André Schlüter

Würde ein grundsätzlich vorgeschriebener Mundschutz helfen?

Der GKK-Vorsitzende Peter Busche sieht Probleme besonders bei der Gatronomie  

Das regelmäßige Tragen eines Mundschutzes könnte laut GKK-Vorstand zu einer relativen Normalität im Alltag beitragen. Foto: Hans Klaus Techt/DPA
Das regelmäßige Tragen eines Mundschutzes könnte laut GKK-Vorstand zu einer relativen Normalität im Alltag beitragen. Foto: Hans Klaus Techt/DPA

Wenn wir eine grundsätzliche Pflicht, einen Mundschutz zu tragen, umsetzen könnten, so wäre in weiten Teilen unseres täglichen Lebens eine Normalität vorstellbar, mit gleichen Umsätzen und mit dem gleichen dafür notwendigen Wareneinsatz und somit mit dem gleichen notwendigen Personal.

Wenn all diese Komponenten stattfinden würden, so wären die ansonsten nicht zu umgehende Reduzierung von Produktionen sowie der Abbau von Arbeitsplätzen in vielen Teilen des Einzelhandels und somit in unserer Gesellschaft vermeidbar.

Warenhäuser könnten wieder öffnen, wie sämtliche Einzelhändler, welche Waren zum Verkauf anzubieten haben. Der Bürger würde eine einigermaßen normale Welt wieder vorfinden, so wie sie vor Corona war.

Als Ausnahme muss man aber leider die Gastronomie wie unter anderem den Zahnarzt sehen. Der Besuch eines Zahnarztes gestaltet sich etwas schwierig, wenn der Patient einen Mundschutz bei der Behandlung trägt. Aber Spaß bei Seite, was auch mal sein muss in solche Zeiten.

Bei der Gastronomie, welche wir auch in Kirchrode haben, sind natürlich solche, welche mit einer Außengastronomie aufwarten können, zumindest im Sommer im Vorteil. Problematisch wird es aber bei allen, wenn es um Mindestabstände und das damit verbundene geringere Platzangebot geht. Das Ergebnis sind niedrigere Umsatzzahlen, verbunden mit weniger notwendigem Personal. Hier stoßen wir an gewisse Grenzen, welche uns der Virus eingebrockt hat. Man wird schauen müssen, wie man diese Probleme lösen könnte, eventuell durch befristete Tischbesetzungszeiten, um somit eine höhere Belegungszahl zu erlangen.

Eine Problematik fällt immer dort an, wo der Mundschutz abgenommen werden muss. Wir betreten, um es mal so auszudrücken, Neuland und das müssen wir erst einmal erkunden. Die Frage aller Fragen wird sein, wie es uns möglich sein wird, in großen Teilen unseres täglichen Lebens eine gefühlte Normalität wieder zu erlangen.

Es wird nichts mehr so sein wie es einmal war. Zumindest so lange nicht, bis ein Impfstoff gefunden wurde, der uns ausreichenden Schutz bietet. Und das wird nicht von heute auf morgen stattfinden.
  

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