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Home Sonderthemen Komplett Gesundheitswesen immer komplexer / Spezialisierung nimmt rasant zu
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10:10 25.01.2021
Eine älter werdende Gesellschaft braucht mehr Fachkräfte in den pflegenden Berufen. Die steigende Zahl an chronischen Erkrankungen führt ebenfalls zu einem erhöhten Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Berufe wie Ostheopat (kleines Bild rechts unten) gewinnen an Bedeutung. Fotos (3): AOK Pressebild, Barmer.de

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante Reform der Pflegeversicherung würde zahlreiche Menschen in Pflegeheimen und deren Angehörige deutlich entlasten. Das zeigt eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiterer Effekt der Reform ist, dass Länder und Kommunen bei der Hilfe zur Pflege um zwei Milliarden Euro entlastet würden. Dies würde sicherlich auch Mittel freimachen für dringend gesuchte Pflegefachkräfte.
      

Eine höhere Entlohnung würde den Pflegeberuf erheblich attraktiver machen. Zukunftsorientiert ist er allemal, durch die demoskopische Entwicklung. Zur Arbeitsplatzsicherheit würde dann auch endlich eine verbesserte Entlohnung kommen. Dies sollte mehr Interesse für den Bereich der Pflegenden Berufe wecken.

Gesundheitsbereich im Wandel

Das Gesundheitswesen ist in einem Wandel begriffen, der große Veränderungen mit sich bringt. Dies beruht einerseits auf der demografischen Entwicklung, denn die Zahl der pflegebedürftigen alten Menschen, chronische Erkrankungen sowie das zunehmende gleichzeitige Auftreten von Krankheiten schon bei Kindern und älteren Menschen führen zu einem erhöhten Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Aber auch der medizinische Fortschritt bewirkt weitreichende Veränderungen in der Gesundheitsbranche. Das eröffnet viele neue Möglichkeiten in den Bereichen Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation und Pflege.

Die neue generalistische Ausbildung zur Pflegekraft macht den Beruf attraktiver. Foto: Barmer.de
Die neue generalistische Ausbildung zur Pflegekraft macht den Beruf attraktiver. Foto: Barmer.de

Erhöhter Bedarf

Insgesamt wird die Versorgung im Gesundheitswesen komplexer. Die Pflegeberufe werden immer differenzierter und die Spezialisierung nimmt zu. Daraus ergibt sich nicht nur ein ständig erhöhter Bedarf an Fachkräften, sondern auch qualitative Veränderungen. Die Bundesregierung und die Bundesländer sind sich einig, dass die Zahl der Ausbildungsplätze im Bereich der Altenpflege deutlich erhöht werden muss. Deshalb wurden die Möglichkeiten der Fortbildungen und Umschulungen bereits mit der „Ausbildungs- und Qualitätsoffensive“ verbessert.

Darüber hinaus unterstützt die Bundesagentur für Arbeit jetzt auch die Finanzierung des dritten Umschulungsjahres zur Altenpflegefachkraft. Qualifizierte Pflegekräfte sind eben stark gesucht. Gerade in diesem Bereich ist der Fachkräftemangel besonders hoch.

Reformgesetz bringt Umbruch

Die Neuausrichtung der Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG) hat seit dem Inkrafttreten Anfang des Jahres 2020 für einen enormen Umbruch gesorgt. Hier wurden die ehemaligen drei Ausbildungszweige der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege zu einer gemeinsamen Ausbildung zur Pflegefachkraft zusammengefasst. Der Grundgedanke dieser Generalistik ist es, eine Pflegefachkraft auszubilden, die in allen Bereichen der Pflege über grundlegendes Wissen verfügt. Für sie eröffnen sich weit vielfältigere Karrieremöglichkeiten durch Wechsel-, Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten in allen Bereichen der Pflege. Das bringt endlich die wichtige Professionalisierung in den Pflegeberufen. Diese so ausgebildeten Pflegefachkräfte werden hoch gefragt sein.

Beruf mit Zukunft

Das Gesundheitswesen bietet allen, die gern mit Menschen arbeiten und sich für sie engagieren, große neue Möglichkeiten und eine sichere berufliche Zukunft mit interessanten Aufstiegsmöglichkeiten. Wer sich für den Bereich Gesundheit, Pflege und Soziales entscheidet, bewegt sich in einem zukunftsicheren Arbeitsmarkt und in einem boomenden Wirtschaftsbereich.