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Home Sonderthemen Hannover Region West Ronnenberg/Empelde: „Es sich lohnt, auf Entdeckungstour zu gehen – gerade in den Ferien und gerade in Corona-Zeiten“
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14:53 23.07.2020
Das Freibad in Empelde ohne Besucher? Ein seltener Anblick, denn das Bad lockt zurzeit viele an. Foto (2): Stadt Ronnenberg

Auch die Ronnenberger hat die Corona-Pandemie hart getroffen. Viele Eltern mussten ihren Jahresurlaub bereits nutzen, um ihre Kinder zu betreuen. Da ist zum Teil nicht mehr viel freie Urlaubszeit übrig. Von den finanziellen Belastungen einmal ganz abzusehen. Viele Ronnenberger haben sich deshalb entschlossen, ihre Ferien in ihrer Stadt zu verbringen. Doch geht das? Im Interview sagt Bürgermeisterin Stephanie Harms ganz klar und deutlich: „Selbstverständlich geht Urlaub vor der Haustür!“ Mit ihr sprach Axel Emmert über die vielen Möglichkeiten, in der Kalistadt die Freizeit zu verbringen.

Ronnenberg als Urlaubsort scheint schwer vorstellbar zu sein. Oder?

Ganz im Gegenteil! Ronnenberg hat viel zu bieten, um hier seine Freizeit zu verbringen. Vielleicht nicht als ein klassischer Urlaubsort, aber in jedem Fall als eine liebenswerte Kommune mit seinen tollen Stadtteilen, in der es sich lohnt, auf Entdeckungstour zu gehen – gerade in den Ferien und gerade in Corona-Zeiten.

Das bedeutet, wer wegen Corona nicht in der Lage ist, zu seinen sonstigen Urlaubszielen zu fliegen oder fahren, der ist rund um den Kaliberg besonders gut aufgehoben.

Aber ja, allemal.

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Was empfehlen Sie denn Familien mit Kindern, die nicht so recht wissen, wie sie die großen Ferien verbringen sollen?

Oh, da gibt es jede Menge! Zuerst natürlich unser schönes Freibad im Stadtteil Empelde. Seit je her ein Besuchermagnet. Hier fühlt sich die ganze Familie wohl.

In der Corona-Zeit – wie funktioniert der Betrieb?

Wir haben uns für einen Drei-Schichtenbetrieb entschieden. Jeweils drei Stunden darf geplanscht und geschwommen werden, dann ist Schichtwechsel.

Warum diese Begrenzungen?

Wir dürfen maximal zeitgleich 121 Personen in das Becken lassen. Um dem vermeintlich großen Interesse in den Ferienmonaten gerecht zu werden, haben wir uns dazu entschieden, jeweils für drei Stunden um 9, 12.30 und 16 Uhr jeweils 121 Badegäste einzulassen.

Bürgermeisterin Stephanie Harms gibt Tipps, was Familien, Paare und Singles im Sommer direkt vor der Haustür erleben können.
Bürgermeisterin Stephanie Harms gibt Tipps, was Familien, Paare und Singles im Sommer direkt vor der Haustür erleben können.

Welche Aktivitäten können Sie noch empfehlen?

Ich selbst liebe es, mit dem Rad die Natur und Ronnenberg zu erkunden und weiß aus eigener Erfahrung, dass es da viel zu entdecken gibt.

Also auf das Rad und los?

Wer sich auskennt, wird sicherlich ohne Tourenplaner auskommen, doch ich empfehle allen unseren schönen und informativen ,Ronnenberg Tour – Rad-Wandern – Touren – Tipps und vieles mehr'. Darin sind auf handlichen 90 Seiten viele Touren enthalten, dazu alle historischen Hintergründe zu den Zielen, die man ansteuern kann. Die wetterfeste Broschüre ist so gestaltet, dass sich daraus ganz individuelle Touren zusammenstellen lassen. Die Broschüre ist kostenlos bei der Stadt erhältlich. Egal, ob die Familie am Start ist, ein Pärchen oder auch als Single, um ganz entspannt die schönen Seiten Ronnenbergs zu entdecken und zu erkunden.

Eines der Ziele sollten die Wasserbüffel sein, die – und ich betone es – auf Weetzener Gebiet stehen, wenngleich der Volksmund sagt: ,Die Wasserbüffel aus Vörie!' Die kleine Herde ist einfach ein tolles Naturerlebnis. Nicht zu vergessen aktuell auch das Maislabyrinth beim Erdbeerhof in Ihme-Roloven und natürlich das Erdbeercafé am See – ein herrliches Fleckchen Entspannung. Speziell nachdem man selbst Erdbeeren gepflügt hat und sich mit einem dicken Stück Kuchen belohnt.

Das hört sich sehr gut an.

Ja, und wenn ich noch eine weitere Empfehlung aussprechen darf, dann möchte ich auf einen besonderen Rundgang einladen.

Sehr gern!

,Die Juden von Ronnenberg' ist ein sehr gut aufbereitetes Faltblatt, das über die Geschichte der Juden in Ronnenberg informiert – mit allen seinen geschichtlichen Facetten, selbstverständlich auch denen aus der Nazizeit. Hier wird Geschichte aus mehr als 150 Jahren Juden in Ronnenberg informativ und leicht verständlich dargestellt. Dieser Spaziergang lohnt sich ganz besonders. Das Faltblatt zum Rundgang ist kostenlos bei der Stadt Ronnenberg erhältlich.

Wie sind derzeit die Heimatmuseen und die Heimatstuben aufgestellt?

Leider sind sie noch geschlossen. Ich hoffe jedoch für die vielen Ehrenamtlichen, die sich um die Einrichtungen kümmern, dass schon bald wieder Besucher zugelassen sind.

Bei schönem Wetter locken doch sicherlich die Ronnenberger Gastronomen mit ihren Außenplätzen und Biergärten?

Aber ja – und es lohnt sich, sie alle zu besuchen. Unsere Gastronomen haben eine sehr schwere Zeit hinter sich und auch sicherlich noch vor sich. Da ist es wichtig, dass die Ronnenberger das tolle Angebot nutzen und sich zu einem zünftigen Bier (mit oder ohne Alkohol) oder auch einer leckeren Mahlzeit in den Restaurants und Biergärten treffen und verabreden. Es gibt in fast allen Ortsteilen oder zumindest in unmittelbarer Nähe Lokale und Restaurants, deren Besitzer sich sehr über Gäste freuen.

Da waren die Ronnenberger, speziell aus der Kernstadt, glücklich, dass sie nun im vergangenen Jahr endlich wieder ihre Eisdiele hatten, und jetzt muss sie schon wieder schließen. Was ist da passiert?

Das ist in der Tat sehr bedauerlich. Ich kann zu der Rechtslage nichts sagen, ich weiß aber, dass sich Familie Walde, die bisherigen Betreiber, sehr um das Eiscafé bemüht haben. Sie sind ja zugleich Betreiber der Lütt-Jever-Scheune und haben in diesem Zusammenhang viel für das kulturelle Leben in Ronnenberg getan. Auch für sie hoffe ich, dass es schon bald wieder aufwärts geht und weitere Veranstaltungen angeboten werden können.

Kinder und Jugendliche waren die größten Leidtragenden der Pandemie. Wie konnten Sie gegensteuern?

Das war und ist schwierig. Alleine die Situation in den Kitas, den Kindertagesstätten, den Schulen – es war speziell für die Eltern eine harte Zeit und ist es teilweise noch. Wir haben alles versucht, um möglichst vielen unter den Coronaregeln gerecht zu werden, doch nicht immer hat das gepasst. Auch wir von der Verwaltung sind da an unsere Grenzen geraten, mussten doch auch wir die verschärften Rahmenbedingungen durch das Virus akzeptieren und umsetzen.

Es läuft aber doch langsam wieder an. Oder?

Ja, zum Glück. Wir konnten sogar noch einen Ferienpass ins Leben rufen. Wenn auch mit verringertem Angebot, aber immerhin. Leider sind alle Veranstaltungen inzwischen ausgebucht. Das ist sehr bedauerlich, doch wir hatten auch hier keine Chance, mehr anzubieten. Das Jugendzentrum ist inzwischen allerdings auch wieder mit einem kleinen zeitlichen Angebot geöffnet.

Nicht zu vergessen die Büchereien, die wir wieder offenhalten. So können sich die Kids und Jugendlichen, wenn sie denn keinen Platz mehr beim Ferienpass abbekommen haben, wenigsten mit einer spannenden Lektüre die Ferienzeit vertreiben. Von den Vereinen im Stadtgebiet weiß ich, dass es auch dort immer wieder einige Aktionen gibt. Dafür bin ich allen Ehrenamtlichen unendlich dankbar.

Ihr persönliches Urlaubsziel?

Selbstverständlich. Ich war mit Freunden ein paar Tage in der Pfalz und werde meinen weiteren Urlaub in Ronnenberg und damit im schönen Calenberger Land verbringen.
  

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