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08:38 16.10.2021
Bei fachlich unspezifischen Weiterbildungen muss begründet werden, warum die Befähigungen für den Beruf relevant sind. Foto: Pexels

Fort- und Weiterbildungen sind Investitionen in die berufliche Zukunft. Aus diesem Grund steht das Finanzamt diesen Kosten ziemlich kulant gegenüber. Fortbildungskosten fallen unter die Werbungskosten und sind in der Regel in voller Höhe absetzbar.

Kai Magnus Paulsen Rechtsanwalt

Dennoch sollte man einige Aspekte kennen, damit man seine Fort- und Weiterbildungen problemlos steuerlich geltend machen kann. Wichtig ist, dass es sich um Fortbildungen handelt, die im direkten Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf stehen. Hierzu zählen grundsätzlich folgende: Berufsrelevante Weiterbildungen wie Seminare und Kurse, Umschulungen, ein Aufbau- beziehungsweise Zweitstudium sowie ein Studium oder eine zweite Ausbildung nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Bei fachlich unspezifischen Weiterbildungen wie Rhetorik- oder Persönlichkeitstrainings muss man hingegen plausibel begründen können, inwieweit diese Skills für den Beruf relevant sind. Ein Rhetorik-Seminar ist für einen Lageristen weit schwerer zu rechtfertigen, als es für einen Manager der Fall ist. Ähnlich verhält es sich mit Sprachkursen. Sofern branchenspezifisches Vokabular in einer berufsrelevanten Sprache erlernt wird, akzeptiert das Finanzamt diese Abschreibung. Für eine Kassiererin, die Asiatisch lernt, wird das problematisch. Über die reinen Fortbildungskosten hinaus lassen sich Arbeitsmaterialien, anfallende Reisekosten und Aufwendungen für notwendige Literatur steuerlich absetzen. lps/AM


Vor Klage Einspruch erheben

Was Steuerverfahren angeht, so ist zuerst Einspruch beim Finanzamt zu erheben. Erst nach Ablehnung des Einspruchs durch das Finanzamt kann Klage erhoben werden. Eine Klage ohne vorherigen Einspruch ist gemäß Paragraph 45 Finanzgerichtsordnung (FGO) ausnahmsweise zulässig, wenn das Finanzamt dem innerhalb eines Monats nach Zustellung der Klageschrift zustimmt. Hat das Finanzamt ohne Mitteilung in angemessener Frist nicht entschieden, kann nach Paragraph 46 FGO Untätigkeitsklage erhoben werden. An der Fälligkeit der festgesetzten Steuern und der Vollstreckbarkeit des Bescheides ändert die Klage zunächst aber nichts. Sollte die Klage Erfolg haben, werden die gezahlten Steuern zurückerstattet. Es ist möglich, beim Finanzamt wegen des Einspruchs oder der Klage die Aussetzung der Vollziehung des Steuerbescheids zu beantragen. Hat dieser Antrag Erfolg, braucht man die Steuern bis zur Entscheidung über den Einspruch bzw. bis zum Gerichtsurteil nicht zu zahlen. Lehnt das Finanzamt den Antrag auf Aussetzung ab, kann ein Antrag auf Aussetzung der Vollziehung beim Finanzgericht gestellt werden. Verfahren über einstweiligen Rechtsschutz werden schnellstmöglich entschieden. Der Antrag lautet dann auf Aussetzung der Vollziehung durch einstweilige Anordnung. lps/Cb

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