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09:55 16.11.2021
Trauernde fühlen sich einander oft besonders nah.

Die Kultur des Trauerns beinhaltet alle Facetten, die mit dem Sterben und dem Tod eines Menschen verbunden sind. Dazu zählen neben der Beisetzung alle zugehörigen Feierlichkeiten, wie auch die unterschiedlichen Formen des Abschiednehmens. Zum Tod und den vielfältigen Varianten des Trauerns gehört gleichermaßen die Erinnerungskultur, mit der Verstorbenen gedacht wird.

Rituale gehören dazu

Die Trauerkultur bezeichnet den Umgang mit der gemeinsam geteilten Vergangenheit ebenso wie Orte und Lebensräume, die Zeit und Muße für das persönliche Gedenken bieten. Lange Zeit wurde das Trauern vorwiegend im Kontext einer ritualisierten Handlung wahrgenommen und auch gestaltet. Die zugehörigen kulturellen Einflüsse strukturierten die Abläufe und prägten den Trauerprozess. Zeremonien gaben den Rahmen vor und boten dadurch den Angehörigen Sicherheit und Halt. Ein Beispiel hierfür ist der Ritus einer christlichen Trauerfeier im kirchlichen Kontext, der von festen Gebeten und zugehörigen Chorälen geprägt ist. Mittlerweile hat sich ein Wandel vollzogen.

Religion nicht mehr verbindlich

Die Religion gibt nicht mehr für alle verbindlich den Ablauf vor. Das Trauern gestaltet sich individueller und persönlicher. Die gemeinsamen Vorgaben entfallen und machen einer eigenen Gestaltung der Trauer Platz. Oft leben die Angehörigen weit verstreut und es ist ihnen kaum möglich, gemeinsam mit der Familie, regelmäßig am Grabe des Verstorbenen seiner zu gedenken.

So bieten viele Verlagshäuser und Lokalzeitungen sogenannte Trauerportale auf ihren Webseiten an. Dort können sich die Hinterbliebenen jederzeit austauschen, virtuelle Kerzen entzünden, in Erinnerungen schwelgen und Fotos hochladen. Geschützt vor den Augen der Öffentlichkeit können so Familie und Freunde in Zeiten ihrer Trauer für einander da sein.
 

Grabpflanzen und ihre Symbolik

Allgemein werden Pflanzen und Blumen als Sinnbild von Werden und Vergehen betrachtet. Als Grabpflanzen tragen die verschiedenen Arten eine je eigene, teils christliche Symbolik. Der Buchsbaum und das Immergrün stehen für das ewige Leben und Unsterblichkeit. Die Chrysantheme symbolisiert die Liebe, die über den Tod hinausgeht, während Margeriten vergossene Tränen versinnbildlichen. Pfingstrosen sind ein Mariensymbol und stehen für die Demut und Liebe Marias und Ringelblumen verkörpern die Ewigkeit und die Erlösung nach dem Tod. Wer seine tiefe Liebe zum Ausdruck bringen möchte, pflanzt vorzugsweise rote Rosen. Weiße Rosen hingegen sind der Inbegriff von Reinheit und Vergänglichkeit. Im Allgemeinen drücken Rosen eine starke Anteilnahme und Verbundenheit aus. Sie werden zudem äußerst gerne für Grabkränze-, Gebinde- und Gestecke verwendet. Verbindet man mit dem Verstorbenen eher Bescheidenheit, Unschuld und Demut, sollten Stiefmütterchen das Grab zieren. Veilchen und Vergissmeinnicht repräsentieren den zärtlichen Abschied und stehen für Treue. Daneben haben auch die Farben der Pflanzen ihre eigene Symbolik. Rot steht für Liebe, Weiß für Unschuld. Während Blau Treue symbolisiert, steht Gelb für Kraft und Grün für Hoffnung.

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