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20:20 01.11.2021
Im Sommer ist der Balkon das Wohnzimmer im Freien. Foto: Headline-Themendienst

Wenn die Sommer heiß werden, ist es manchmal eine Wohltat, ein Wohnzimmer im Freien zu haben. Das kann einer Terrasse sein, aber in vielen Fällen ist der Balkon der Ort, frische Luft zu schnappen. Oft wird der Balkon als die Verlängerung des Wohnzimmers ins Freie angesehen.

Das ist nicht nur im übertragenen Sinn richtig, sondern oft auch buchstäblich. Gerade in den Altbauten des letzten Jahrhunderts ruht der Balkon auf einer Betonplatte, die aus dem Haus auskragt. Darauf wurde Estrich aufgetragen und danach Fliesen verlegt – fertig war der Balkon.

Risse durch Temperaturschwankungen

Diese Bauweise hat allerdings ihre Nachteile, wie sich im Lauf der Jahre zeigt. Die benutzten Materialien verhalten sich bei Temperaturschwankungen unterschiedlich. So kommt es zu Spannungen, die zu Rissen führen können. Wenn dort Wasser eindringt, kann es zu Schäden kommen. Wenn die eingebauten Bewehrungseisen zu rosten beginnen, bröckelt der Balkon. Hier hilft nur eine Sanierung durch eine Fachfirma. Sind die Schäden bereits stark ausgeprägt, muss auch ein Statiker hinzugezogen werden.

Schichten thermisch entkoppeln

Bei einer Sanierung des Balkons ist es das Ziel, die einzelnen Materialien thermisch zu entkoppeln. Dadurch werden die unterschiedlich auf Temperaturschwankungen reagierenden Schichten voneinander getrennt, was Spannungen und daraus resultierende Risse verhindert. Möglich sind diese Trennungen durch Abdichtfolien oder Dichtungsbahnen. In der Regel werden die Fachfirmen allerdings zum Flüssigkunststoff greifen, der auf die Oberfläche aufgetragen wird und sie dadurch schützt. Das Material ist schnell zu verarbeiten und dichtet den Balkon sicher ab.

Beim Flüssigkunststoff gibt es einige Dinge zu beachten, denn ein mit dem Material versiegelter Balkon benötigt ein Gefälle, damit das Regenwasser abfließen kann. Wenn der Balkon dieses Gefälle hat, kann der Kunststoff direkt auf den Untergrund aufgetragen werden, nachdem vorher Risse und Spalten geschlossen wurden. Gibt es keine Neigung, muss vorher ein Gefälleestrich verlegt werden. Das Gefälle sollte ungefähr zwei Prozent betragen. Der Flüssigkunststoff wird zwar sehr dünn aufgebracht. Trotzdem könnte es zu einem Niveauunterschied zur Balkontür kommen. Hier muss ausgeglichen werden.

Flüssigkunststoff ist nicht nur günstig und schnell zu verarbeiten – er hat auch ästhetische Qualitäten, denn es gibt zahlreiche unterschiedliche Dekorbeläge mit vielen Farben und Effekten, die aufgetragen werden können.

Geländer nicht vergessen

Bei einer Sanierung ist es wichtig, das Geländer in Augenschein zu nehmen, denn das hat nicht nur Sichtschutzfunktion, sondern dient auch der Sicherheit. Manchmal ist es mit einem neuen Anstrich getan.

Wenn Brüstung oder Geländer allerdings substanziellen Schaden genommen hat, muss hier ebenfalls eine Fachfirma tätig werden, denn der Ersatz muss fachgerecht verankert werden, um die nötige Sicherheit zu gewährleisten. Bei den Materialien sind heutzutage Gitter aus Edelstahl oder Aluminium gefragt. Vielfach werden diese Stoffe auch mit Glas kombiniert, wodurch ein Balkon eine moderne Wirkung bekommen kann.

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