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Home Sonderthemen Komplett Experten erwarten nach Corona weitere Wertzuwächse
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13:56 04.11.2020
Ein Highlight der architektur: Der Große Garten ist ein Teil der Herrenhäuser Gärten. Das neu errichtete Schloss bietet eine ideale Sichtachse. Nik Barlo jr.

Die Pandemie hält die Wirtschaft in Atem, nur eines scheint verlässlich: die Preise für Häuser und Wohnungen. Erfüllen Immobilien auch aktuell wirklich noch ihren krisensicheren Ruf? Eigentlich spricht vieles dafür, dass schon bald ein Ruck durch die Immobilienwelt gehen müsste. Doch ein Blick in die Branche beweist aktuell das Gegenteil. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Preise für Wohnimmobilien in den ersten drei Monaten des Corona-Jahres im Vergleich zu 2019 bundesweit sogar um 6,8 Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal kletterten die Preise immerhin um etwa 6 Prozent höher.

Inklusives Wohnen: Das Vitalquartier Hannover kombiniert junges städtisches Wohnen mit den Pflegeangeboten des Annastifts. loomn architektur visualisierung
Inklusives Wohnen: Das Vitalquartier Hannover kombiniert junges städtisches Wohnen mit den Pflegeangeboten des Annastifts. loomn architektur visualisierung

Aber wie stellt sich die Situation in der Landeshauptstadt dar? Hannover ist Niedersachsens Industrie- und Wirtschaftsstandort Nummer eins und mit zahlreichen Parkanlagen wie den Herrenhäuser Gärten und dem Stadtwald Eilenriede eine Großstadt im Grünen – kurzum ein attraktiver Ort zum Arbeiten und Leben. Der hannoversche Immobilienmarkt zählt laut „Capital“ zu den dynamischsten: Seit 2009 haben sich Neubauwohnungen stetig um mehr als 110 Prozent verteuert, bei Bestandsobjekten sind die Preise sogar um 147 Prozent geklettert. 2020 werden die Preise aufgrund der Corona-Krise insgesamt stagnieren, mittelfristig erwarten Immobilienexperten für Hannover jedoch weitere Wertzuwächse.

Ein Wunder ist das nicht, denn sowohl in Citynähe als auch in den angrenzenden Kommunen bietet Hannover beste Einkaufsmöglichkeiten und Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr, ebenso stehen den Menschen hier alle Möglichkeiten offen, wenn es um kulturelle Angebote und Bildungsmöglichkeiten geht.

Trotzdem gelten die Kaufpreise für Baugrund und Eigentumswohnungen in Hannover im Vergleich zu anderen Großstädten noch als moderat. Aktuell liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung in Hannover bei 3308 Euro, für ein architektonisch ansprechendes neues Haus müssen Investoren mit 3907 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das sind Preise, von denen Hamburger oder Münchner Kaufwillige nur träumen können.

Gundlach

Hier wird in der Stadt und der Region Hannover gebaut

Im Nordwesten Hannovers entsteht ein ganz neues Stadtviertel: die Wasserstadt Limmer. Auf insgesamt vier Baufeldern wächst auf einer Halbinsel an der Wunstorfer Straße ein abwechslungsreiches Wohnkonzept heran. Ob kompakte Mikroapartments, komfortable Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, exklusive Stadt- oder Reihenhäuser – die derzeit im Bau befindlichen 39 Reihenhäuser werden verkauft oder vermietet. Die ersten Domizile mit einer Wohnfläche zwischen 130 und 180 Quadratmetern sollen im Frühjahr 2021 fertig sein. Die Kaufpreise liegen laut Schätzung der Projektleiter bei rund 700 000 Euro. Die Lage der Wasserstadt könnte nicht besser sein: Direkt vor der Haustür liegen die Leineauen, die Herrenhäuser Gärten befinden sich ganz in der Nähe und die Innenstadt ist in nur 15 Minuten Fahrzeit erreichbar.

Wirklich nahe Naherholung: Die Eilenriede ist Hannovers eigener Stadtwald. HMTG, Christian WyrwaCaption
Wirklich nahe Naherholung: Die Eilenriede ist Hannovers eigener Stadtwald. HMTG, Christian WyrwaCaption

Am Kronsberg entsteht Europas größte Ökosiedlung

Auch am Kronsberg reißen die Bauarbeiten nicht ab. In Europas größter Ökosiedlung sollen schon im kommenden Jahr die ersten Tiny-Häuser entstehen – moderne Bauwagen mit kompakten Wohnungen darin. Ebenso werden vierstöckige Apartmenthäuser gebaut. Die eigens dafür gegründete Genossenschaft Ecovillage zählt bereits mehr als 400 Mitglieder, die bis 2022 bereits 500 Wohneinheiten realisieren wollen. In Arbeitsgruppen planen die Genossenschaftsmitglieder parallel zu den Vertragsprozessen, wie sich der einfache, nicht zu sehr konsumorientierte Alltag im Ökodorf im Grünen gestalten lassen könnte.

Ein weiteres außergewöhnliches Wohngebiet entsteht zwischen Seelhorst und Wülfeler Straße: das Vitalquartier Hannover. Den künftigen Bewohnern der rund 400 neuen Wohnungen stehen Schule, Kindergarten, Schwimmbad und Pflegeangebote des Annastifts offen. Gleichzeitig soll das Quartier den Bewohnern des Annastifts eine Inklusion in das städtische Alltagsleben ermöglichen. So entsteht am Südrand der Stadt das wohl größte inklusive Wohnprojekt Niedersachsens.

Viel ist nicht übrig geblieben von der ehemaligen Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Bothfeld. Abbruchbagger haben ihr Werk verrichtet und fast 50 Hallen und Häuser dem Erdboden gleichgemacht. In den kommenden Jahren soll auf dem 27 000 Quadratmeter großen Kasernengelände die Gartenstadt Hannover-Nord, eine moderne Wohnanlage mit 775 Wohneinheiten, entstehen. Geplant sind Einzel-, Reihen- und Doppelhäuser sowie Geschossbauten. Entlang der General-Wever-Straße schafft die Niedersächsische Landesgesellschaft (NLG) Raum für Supermarkt, Büros und Praxen sowie kleine Geschäfte.

Revitalisierung des früheren Oststadtkrankenhauses an der Podbi

Die verkehrsgünstige Lage, die Nähe zum Naherholungsgebiet Mittellandkanal und die gewachsene Infrastruktur in Groß-Buchholz machen den Stadtteil für Wohnungssuchende attraktiv. Unter dem Namen Buchholzer Grün wird an der Podbielskistraße der ehemalige Standort des Oststadtkrankenhauses revitalisiert. Mit dem Bau von 95 Wohnungen in vier Baublöcken wurde im vergangenen Sommer begonnen. Sie bilden aber nur einen Teil der größeren Siedlungsentwicklung Hanova. Die Wohnungen werden zum Ende dieses Jahres an die Mieter übergeben.

In der Constantinstraße wurde im vergangenen Jahr das alte Versicherungsgebäude der VGH abgerissen und mit der Realisierung des Constantin-Quartiers begonnen. Mit dem zweiten Baufeld entstehen derzeit 43 Eigentumswohnungen, von denen bereits ein Großteil verkauft ist. Im Baufeld III errichtet die Zech Group SE rund 123 Mietwohnungen. Der Rohbau ist fast fertig, und die Wohnungen sollen zwischen März und September 2021 an die Mieter übergeben werden. Mit dem Baufeld IV entstehen demnächst weitere rund 40 Eigentumswohnungen und Townhouses. Von Tanja Piepho
  

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