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10:59 05.10.2021
Mit einer Wärmebildkamera können energetische Schwachstellen am Haus sichtbar gemacht werden. Foto: DiHa/Headline

Die energetischen Vorschriften bei Neubauten sind in den letzten Jahren immer strikter geworden. Bei Bestandsbauten allerdings liegen die Dinge dagegen noch ziemlich im Argen, denn noch verhältnismäßig viele Häuser, sind nach modernen energetischen Gesichtspunkten unzureichend gedämmt. Viele Heizungssysteme sind in die Jahre gekommen. So mancher Altbau harrt also noch der Modernisierung. Hier schlummert noch ein beträchtliches Potenzial, um den Verbrauch fossiler Energien zu reduzieren und auf lange Sicht auch den Geldbeutel der Hausbewohner zu entlasten. 

Die energetische Sanierung eines Wohngebäudes muss immer als Gesamtaufgabe gesehen werden. Eine neue und effiziente Heizungsanlage ist nur sinnvoll, wenn die Außenhaut, einschließlich Dach und Keller, vorschriftsmäßig gedämmt sind. Eine Art Gesamtkonzept zur energetischen Sanierung ist also unabdingbar.

Energieberatung steht am Anfang

Am Anfang steht dabei in der Regel eine Energieberatung durch eine Fachfirma, die, zum Beispiel durch eine Wärmebildkamera, Schwachstellen im Haus findet. Aufgrund der Gegebenheiten kann der Energieberater oder die Energieberaterin dann ein Sanierungskonzept aufstellen. Aus Kostengründen wird dieses Konzept in den meisten Fällen nicht gemeinsam umgesetzt werden können. Es gibt allerdings Förderprogramme der öffentlichen Hand, die finanzielle Unterstützung anbieten. Die bisherigen Förderprogramme der bundeseigenen KfW-Bank sind seit diesem Jahr in der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ zusammengefasst. Heizungsoptimierungen werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

Dämmung muss alle Räume umschließen

Die Dämmung ist zunächst einmal der Grundstock der Sanierung. Man sollte beachten, dass eine Dämmung alle bewohnten Räume im Haus komplett umschließt. Das gilt auch für Ausbaureserven wie den Dachboden oder das Kellergeschoss.

Fenster sind in älteren Gebäuden oft die Wärmeschleudern des Hauses, durch die die meiste Heizenergie entweicht. Deswegen sollte man bei der Sanierung die Fenster auf keinen Fall vergessen. Die Energieeffizienz moderner Fenster hat sich enorm verbessert, was im so genannten U-Wert zum Ausdruck kommt, der den Wärmedurchgang durch ein Material benennt. Die heute verwendeten Wärmeschutzgläser haben eine unsichtbare Metallbeschichtung auf der Scheibe, die die Heizenergie ins Innere des Hauses reflektiert. Als willkommener Nebeneffekt bewirken Wärmeschutzgläser, dass größere Glasflächen im Haus verbaut werden können, ohne einen Energieverlust und hohe Heizkosten zu befürchten.

Moderne Heizung spart Kosten

Neben der guten Wärmedämmung gehört eine moderne Heizungsanlage zum Konzept energetischer Sanierungen. Immer häufiger werden dafür alternative Heizungsformen wie Pellets oder Hackschnitzel, Solarthermie oder eine Wärmepumpe gewählt. Gerade wegen der Anfang des Jahres eingeführten Abgabe auf CO2-Emissionen können damit Kosten eingespart werden. Aber auch bei Heizsystemen, die mit fossilen Brennstoffen arbeiten, lässt sich mit modernen Brennwertkesseln der Verbrauch stark reduzieren, zumal sie häufig mit Energie aus erneuerbaren Quellen ergänzt werden können.

Zu beachten ist hier allerdings, dass von 2026 der Einbau von Ölheizungen nicht mehr erlaubt sein wird.

Alle technischen Maßnahmen nützen natürlich nichts, wenn sich die Bewohner nicht selbst energiebewusst verhalten. Die Möglichkeiten der Heizung sollten beispielsweise in vollem Umfang genutzt werden. Das gilt insbesondere nachts und bei längerer Abwesenheit, wenn die Regeltechnik dafür sorgt, dass die Raumtemperatur heruntergefahren oder der Kessel sogar ganz abgeschaltet wird. Ohnehin gilt sparsames Heizen. Die Raumtemperatur sollte den Bedürfnissen angepasst werden. Das Überheizen von Räumen verschwendet Energie. Lieber kann man sich auch in den eigenen vier Wänden einen Pullover überziehen oder eine im Fernsehsessel eine wärmende Decke nutzen. Jedes Grad, um das die Heizungsleistung vermindert wird, spart bis zu acht Prozent der Heizkosten.

Wenn die Außentemperatur nachts absinkt, kommt es durch den größeren Wärmeunterschied von außen und innen zu einem schnelleren Energieverlust. Deswegen ist es sinnvoll, nachts die Rollläden oder Fensterläden zu schließen. Das Lüftungsverhalten der Hausbewohner ist ebenfalls nicht ganz unwichtig. Ständig auf Kipp geöffnete Fenster führen zum Anstieg der Heizkosten. Lieber sollten die Fenster für kurze Zeit ganz geöffnet werden, um den Luftaustausch zu beschleunigen.

Bewegungsmelder bieten mehr Sicherheit und erleichtern das Aufschließen von Haustüren

Bewegungsmelder bieten sich an vielen Orten an, beispielsweise an der Einfahrt zur Garage, dem Weg zum Hauseingang oder für eine generelle Beleuchtung rund um das Haus. Mit Bewegungsmeldern geht das Licht genau dann an, wenn es benötigt wird. Zudem bieten sie damit mehr Sicherheit im Hinblick auf mögliche Stolperfallen, erleichtern das Aufschließen von der Haustür und stellen einen gewissen Schutz vor Einbrüchen dar. Schließlich hilft Licht, Einbrecher wirksam abzuschrecken. Erstrahlt ein Haus beim sich Nähern in vollem Licht, ergreifen die ungebetenen Gäste meist schnell die Flucht. Daher gehören Bewegungsmelder ohne Zweifel zu einem guten Sicherheitskonzept und werden auch von der Polizei als Sicherheitsmaßnahme empfohlen. Bei der Positionierung gilt es, primär auf zwei Dinge zu achten: Der Winkel des Sensorfeldes muss der zu überwachenden Stelle angepasst werden. Der Sensor ist zudem ausreichend hoch zu montieren, damit er von keinem Einbrecher beschädigt werden kann. Generell gilt es, das passende Gerät für die gewünschte Position zu wählen. So gibt es verschiedene Modelle, welche unterschiedlich große Flächen ausleuchten. Eine Beratung durch Fachpersonal ist daher durchaus sinnvoll, um den passenden Bewegungsmelder für das Eigenheim zu finden. lps/Bi

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