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10:48 10.06.2020
Durch Symbolarbeit oder Malen werden das innere Befinden und die eigenen Bedürfnisse spürbar. Foto: djd/Dr. Reisach Kliniken/Kai Loges und Andreas Langen

Weisheit, Lebenserfahrung, innere Freiheit: Es gibt so viele Aspekte, die das Alter liebens- und lebenswert machen. Dennoch gehören Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Oft setzen sich die Senioren stark unter Druck: auf der einen Seite die Erwartung an sich selbst, gesund und aktiv älter werden zu müssen. Auf der anderen das Eingeständnis, dass Vitalität und Leistungsfähigkeit nachlassen. Schwere Erkrankungen sowie der Tod des geliebten Partners oder langjähriger Freunde sind zudem enorme Einschnitte ins Leben, die nicht so einfach zu verkraften sind. Tiefe Trauer erleiden vor allem Eltern, die ihre Kinder oder Enkelkinder zum Grab begleiten müssen. Die scheinbare Reihenfolge wird auf den Kopf gestellt. Fragen, Vorwürfe, Bitterkeit: All die hochbrechenden Gefühle wirken auf Körper, Geist und Seele. 

Die Trauerbegleitung, wie sie etwa die Dr. Reisach Kliniken in Oberstdorf sowie in Stiefenhofen bei Oberstaufen anbieten, gibt den Betroffenen Raum und Zeit, um ihren Verlusterfahrungen heilsam begegnen zu können. Der Trauerprozess, den die Patienten kennenlernen, begleitet sie in jeglichen Lebensphasen, so auch beim „Alt-Werden“. Er führt auf den Weg der Heilung und des Trostes.

Halt in der therapeutischen Gemeinschaft finden

Gemeinsam zu trauern, ist eine heilsame Erfahrung für die Patienten. Durch Symbolarbeit, Malen und Schreiben oder meditative Zwiegespräche (Dyaden) werden das innere Befinden und die eigenen Bedürfnisse sichtbar und spürbar. Man wird gesehen, gehalten, verstanden und gestärkt. „Das ist das Wichtigste und Wertvollste für die Patienten, was für die Heilung der Seele so notwendig ist“, meint Dipl.-Theologin Erika Hieble, Seelsorgerin und Trauerbegleiterin der Adula- und Hochgrat Klinik.

Nähere Informationen zu den therapeutischen Angeboten gibt es unter www.dr-reisach-kliniken.de. Die Patienten lernen auf diese Weise, Schmerz und Wut, aber auch Dankbarkeit und Freude zuzulassen und in adäquater Form auszudrücken. Sie verstehen so die Zusammenhänge, warum man etwas spürt, spüren darf und welche Gefühle „bedrohlich“ oder unerwünscht sind. Indem sie das Vergangene in das Neue integrieren, finden sie einen Weg zurück ins Leben. djd


Hilfe am Computer: Soziale Medien als Trauerhelfer

Soziale Medien können helfen, anonyme Unterstützung zu erhalten.
Soziale Medien können helfen, anonyme Unterstützung zu erhalten.

Ob als Partnerbörse, zum „Treffen“ von Gleichgesinnten oder um neue Freundschaften zu schließen: Täglich werden tausendfach soziale Medien zur Suche nach neuen Bekanntschaften genutzt. Doch auch bei ernsten Themen und Lebenskrisen können soziale Medien bis zu einem gewissen Grad Unterstützung bieten. So gibt es mittlerweile zahlreiche anerkannte anonyme Chats, die von großen Hilfsorganisationen betrieben werden. Diese funktionieren beispielsweise wie die abgeänderte Form eines „Sorgentelefons“. Ausgebildete Beraterinnen und Berater können im Trauerfall Unterstützung bieten, ohne die Identität des Anrufers oder der Anruferin kennen zu müssen. Dennoch sollte solch ein Angebot nicht gänzlich den reellen zwischenmenschlichen Kontakt ersetzen. Wenn immer möglich kann es hilfreich sein, sich an Beratungsstellen in der Nähe des eigenen Wohnortes zu wenden. Vor allem zur Vermittlung an solch weitere Hilfsangebote oder Trauerbegleitungen vor Ort können soziale Medien eine große Hilfe darstellen. Durch die gegebene Anonymität fällt es Trauernden oft leichter, den ersten Schritt in Richtung der Suche nach Unterstützung zu machen.

Dennoch sollte als Nutzer genauestens auf die Qualität der Angebote geachtet werden. Von unseriös erscheinenden Beratungen sollte kein Gebrauch gemacht werden, um die eigene Privatsphäre nicht zu gefährden. Ein guter Weg kann es auch sein, sich zuerst persönlich bei einer Beratungsstelle vorzustellen, um dann deren Onlineangebote zu nutzen. lps/ML
  

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