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04:58 09.11.2021
Jutta Speidel und Stefan Noelle gehen auf Zeitreise in die Goldenen Zwanziger. Foto: Alvise Predieri

Die Goldenen Zwanziger der Weimarer Republik sind derzeit schwer in Mode. Das macht sich nicht nur an dem großen Erfolg der Streaming- und Fernsehserie „Babylon Berlin“ fest. Partys, auf denen im zeitgenössischen Flapper-Look Charleston getanzt wird, werden – zumindest im Nachtleben der Metropolen – derzeit gern gefeiert.

In eben diese Zeit nach dem Ersten Weltkrieg taucht ein Theaterstück ein, das demnächst auf der Bühne des Kurt-Hirschfeld-Forums zu sehen ist. Mit „Lippenrot“ thematisiert die Regensburger Autorin Andrea Maria Schenkel den Tanz auf dem Vulkan vor 100 Jahren als Fast-Ein-Frau-Stück mit ebenso boulevardesken Elementen wie einer Krimi-Attitüde im Stil eines Psychothrillers. Hitchcocks Film „Verdacht“ lässt grüßen, auch wenn kein von innen beleuchtetes Glas Milch die Treppe hinaufgetragen wird.
 

Das Thema ist allerdings ähnlich, denn es geht um eine Frau namens Ottilie, deren Schwester sie verheiraten möchte, um zu verhindern, dass Ottilie zu einer alten Jungfer wird. Der Altersunterschied wird bei einem Treffen im mondänen Wiesbaden zwar deutlich, aber schließlich kommt es zur Ehe mit Gustav. Der wiederrum verfügt sofort in einem Testament, dass Ottilie seine Alleinerbin werden soll. Ottilie ist derart gerührt, dass sie es ihm gleichtut.

Nach der Hochzeitsreise nach New York wandelt sich die Stimmung der Ehe allerdings deutlich, und es kommt zu Misstrauen, Eifersucht und Isolation.

Als Zuschauer merkt man recht schnell, wohin die Reise geht. Von Hitchcockschen Zweifeln kann da keine Rede sein.

Allerdings ist die eigentliche Geschichte von Ottilie und Gustav nur ein Vehikel. Sie ist eingebettet in eine Rahmenhandlung, die im Hier und Jetzt spielt. Darin entdeckt eine Frau in einem geerbten Schrankkoffer die Aufzeichnungen Ottilies und taucht darin ein. Diese Handlung klingt nicht nur nach einer Paraderolle für eine Schauspielerin – sie ist es auch. Für Jutta Speidel, bekannte Fernseh und Theaterschauspielerin, ist das Stück die Gelegenheit, in die verschiedensten Charaktere einzutauchen und sie zum Leben zu erwecken.

Karten zum Preis von 17 bis 25 Euro sind im Vorverkauf beim Fachdienst für Schule, Sport und Kultur, Rathausplatz 2 (Telefon 0 51 32 – 505 31 12 /13) erhältlich. Die Vorstellung im Kurt-Hirschfeld-Forum, Burgdorfer Straße 16, beginnt um 19.30 Uhr. Die Abendkasse ist ab 18.30 Uhr geöffnet. Besucherinnen und Besucher müssen nach der 3-G-Regel entweder geimpft, genesen oder getestet sein (Nachweis erforderlich).

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