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12:32 04.01.2021
Sabine Hillebrandt an dem traditionellen Tannenbaum vor dem Grundstück. Fotos: Carola Faber (2)

Es ist gemütlich bei Familie Hillebrandt in Idensen. Im Ofen knistert das Kaminfeuer. Weißes Leinen mit zarten Stickereien liegt auf den Tischen im Wohnzimmer. Darauf befinden sich weihnachtliche Kerzengestecke aus Naturmaterialien. Schon lange vor Beginn der Adventszeit erfolgen die Vorbereitungen auf die Festtage, denn Ende Dezember werden bei Sabine und Reiner Hillebrandt nicht nur Weihnachten und Silvester gefeiert, sondern auch gleich mehrere Geburtstage: Am 19. Dezember startete der Reigen mit dem 80. Geburtstag von Sabine Hillebrandts Mutter Giesela, am Folgetag hat Hillebrandt selbst ihren Ehrentag. Fast täglich folgen bis zum 1. Januar weitere Geburtstage von der Schwester, einer Nichte, der Tochter und des Vaters. „Wir sehen das ganz entspannt. Eigentlich wollte ich am vierten Advent mit den Nachbarn am Tannenbaum vor dem Grundstück mit Glühwein anstoßen, aber in diesem Jahr ist alles anders. Wir verschieben es einfach auf das nächste Jahr“, kündigt die Idenserin an.

Nicht nur im Haus ist das Ambiente von weihnachtlichen Motiven geprägt. Jedes Jahr können sich die Nachbarn an einem festlichen Baum an der Straße vor dem Grundstück erfreuen. Diese Tradition begann vor etwa zehn Jahren. Als beim Adventsmarkt ein Weihnachtsbaum übrig blieb, nahmen ihn Sabine und Reiner Hillebrandt kurz entschlossen mit und schmückten ihn. Seitdem wird jedes Jahr ein Tannenbaum bereits im Spätsommer in Bolsehle ausgesucht. Pünktlich zum ersten Advent erfreut er dann mit Lichterkette, Kugeln und kleinen Kartons, die in Weihnachtspapier verpackt sind, die Dorfbewohner.

„Vor ein paar Jahren haben Nachbarskinder die Päckchen abgenommen und nachgeschaut, was sich wohl darin befindet. Leider mussten sie feststellen, dass diese nur zur Zierde am Baum hängen“, schmunzelt Sabine Hillebrandt. Die vielen positiven Reaktionen ermutigten das engagierte Ehepaar zu einer weiteren Aktion. So haben sie im Frühjahr eine Gartenbank an der Hecke aufgestellt, die seitdem zum Verweilen einlädt.


"Am meisten freut sich unser erwachsener Neffe immer auf das Essen. Wenn er da ist, geht er zunächst in die Küche und schaut in die Töpfe, um zu sehen, was dort brutzelt."


Ein selbst gefertigtes Adventsgesteck der Landfrau.
Ein selbst gefertigtes Adventsgesteck der Landfrau.

Seit etwa zwölf Jahren gehört Sabine Hillebrandt auch den Landfrauen an. Inzwischen ist es eine beliebte Tradition, dass sich die Frauen in der Vorweihnachtszeit bei Floristin Anja Weikert in Rehren zu einem Kreativabend treffen. Dort basteln sie unter fachlicher Anleitung und bei einem Punsch ihre Weihnachtsdekorationen. „Es ist immer ein wunderbarer Abend, der meist mehrere Stunden dauert“, schwärmt die Landfrau.

Die gemeinsame Zeit am Heiligen Abend bei Familie Hillebrandt mit den Kindern, den Eltern und der Schwester mit deren Sohn Joel ist längst zu einer Tradition geworden. „Am meisten freut sich unser erwachsener Neffe immer auf das Essen. Wenn er da ist, geht er zunächst in die Küche und schaut in die Töpfe, um zu sehen, was dort brutzelt.“ Nicht die Geschenke stehen im Mittelpunkt, sondern das Zusammensein in einer gemütlichen Runde. Auch wenn Weihnachten in diesem Jahr etwas anders sein dürfte, freut sich Sabine Hillebrandt wieder ganz besonders auf das Fest: „Meine Mutter sagte in diesem Zusammenhang oft, dass der Frieden in der Familie anfängt.“ Von Carola Faber

Eine besondere Erinnerung

Weihnachten 1965

„Zu Hause hatten wir eine Zentralkoksheizung, die vom Flur aus befeuert wurde. Wenn die Ofentür vom Flur aus geöffnet wurde, konnten wir die Flammen sehen. Als ich etwa vier Jahre alt war, brachte mir der Weihnachtsmann den ersehnten Puppenwagen. Doch um ihn zu bekommen, musste ich mich entscheiden: Schnuller oder Puppenwagen. Klar, dass die Entscheidung auf den Puppenwagen fiel. Und so verschwand der Schnuller ein für alle Mal in der großen Öffnung der Heizung.“ Sabine Hillebrandt

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