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Home Sonderthemen KFZ-Spezialisten E-Autos gehen mit Hypothek auf die Straße
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09:54 20.05.2020
VW ist mit dem Modell ID auf dem E-Auto-Markt vertreten. Erstmals wurde das Konzeptfahrzeug mit rein elektrischem Antrieb 2016 auf einer Messe in Paris vorgestellt. Foto: dp

Bei aller Diskussion über die Mittel der Fortbewegung der Zukunft – über eines kann man sich sicher sein: Die Tage des Verbrennungsmotors sind gezählt. Die Ölknappheit wird sich in den kommenden Jahren verstärken und das Verbrennen fossiler Energien belastet die Umwelt mit Kohlendioxid und Feinstäuben in beträchtlichen Maß, sodass es absehbar ist, wann Autos mit Verbrennungsmotoren aus den Innenstädten verbannt werden. Die Alternative dazu hat die Politik längst ausgemacht. Obwohl die Autoindustrie und die Kunden noch verhalten reagieren, scheint die Elektromobilität die Nase vorn zu haben gegenüber anderen alternativen Antrieben wie etwa der Brennstoffzelle. Wo liegen die Vorteile von E-Autos und wo ihre Nachteile? Ein Überblick:

Umwelt

So umweltfreundlich, wie Elektroautos in der öffentlichen Diskussion oft dargestellt werden, sind sie eigentlich gar nicht. Natürlich fahren sie, wenn man das Fahrzeug allein betrachtet, emissionsfrei. Allerdings haben E-Autos in der Produktion erstaunlicherweise ökologisch eine schlechtere Bilanz als Verbrennungsautos. Das liegt an der Herstellung der Batterie, die sehr viel Energie verbraucht und zudem noch den Stoff Lithium benötigt, dessen Gewinnung viele ökologische und soziale Probleme in den Abbauländern verursacht. Die Umweltprobleme bei der Entsorgung kommen noch hinzu. Diese ökologische Hypothek bei der Herstellung der Autos wird im Lebenszyklus eines Fahrzeugs durch die Einsparung von CO² und Stickoxiden wieder abgebaut. Je grüner der verbrauchte Strom gewonnen wird, desto schneller. Der ADAC hat errechnet, dass ein E-Auto bei der Einbeziehung aller Faktoren ab einer Fahrleistung von 50 000 bis 100 000 Kilometer eine bessere Ökobilanz als Verbrenner haben.

Reichweiten

Was den Großteil der Menschen bisher davon abhält, E-Autos in großer Zahl zu kaufen, ist nicht zuletzt die Reichweite. Elektro-Kfz kommen mit einer vollen Batterie nur etwa zwei Drittel so weit wie Verbrenner – je nachdem, welche Fahrweise an den Tag gelegt und welche zusätzlichen Stromverbraucher wie Licht, Klimaanlage oder ähnliches genutzt wird. Im Vergleich zu den Anfangstagen hat sich die Reichweite aber immer mehr gesteigert. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt, sodass die E-Autos mit Verbrennern gleichziehen. Abgesehen davon fahren die meisten Menschen mit ihren Autos eher kurze Strecken, sodass die jetzige Reichweite bereits genügt.

Ladenetz

Im Vergleich zu herkömmlichen Tankstellen ist das Ladenetz für E-Autos noch sehr spärlich. Auch das ein Grund, warum der Kauf von E-Autos eher zögerlich vorangeht. Dazu dauert es oft noch sehr lang, ein E-Auto aufzuladen. Da der Trend aber in Richtung E-Mobilität geht, wird hier der Markt reagieren. In Zukunft ist ein sehr viel dichteres Netz an Ladesäulen zu erwarten, und auch die Ladegeschwindigkeit wird gesteigert werden können.

Das Gesetz des Marktes wird vermutlich auch greifen, wenn es um den Preis der Anschaffung geht. Je mehr E-Autos gekauft werden, desto günstiger im Vergleich zu Verbrennern werden sie sein.
      

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