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Home Sonderthemen Komplett Niedersachsen schafft berufliche Karrierechancen für Spitzensportler
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07:23 29.09.2020
Gute Laune bei Minister und Sportlern: Rugby-Talent Tobias Bauer (von links), Boris Pistorius und Para-Badminton-Ass Marcel Adam freuen sich, dass das Land Niedersachsen mit dem Studiengang­-Allgemeine Verwaltung jungen Spitzenathleten deutlich verbesserte berufliche Perspektiven bieten kann. Foto: Clemens Niehaus

Im Spitzensport wird einem nichts geschenkt. Bereits der Weg dorthin ist steinig. Eine Karriere als Spitzensportler mit der nötigen Kraft und Ausdauer voranzutreiben, gelingt nur sehr wenigen.

Dieses Problem hat das Land Niedersachsen erkannt. Spitzensportler werden bereits seit 2007 darin unterstützt, bei der Polizei in Niedersachsen eine duale Karriere einzuschlagen. Seit dem 1. August 2020 können Athleten nun ebenfalls auf eine auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnittene Unterstützung vertrauen, wenn sie in der Allgemeinen Verwaltung des Landes ihre berufliche Karriere beginnen.

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„Das Land ist ein attraktiver Arbeitgeber und eröffnet mit seinem Studienangebot auch jungen Spitzensportlern eine gute Perspektive“, sagt Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius. „Wir unterstützen beim Spagat zwischen sportlicher und beruflicher Karriere und schaffen damit die Vereinbarkeit von Beruf, Sport und Familie.”

Die ersten Spitzensportler Niedersachsens, die von dieser Entscheidung profitieren, sind Marcel Adam und Tobias Bauer. Adam ist Para-Badmintonspieler beim VfL Grasdorf und gewann bei der Weltmeisterschaft 2017 Bronze sowie Silber bei der Europameisterschaft 2018. Bauer ist eines der vielversprechendsten deutschen Rugby-Talente, U18-Nationalspieler, EM-Teilnehmer und zweifacher deutscher Nachwuchsmeister im Siebener-Rugby. Aktuell spielt er für Hannover 78.

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Adam und Bauer besuchen nun mit etwa weiteren 100 Kommilitonen des Landes während des dreijährigen dualen Studiums die Kommunale Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen (HSVN) in Hannover. Sie können sich berechtigte Hoffnungen machen, anschließend in der niedersächsischen Landesverwaltung eine Beschäftigung zu finden.

Beide trainieren am Olympiastützpunkt (OSP) in Hannover und haben im August ein duales Studium beim Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport begonnen. Sie wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, die sportliche und berufliche Karriere sowie die Familie unter einen Hut zu bekommen. Als gelernter Steuerfachangestellter arbeitete Adam zuvor bereits in Vollzeit. „Als ich mich entschieden hatte, in den Profibereich zu wechseln, musste ich beruflich einen anderen Weg einschlagen. Allein die zeitliche Belastung wäre zu hoch gewesen”, erklärt Adam. Auch Bauer ist froh, den Weg des dualen Studiums, auf den ihn die Laufbahnberaterin am OSP aufmerksam gemacht hatte, eingeschlagen zu haben. „An der Hochschule haben wir einen festen Stundenplan, bei dem wir dank regelmäßiger Onlinemodule und Kurssystem aber ausreichend Spielraum haben. Ich kann also mein Training um das Studium herumbauen”, sagt Adam. Zudem gebe es für die Studierenden eine sehr enge Betreuung, lobt Bauer. „Die Dozentinnen und Dozenten sind wirklich sehr hilfsbereit und unterstützen uns bei der Stundenplangestaltung und den Lerninhalten.”

Während der drei jeweils mehrmonatigen Praxiszeiten sammeln die Studierenden in verschiedenen Landesbehörden, aber auch bei außerbehördlichen Arbeitgebern, praktische Erfahrung und können sich hinsichtlich des beruflichen Werdegangs entsprechend frühzeitig orientieren. Adam weiß bereits jetzt, dass er später im Bereich Finanzen tätig sein und sich dort mit den Themen Inklusion und Integration beschäftigen möchte. „Als Sportler mit körperlicher Einschränkung kann ich mich gut in die Thematik einfühlen”, sagt er. Bauer hingegen weiß noch nicht, in welche Richtung es ihn zieht: „Ich will zunächst einiges ausprobieren. Um das zu finden, was mir wirklich gefällt, ist es natürlich extrem hilfreich, dass ich hier so viele Einblicke in die Arbeitswelt erhalte.”

Nach eigenen Angaben haben es die zwei Spitzensportler seit Beginn ihres dualen Studiums deutlich leichter, ihrer sportlichen Karriere die nötige Aufmerksamkeit zu widmen. Die Studierenden an der kommunalen Hochschule für Verwaltung stehen im Beamtenverhältnis auf Widerruf und erhalten vom ersten Tag an Anwärterbezüge in Höhe von rund 1300 Euro brutto im Monat.

„Bislang haben wir allen Nachwuchskräften die Übernahme in den Landesdienst angeboten”, betont Boris Pistorius.

Info

Studienorte für dualen Studiengang Allgemeine Verwaltung beim Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport: Kommunale Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen in Hannover und Hochschule Osnabrück

■ Zulassungsvoraussetzung: Abitur, Fachhochschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Abschluss

■ Regelstudienzeit: 6 Semester bzw. 9 Trimester

■ Bewerbung: Beim Nds. Ministerium für ­Inneres und Sport, circa ein Jahr vor Studienbeginn

Abschluss: Bachelor of Arts

Informationen und die Möglichkeit zur Onlinebewerbung finden sich auf: www.karriere.niedersachsen.de/duales-studium

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