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Home Sonderthemen Hannover Region Ost Dieselfahrverbote, E-Autos und Regionalklassen
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08:21 17.01.2019
In vielen Städten in Deutschland werden 2019 Dieselfahrverbote kommen. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Der 1. Januar ist zwar ein Feiertag, aber in jedem Jahr ist er auch ein Tag der Veränderung – nicht nur im Datum. In der Regel bringt dieser Tag auch Änderungen und Neuerungen in vielen Bereichen mit sich. Für Autofahrer gilt das insbesondere, denn die großen und kleinen Änderungen im Autoverkehr und rundherum kommen meist zum Jahresbeginn. Man muss für 2019 allerdings sagen: große Änderungen gibt es in diesem gerade begonnenen Jahr nicht – mal abgesehen vom Daueraufreger Dieselantrieb.

Städte führen Dieselfahrverbote ein

In Hamburg wurden im vergangenen Jahr bereits zwei Straßen wegen zu hoher Stickoxidwerte für alle Dieselfahrzeuge unterhalb der Euro-6-Norm gesperrt. Anfang des Jahres ist nun Stuttgart hinzugekommen. Nur noch Diesel der Euro-5-Norm oder besser dürfen in die Innenstadt fahren. Diese Regel gilt zunächst nur für Ortsfremde. Ab April müssen auch Einheimische draußen bleiben. Stuttgart macht dabei den Anfang. Im Lauf des Jahres ziehen noch Berlin, Bonn, Frankfurt, Gelsenkirchen, Köln, Mainz und Essen nach.

In Essen ist damit erstmals auch eine Autobahn (A40) betroffen. In allen Städten gilt das Verbot für Fahrzeuge mindestens bis zur Euro-4-Norm, bei manchen auch bis Euro 5. Für die beiden betroffenen Hamburger Straßen (Max-Brauer-Allee und Stresemannstraße) gilt das Fahrverbot sogar für Euro 6. Für Hannover sind derartige Verbote noch nicht in Sicht. Allerdings rechnet die Stadtverwaltung damit, dass über kurz oder lang auch hier – zumindest für einzelne Straßen – ein Dieselfahrverbot mindestens für Euro 4 und darunter erlassen werden muss. Ein Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest.

Geänderte Regionalklassen

Spürbar für Autofahrer waren bereits die Änderungen, die die Kfz-Versicherer eingeführt haben. Seit Anfang des Jahres gelten neue Sätze für die Regionalklassen, sodass die Fahrzeughalter in der Stadt Hannover, aber auch im Umland, höhere Prämien zahlen müssen. Grund ist das Unfallgeschehen. Die Versicherer bewerten die Schadenfälle des Jahres und passen die Prämiensätze jedes Jahr entsprechend an. Im Raum Hannover ist es dabei zu einer spürbaren Erhöhung gekommen. In andere Regionen in Deutschland wird es dagegen billiger. Der Norden ist in der Regel günstiger als der Süden – von Hannover mal abgesehen.

Online-Zulassung

Wegen zu hoher Unfallzahlen müssen Autofahrer in der Region höhere Versicherungsprämien zahlen. Foto: dpp-Autoreporter
Wegen zu hoher Unfallzahlen müssen Autofahrer in der Region höhere Versicherungsprämien zahlen. Foto: dpp-Autoreporter

Immer mehr Behördengänge sollen in Zukunft von zuhause aus erledigt werden können. Das gilt auch für die Kfz-Zulassung. Bisher war es bereits möglich, Autos per Internet abzumelden und wieder zuzulassen. Ab 2019 soll das auch bei Neuzulassungen möglich sein. Der genaue Zeitpunkt für diese Neuerung ist allerdings noch nicht bekannt. Wenn es soweit ist, muss man über einen Personalausweis mit Online-Funktion verfügen, um diesen Service nutzen zu können.

E-Autos werden lauter

Der Boom der Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen bleibt zwar bisher aus, aber E-Autos sind auf deutschen Straßen keine Seltenheit mehr. Neben der guten Beschleunigung haben diese Fahrzeuge gegenüber Verbrennungsmotoren einen weiteren Vorteil: Sie sind ungemein leise. So angenehm das in der Fahrgastzelle ist, so gefährlich kann es allerdings im Straßenverkehr werden, denn ein herannahendes E-Auto hört man erst sehr spät.

Elektroautos werden lauter und für manche auch steuerlich günstiger. Foto: dpa
Elektroautos werden lauter und für manche auch steuerlich günstiger. Foto: dpa

Aus diesem Grund schreibt der Gesetzgeber ab diesem Jahr vor, dass Elektroautos, und solche mit Hybridantrieb, das so genannte Acoustic Vehicle Alert System (AVAS), also ein akustisches Fahrzeugwarnsystem, an Bord haben muss. Das System gibt bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h ein dem Verbrennungsmotor ähnelndes Geräusch ab, um andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radler zu warnen. Die Neuerung gilt für alle Neuzulassungen.

Steuerliche Vorteile auch für Hybridautos

Für E- und Hybridautos gelten seit diesem Jahr übrigens auch steuerliche Vorteile. Für alle, die diese als Dienstfahrzeug auch privat nutzen, galt es bisher, ein Prozent des Bruttolistenpreises monatlich als geldwerten Vorteil anzugeben. Dieser Satz hat sich jetzt halbiert.


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Ein tägliches Vorkommnis: Der Sicherheitsabstand auf den Straßen wird nicht eingehalten. Foto: Michael Hirschka/pixelio.de
Ein tägliches Vorkommnis: Der Sicherheitsabstand auf den Straßen wird nicht eingehalten. Foto: Michael Hirschka/pixelio.de

Wer kennt das nicht? Man fährt auf der Landstraße dahin und plötzlich kommt ein nachfolgendes Auto näher. Es kommt in diesem Fall nicht selten vor, dass der Fahrer so weit heranfährt, dass die besorgten Blicke in den Rückspiegel immer häufiger werden. Ob absichtlich oder unbemerkt – viele Verkehrsteilnehmer lassen zwischen sich und einem vor ihnen fahrenden Fahrzeug in der Regel zu wenig Sicherheitsabstand. Wenn es dann zu einer Bremsung kommt – etwa bei einer aufkommenden Gefahr – ist ein Auffahrunfall oft das Resultat.

Wie groß ist aber der optimale Sicherheitsabstand zum Vordermann? Die meisten Fahrer verlassen sich da auf das Gefühl. Das kann allerdings trügen. Hier ist es besser, die Sekunden zu zählen. Fahrlehrer haben zu diesem Punkt eine Faustregel: Auf Landstraßen sollten zwischen dem vorausfahrenden Fahrzeug drei Sekunden Abstand sein. Das heißt, einen Punkt am Rand der Straße, idealerweise einer der Leitpfosten, sollte das eigene Auto drei Sekunden nach dem Vorfahrer passieren. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h kommt man so auf einen Abstand von rund 50 Metern. Innerorts reicht eine Sekunde Abstand. Bei 50 km/h sind wir hier bei 15 Metern Abstand. Noch sicherer ist die Rechnung, dass der Abstand zum Vorderfahrzeug die Hälfte des Tempos auf dem Tacho in Metern betragen sollte. Bei 100 km/h kommt man dabei ebenfalls auf 50 Meter Abstand. Bei Ortstempo sind es sogar 25 Meter. Gerade bei der zweiten Regel, bei der gegebenenfalls mehr Abstand gehalten wird, kommt es aber insbesondere auf Landstraßen immer wieder dazu, dass sich überholende Fahrzeuge in die entstandene Abstandslücke drängen. Diese Situationen sind nicht nur unschön und ärgerlich – sie sind auch gefährlich. Dieser Kolonnenspringer gefährdet nicht nur die Autos in der Kolonne, sondern auch sich selbst.

Die genannten Regeln, wenn korrekt von allen beherzigt, tragen dazu bei, dass bei einer plötzlichen Bremsung alle Beteiligten noch rechtzeitig zum Stehen kommen. Zu beachten ist hier natürlich, dass auf Autobahnen ein viel höheres Tempo gefahren wird. Dementsprechend muss hier ein noch größerer Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Nicht eingehaltener Sicherheitsabstand kann zu schlimmen Unfällen führen. Foto:AvD/dpp
Nicht eingehaltener Sicherheitsabstand kann zu schlimmen Unfällen führen. Foto:AvD/dpp

Den Abstand nicht einzuhalten, ist keineswegs eine ärgerliche Randerscheinung, bei der ja sowieso selten etwas passiert. In der Regel kommt es tatsächlich nicht zu einem Unfall, weil eine Bremsung nicht notwendig ist. Trotzdem muss man diese Situationen ernst nehmen, denn sie können auch Konsequenzen haben, ohne dass etwas passiert. Wer den Abstand nicht einhält, begeht bereits eine Ordnungswidrigkeit. Natürlich kommen die meisten Fahrer ohne Bußgeld davon, denn bei der Häufigkeit dieses Vergehens ist die Chance, erwischt zu werden, gering. Nichtsdestotrotz kann es passieren, dass man in eine Messstelle der Polizei fährt. Dann ist ein Bußgeld von bis zu 400 Euro fällig. Punkte und Fahrverbot können noch dazukommen.

Ein besonderes Ärgernis sind Drängler, die besonders auf den Autobahnen versuchen, sich per Lichthupe, Dauerblinken, dichtes Auffahren und unangemessenen Gesten den Weg freizuboxen. In manchen Fällen kann hier schon der Straftatbestand der Nötigung erfüllt sein. Auf alle Fälle erhöht sich in einem solchen Fall die Unfallgefahr durch das zu dichte Auffahren um ein Vielfaches. Es ist sogar schon zu tödlichen Unfällen gekommen, weil sich der Fahrer im vorderen Fahrzeug derart unter Druck gesetzt fühlte, dass es zu Panikreaktionen kam. Insofern ist in einem solchen Fall Ruhe das erste Gebot.

Der Ärger, den man angesichts von Drängler verspürt, gilt es runterzuschlucken und stattdessen Platz zu machen. Dem eigenen Gerechtigkeitsgefühl mag das zuwider laufen, aber der Sicherheit ist damit am besten gedient.

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