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Home Sonderthemen Hannover Region Ost Die Spargelernte ist Handarbeit – Für das Stechen ist ein gebogenes Messer notwendig
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10:29 20.05.2019
Der Spargel wird in Körben oder Boxen transportiert.

Die Erntezeit des Spargels hängt vor allem von der Witterung und der Bodentemperatur ab. Allgemein beginnt die Ernte in Deutschland in der zweiten Aprilhälfte. Dabei unterscheidet sich die Ernte zwischen den grünen und weißem Spargel. 

Da der Grünspargel ebenerdig und ohne Dämme wächst, ist die Ernte einfach und wenig zeitaufwendig. Dabei beginnt die Ernte dann, wenn die Triebe eine Länge von 15 bis 20 Zentimeter erreicht haben. 

Mit einem scharfen Messer wird der Spargel knapp unter der Bodenoberfläche abgeschnitten. Zu beachten ist dabei, dass der Abschnitt erfolgt, bevor sich die Deckblätter der Köpfe lockern. Aus diesem Grund sollte bei sehr warmer Witterung eine tägliche Ernte erfolgen. 

Der weiße Spargel reift in typischen aufgeschütteten Spargeldämmen, welche dem Spross den Weg an die Oberfläche verlängern. Bei günstigen Witterungen kann der Spargel bis zu 0,75 Zentimetern in der Stunde wachsen. Aus diesem Grund ist es wichtig, an besonders sonnigen Tagen zweimal täglich den Spargel durchzusehen. Die günstigsten Tageszeiten für das Stechen sind vor allem der frühe Morgen und der Nachmittag, da zu diesen Zeitpunkten die Verdunstungsverluste am geringsten sind. Das Stechen des Spargels ist allerdings nach wie vor Handarbeit. Mittlerweile gibt es zwar erste motorisierte Erntehelfer, aber keine richtigen Erntemaschinen.

Aus diesem Grund ist für die Ernte ein gebogenes Messer, ein sogenanntes Spargelstechmesser oder ein Stecheisen, eine Art Maurerkelle (Spargelkelle), Handschuhe und ein Korb für den gestochenen Spargel notwendig. Um den Spargel zu ernten, wird dieser mit gespeizten Fingern sorgefältig freigelegt. Dann wird so tief wie möglich der Spargel mit dem Messer abgeschnitten. Danach wird der gestochene Spargel gleich in den Korb gelegt und zum Schutz vor der Austrocknung zugedeckt. Die entstandenen Löcher beim Stechen werden zudem wieder glattgestrichen.

In den Supermärkten oder auf Wochenmärkten überwiegt das Angebot an weißem Spargel gegenüber Grünspargel.
In den Supermärkten oder auf Wochenmärkten überwiegt das Angebot an weißem Spargel gegenüber Grünspargel.

Der Spargel zählt heutzutage zu dem wichtigsten Gemüse in Deutschland. Dabei ist vor allem der weiße Bleichspargel am beliebtesten. Im Vergleich zum Grünspargel, der nur in geringe Teilflächen angebaut wird, ist er teurer. Dies liegt vor allem daran, dass der grün Spargel vom Anbau und der Ernte her günstiger ist.

Insgesamt gibt es in Deutschland eine Anbaufläche für den Spargel von rund 20 000 Hektar, wovon fast 5200 Hektar in Niedersachsen sind. Dabei befinden sich die Anbaugebiete hauptsächlich in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Bekannte Anbaugebiete in Niedersachsen liegen unter anderen nordwestlich und nördlich bei Braunschweig, im südlichen Osnabrücker Land und bei Bardowick (Lüneburg).

In der Region Hannover gibt es wichtige Spargelanbaugebiete vor allem in Burgdorf und Neustadt am Rübenberge. Bekannt ist außerdem noch das Gebiet in Nienburg (Weser).

Dabei beherbergt die Stadt nicht nur das Spargelmuseum, sondern ist auch einer der Ausgangspunkte zur „Niedersächsischen Spargelstraße“. In den Anbaugebieten in Deutschland gibt es jährlich über 55 000 Tonnen Spargel, die geerntet werden. Die Ernte hat in etwa einen Wert von 175 Millionen Euro. Niedersachsen hat dabei einen Anteil von rund 25 Prozent.

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