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Home Sonderthemen Hannover Region Ost Der Sehnder Weihnachtsmann googelt auch im Internet
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13:34 31.12.2018
Detlef Waltz (l.) ist gern als Weihnachtsmann unterwegs und erfreut Kinder. KATJA EGGERS

Detlef Waltz kennen wohl alle Sehnder Kinder. Wenn er als Weihnachtsmann auftritt, fallen deren Reaktionen jedoch ganz unterschiedlich aus. „Die meisten freuen sich und sind ganz aufgeregt“, erzählt der Sehnder. Einige versteckten sich aber erst einmal hinter Mama und Papa. Und dann gebe es noch die ganz Neugierigen. Bei der Frage eines kleinen Jungen, wo er denn seinen Schlitten und die Rentiere habe, musste Waltz improvisieren. „Weil kein Schnee liegt, habe ich den Schlitten heute zu Hause gelassen“, lautete seine Antwort. Andere Kinder wollten von Waltz auch schon wissen, ob er nun der Weihnachtsmann, der Nikolaus oder vielleicht doch eher Knecht Ruprecht ist. „Da habe ich mich mit der Antwort ein wenig rausgewunden und zu Hause erst einmal die Unterschiede gegoogelt“, verrät Waltz und lacht. Ansonsten bereitet sich der Sehnder nicht sonderlich auf seine Aufgabe als Weihnachtsmann vor. Der Job wurde ihm sozusagen vererbt. Waltz gehört als Grünen-Politiker dem Ortsrat Sehnde an, der stets auch den Sehnder Weihnachtsmarkt organisiert und dort den Weihnachtsmann stellt. „Als der alte Kandidat vor zwölf Jahren aus dem Gremium ausschied, war die Weihnachtsmannstelle vakant – und ich war derjenige, der am stabilsten gebaut war“, erinnert sich Waltz.


Jedes Jahr stapft er nun im roten Mantel, mit Rauschebart und Jutesack über den Sehnder Weihnachtsmarkt, brummelt mit tiefer Stimme ein „Hohoho“ und verteilt Süßigkeiten und Mandarinen. „Viele Eltern lehnen Schokolade ab, mitunter sind Kinder allergisch auf Nüsse – daher habe ich immer Obst dabei“, erklärt der erfahrene Weihnachtsmann.

Größere Geschenke, nämlich die der Eltern, übergibt er bei privaten Bescherungen. An Heiligabend ist Waltz etwa zwei- bis dreimal Weihnachtsmann. Und das unentgeltlich – einfach, weil es ihm Spaß macht und er Kinder mag. „Buchen kann man mich nicht. Aber wenn Ratskollegen, Freunde oder Bekannte anfragen, komme ich gern vorbei, meistens übrigens durch den Hintereingang oder über den Balkon“, erklärt der 56-Jährige. Er selbst feiert Weihnachten eher unaufgeregt. „Am 24. Dezember bin ich nach meinem Weihnachtsmannjob ganz ruhig zu Hause, am ersten Weihnachtstag gibt es im Freundeskreis immer Feuerzangenbowle“, berichtet der kinderlose Junggeselle. Früher sei er an Heiligabend mit Freunden stets nach Hannover in den Pavillon zum Mitternachtskonzert der Band von Weihnachten gefahren. Leider habe sich die Gruppe aufgelöst. „Jetzt wird Heiligabend daher zur stillen Nacht“, sagt Waltz. Katja Eggers

■ Kein Alkohol im Dienst! Ein Weihnachtsmann muss nüchtern sein. Ein Glühwein geht, aber auf keinen Fall im Kostüm.

■ Nicht fluchen! Ein Weihnachtsmann nimmt keine Schimpfwörter in den Mund. Die Sprache sollte nicht zu jugendlich sein. Das wirkt unglaubwürdig, schließlich ist der Weihnachtsmann sehr, sehr alt.

■ Bescherung auf Augenhöhe! Zu Kindern beugt man sich als Weihnachtsmann immer herunter. So zeigt man, dass man ganz für sie da ist und sie keine Angst haben müssen.

■ Handy aus! Es macht keinen guten Eindruck, wenn bei der Bescherung plötzlich das Smartphone klingelt. Schließlich soll sich der Weihnachtsmann ganz auf die Kinder konzentrieren.

■ Vor einem Auftritt unbedingt aufs stille Örtchen! Auf Weihnachtsmärkten sind Toiletten rar, und bei privaten Bescherungen möchte man den Hausherren nicht danach fragen müssen. eg

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